Wöchentliche Marktberichte

Aug 07, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR USD (1,1560)

Eigentlich ist gestern nicht viel passiert, aber es war wohl die Kombination einiger Wirtschaftsdaten sowie die Italien-Problematik, die mit einem Mal wieder im Zentrum des Interesses bei den Händlern stand. Die Rede ist von den Renditen der italienischen Staatsanleihen, die sich während der vergangenen beiden Wochen erneut deutlich erhöht haben. Tatsächlich ist der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit von 2,24 am vergangenen Dienstag auf nunmehr 2,52 Prozent – bis zum vergangenen Freitag von vielen Akteuren unbemerkt – gestiegen. Dazu dürfte unter anderem auch der stellvertretende italienische Premierminister Luigi di Maio beigetragen haben, der ganz unverblümt äußerte, dass für ihn bei der Aufstellung des nächsten Haushalts die fiskalischen Regeln der EU nicht oberste Priorität besäßen.
Der Euro ist aber auch aufgrund anderer Einflussfaktoren gestern zumindest temporär unter Druck gekommen. Zum einen, weil der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Baugewerbe im Juli (Markit) auf einen Wert von 50,0 zurückgefallen ist und damit die recht guten Zahlen von April und Mai relativiert wurden. Darüber hinaus gab es eine böse Überraschung bei den deutschen Zahlen zum Auftragseingang der Industrie. Diese fielen im Juni nämlich mit -4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat bzw. -0,3 Prozent zum Vorjahr erheblich schwächer aus als von den Ökonomen im Mittel geschätzt (-0,5 Prozent gegenüber Vm. bzw. +3,4 Prozent gegenüber Vj.).
Am

USD

EUR USD (1,1560)

Eigentlich ist gestern nicht viel passiert, aber es war wohl die Kombination einiger Wirtschaftsdaten sowie die Italien-Problematik, die mit einem Mal wieder im Zentrum des Interesses bei den Händlern stand. Die Rede ist von den Renditen der italienischen Staatsanleihen, die sich während der vergangenen beiden Wochen erneut deutlich erhöht haben. Tatsächlich ist der Renditevorsprung zehnjähriger italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit von 2,24 am vergangenen Dienstag auf nunmehr 2,52 Prozent – bis zum vergangenen Freitag von vielen Akteuren unbemerkt – gestiegen. Dazu dürfte unter anderem auch der stellvertretende italienische Premierminister Luigi di Maio beigetragen haben, der ganz unverblümt äußerte, dass für ihn bei der Aufstellung des nächsten Haushalts die fiskalischen Regeln der EU nicht oberste Priorität besäßen.
Der Euro ist aber auch aufgrund anderer Einflussfaktoren gestern zumindest temporär unter Druck gekommen. Zum einen, weil der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Baugewerbe im Juli (Markit) auf einen Wert von 50,0 zurückgefallen ist und damit die recht guten Zahlen von April und Mai relativiert wurden. Darüber hinaus gab es eine böse Überraschung bei den deutschen Zahlen zum Auftragseingang der Industrie. Diese fielen im Juni nämlich mit -4,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat bzw. -0,3 Prozent zum Vorjahr erheblich schwächer aus als von den Ökonomen im Mittel geschätzt (-0,5 Prozent gegenüber Vm. bzw. +3,4 Prozent gegenüber Vj.).
Am Ende des Tages ist der Euro gestern vorübergehend der Untergrenze seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1500/05 und 1,1855 bis auf 20 Stellen nahegekommen. Und für die meisten Akteure ist klar, dass ein Bruch der Untergrenze nicht nur neue Jahrestiefs, sondern auch den Beginn eines neuen Abwärtstrends bedeuten könnte. Allerdings ergeben sich bei dieser Einschätzung zwei Probleme. Zum einen sind die Schieflagen der Marktteilnehmer nicht hoch genug, um einen richtig starken Trend zu begründen. Dafür spricht etwa der wahrgenommene faire Wert des Euro, der sich aus unserem verhaltensorientierten Modell ableiten lässt und der sich derzeit ziemlich genau in der Mitte unserer Konsolidierungszone bei 1,1680 befindet. Zum anderen ist die Konsolidierungszone (nebst einer berühmten charttechnischen Formation) für jedermann sichtbar, so dass durch gleichzeitiges Handeln nach Versagen von 1,1500/05 zwar so etwas wie eine „Self-fulfilling prophecy“ durch entsprechende Verkaufsorders losgetreten würde. Allerdings ist fraglich, ob es dann (eben mangels fehlender Schieflagen) zu entsprechendem Anschlussangebot käme, das für einen starken Trend vonnöten wäre. Damit besteht eine nicht unerhebliche Gefahr, dass nach einem Versagen von 1,1500/05 lediglich ein Fehlsignal („false break“) ausgelöst würde.

USD

USD CHF (0,9965)

Fast hat es so ausgesehen, als ob der Dollar auch gegenüber dem Franken endlich zu etwas mehr Form auflaufen könnte. Aber das Aufbäumen auf 0,9985 sollte nur von kurzer Dauer sein. Auch wenn der Greenback aus Gründen der Risikoaversion im Rahmen des eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und China derzeit gesucht sein sollte und sich gegenüber einem Korb an Währungen (gemessen am Dollar- Index) fast am höchsten Kurs des Jahres befindet, – gegenüber dem Franken fehlt noch rund ein Prozent. Mit anderen Worten: Der Franken war als Fluchtwährung noch etwas stärker als der Dollar gesucht. Und so bleibt der Greenback in seiner Konsolidierungszone, die weiterhin zwischen 0,9855 und 0,9995 verläuft, gefangen.

GBP

class="xyz"EUR GBP (0,8925)

Das britische Pfund zeigte sich zumindest gegenüber dem US-Dollar gestern in schwacher Verfassung und markierte ein neues Elf-Monatstief. Im Verhältnis zum Euro lässt sich derlei nicht feststellen, aber eine leichte Tendenz zur Schwäche war dennoch nicht zu übersehen. Vor allem, als der Regierungssprecher der Premierministerin, James Slack, gestern äußerte, Theresa May vertrete nach wie vor die Meinung, dass ein Brexit ohne Abkommen („No Deal“) besser sei als ein Brexit mit einem schlechten Deal. Dennoch halte die Premierministerin ein Brexit-Abkommen immer noch für am wahrscheinlichsten. Diesen Optimismus scheint allerdings der britische Handelsminister Liam Fox, ein sogenannter Brexiteer, nicht zu teilen, hatte er doch bereits am Wochenende gegenüber der Sunday Times geäußert, er schätze die Wahrscheinlichkeit eines ungeregelten Brexits mit 60 Prozent ein. So gesehen kann man das gestrige Statement des Regierungssprechers als den Versuch einer Relativierung interpretieren. Am Ende des Tages blieb der Euro gegenüber Sterling leicht im Vorteil und damit auch innerhalb seiner großen Seitwärtsbewegung zwischen 0,8790 und 0,8990.

EUR

EUR CHF (1,1515)

Auch gegenüber dem Schweizer Franken zeigte sich der Euro gestern längst nicht so schwach, wie es etwa die Entwicklung gegenüber dem Dollar hätte vermuten lassen können. Man kann sogar einen Schritt weitergehen: Gegenüber einem Korb aus mehreren Valuten hält die Gemeinschaftswährung (im Gegensatz zum US-Dollar, wo sie sich am Jahrestief befindet) noch 1,6 Prozent Abstand bis zum bislang tiefsten Kurs dieses Jahres. Und so bleibt der Euro auch gegenüber dem Franken noch ein gutes Stück von seinem Mai-Jahrestief bei 1,1370 entfernt. Überhaupt besteht nur ein Risiko in diese Richtung, sofern die Untergrenze der derzeit gültigen Seitwärtsbewegung zwischen 1,1480 und 1,1655 versagen sollte.

PLN

EUR PLN (4,2550)

Mit 5,9 Prozent im Juni zeigte sich Polens Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat unverändert. Weitgehend unverändert blieb auch die Position des Euro gegenüber dem Zloty, dessen Abwärtstrend sich während der kommenden Tage in Richtung 4,2230 fortsetzen sollte. Das Ganze inzwischen allerdings unter der Prämisse, dass 4,2970 an der Oberseite nicht mehr überschritten wird.


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