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Aug 09, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Handelskrieg verliert seinen Schrecken

USD

EUR USD (1,1615)

Nun geht der Handelskonflikt also weiter. Dies zeigt zumindest die Ankündigung der USA, weitere chinesische Importwaren im Wert von 16 Milliarden USD mit einem Zoll von 25 Prozent zu belegen. Eine Maßnahme, die am 23. August in Kraft treten soll, allerdings im Markt bereits seit langem bekannt ist, vermutlich zwischendurch aber wieder in Vergessenheit geraten sein könnte. Die Medien versuchten zumindest, diese Nachricht als Neuigkeit zu verkaufen. Doch gelang ihnen das nicht gut genug, um im Devisenhandel eine größere Bewegung auszulösen. Auch die gestern verkündete chinesische Gegenmaßnahme (eine Kopie der US-Ankündigung) war längst erwartet worden. Überhaupt scheinen sich die Akteure an derlei Nachrichten gewöhnt zu haben. Und insofern war die Äußerung eines Händlers, dass man für eine erneute Dollarstärke auch einen entsprechenden Anlass benötige, durchaus berechtigt. Und zwar einen richtigen Anlass. Allein dieses Statement zeigt, dass aufgrund von Gewöhnungsprozessen neue Nachrichten stärker einschlagen müssen als ihre Vorgänger-Informationen. Ist das nicht der Fall, werden solche neuen Informationen einfach nicht wahrgenommen. Mit anderen Worten: Die Wirkung neuer Informationen wird an der Bedeutung vorangegangener Nachrichten gemessen. Nun gab es gestern auch noch die Handelsbilanzzahlen Chinas für den Monat Juli. Diese ersten Zahlen nach Einführung von Importzöllen der USA auf chinesische Waren in einem Volumen von 34 Milliarden USD am 6. Juli mögen auf den ersten Blick verblüffend erscheinen. Denn der Anteil der USA an den chinesischen Exporten ist im Juli gerade einmal von 19,7 auf 19,3 Prozent gefallen. Allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass sich die Folgen des gerade erst begonnenen Handelskonflikts erst mit einer Verzögerung niederschlagen dürften. Ganz davon zu schweigen, dass der Handelsüberschuss Chinas insgesamt deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückblieb. Zwar waren die Exporte gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen, die Importe aber in noch größerem Umfang. Schließlich gab es auch noch die Rede eines Mitglieds im Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC), Thomas Barkin. Der Chef der Fed von Richmond, hinlänglich als Falke bekannt und seit Beginn dieses Jahres im Offenmarktausschuss stimmberechtigt, sagte eigentlich zur Zinsentwicklung nichts Neues. Allerdings erschien es den Akteuren seltsam, dass er den Effekt der eskalierenden Importzölle zwischen den USA und China für die US-Inflation explizit herunterspielte.
Für den Euro gab es gestern unterdessen keine Fortschritte an der Oberseite zu vermelden. Die Gemeinschaftswährung bleibt nach wie vor innerhalb ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855. Die Unterseite ist dabei vor allen Dingen innerhalb der Zone nach wie vor schlecht abgesichert.

USD

USD CHF (0,9940)

Ein weiterer Ausflug des Greenback in Richtung der Obergrenze seiner derzeitigen Konsolidierung ist abermals im Sande verlaufen. Zum einen mangels neuer ökonomischer Daten. Und zum anderen, weil sich die implizite Wahrscheinlichkeit für noch zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr (vgl. CME FedWatch Tool) immer noch auf dem Niveau von 70 Prozent bewegt und seither nicht weiter gestiegen ist. Deswegen hat die derzeitige Zone zwischen 0,9855 und 0,9995 weiterhin Bestand.

GBP

EUR GBP (0,9020)

Am gestrigen Handelstag zeigte sich Sterling ebenso gegenüber dem Dollar wie auch gegenüber dem Euro in schlechter Verfassung. Letzterer hat nun sogar seine Konsolidierungszone an der Oberseite verlassen und einen neuen Aufwärtstrend mit erstem moderaten Potenzial bis 0,9065 begonnen – die Trenduntergrenze befindet sich bei 0,8875. Dabei ist es nicht erwiesen, ob der Auslöser für die vorherrschende Pfund-Schwäche im Interview des britischen Handelsministers Liam Fox zu suchen ist, der am vergangenen Sonntag geäußert hatte, es gäbe eine 60prozentige Chance, dass das Vereinigte Königreich die EU im nächsten März ohne einen Deal verlassen könnte. Auch die Unsicherheit der Akteure darüber, ob die britische Premierministerin Theresa May bereits bei ihrem informellen Treffen mit der EU am 20. September in Österreich ein verhandelbares Abkommen diskutieren kann oder überhaupt möchte, hat sich zuletzt vergrößert. Denn man darf nicht vergessen, dass drei Tage später bereits der Labour-Parteitag eröffnet werden wird, gefolgt vom Parteitag der Torys ab dem 30. September – Parteitage, die allesamt noch vor dem EU-Gipfel am 18./19. Oktober stattfinden.
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EUR

EUR CHF (1,1535)

Der kleine Vormarsch des Euro vom Dienstag ist am gestrigen Handelstag stecken geblieben. Vermutlich auch mangels neuer ökonomischer Erkenntnisse. Deswegen bleibt auch die Seitwärtsbewegung zwischen 1,1480 und 1,1655 erhalten – insgesamt erscheint die Unterseite etwas weicher (bei deren Versagen droht ein Test von 1,1370).

PLN

EUR PLN (4,2640)

Man muss schon bis in den April zurückgehen, um eine so enge Handelsspanne des Euro gegenüber dem Zloty wie gestern (rund 120 Stellen) zu finden. Trotz dieser Starre bleibt das Potenzial der derzeitigen Abwärtsbewegung des Euro nach wie vor bis 4,2230 erhalten, und zwar unter der Voraussetzung, dass 4,2880 an der Oberseite nicht überschritten wird.


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