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Wöchentliche Marktberichte

Aug 06, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USA: Zuversicht im verarbeitenden Gewerbe

USD

EUR USD (1,1560)

Wenn der US-Dollar sich vor einem Wochenende, an dem zahlreiche wichtige US-Fundamentaldaten anstehen, mit einer festen Tendenz aus dem Handel verabschiedet, verführt dies zur voreiligen Annahme, dass die Daten sehr positiv seien. Uneingeschränkt lässt sich dies vom vergangenen Freitag aber sicher nicht behaupten. Im Fokus der Marktteilnehmer stand zwar der US-Arbeitsmarktbericht, dennoch warfen einige ihr Augenmerk auch ganz bewusst auf den Dienstleistungssektor. Hierzu wurden nach den Job-Daten gleich zwei Indikatoren veröffentlicht: Die Geschäftsaktivität der Branche (IHS Markit- Umfrage), die sich im Juli geschwächt zeigte, sowie der ISM-Index, der zur allgemeinen Überraschung auffallend stark an Wachstumsdynamik eingebüßt hat. Kombiniert man diese beiden Enttäuschungen mit den neuen Drohungen aus China, US-Waren im Wert von 60 Milliarden US-Dollar mit Abgaben zu belegen, liegt der Schluss nahe, dass die Arbeitsmarktdaten exzellent ausgefallen sein müssen, um den Dollar am Ende so freundlich tendieren zu lassen. Dem war aber nicht so. Mit einem Stellenzuwachs von lediglich 157.000 lag die Juli-Zahl deutlich unterhalb der mittleren Schätzungen. Die Analystengemeinde ging von rund 195.000 neuen Stellen aus. Der Markt reagierte aber mitnichten verstimmt auf die abweichenden Zahlen. Dies hing sicherlich mit mehreren Faktoren zusammen: Zum einen dürften sich aufgrund der ferienbedingt äußerst geringen Aktivitäten an den Finanzmärkten nur wenige Akteure bewusst in Hinblick auf besonders starke Arbeitsmarktdaten positioniert haben. Wichtiger aber war, dass die Beschäftigungsentwicklung der vorangegangenen beiden Monate – die Monate Mai und Juni wurden um insgesamt 59.000 Stellen nach oben revidiert – den relativ geringen Zuwachs im Juli mehr als wettmachten. Diese umfangreiche Revision erstaunte Kommentatoren und verführte zahlreiche Optimisten zu einer spontanen Annahme: Die Juli-Daten könnten demnächst ebenfalls eine ähnliche starke Aufwärtskorrektur erfahren. Ein weiterer Grund, der für gute Stimmung sorgte, war, dass ein Teilbereich des Daten-Pakets positiv bewertet wurde: das verarbeitende Gewerbe. Es brachte im Juli einen Zuwachs von 37.000 Stellen hervor, was auf 12-Monats-Basis einem akkumulierten Wert von 327.000 Stellen gleichkommt – der höchste Wert, der seit 23 Jahren erzielt werden konnte.
Die US-Daten klingen zwar per Saldo nicht ganz so schlecht. Die US-Dollar-Stärke der Vorwoche lässt sich aber dadurch nicht ganz erklären. Der Euro ist mittlerweile tief in die untere Hälfte seiner Konsolidierungszone gerutscht, die wie gehabt zwischen 1,1505 und 1,1855 verläuft.

USD

USD CHF (0,9950)

Die am Mittwoch von der US-Regierung angekündigte Prüfung höherer Strafzölle, die gegenüber China erhoben werden könnten, erlebte am vergangenen Freitag eine Retourkutsche. Peking warnte die USA, dass China, wenn Präsident Donald Trump seine Drohung wahrmache und chinesische Importe mit Strafzöllen von 25 statt 10 Prozent belegen sollte, seinerseits Strafzölle auf US-Importe in der Größenordnung von 60 Milliarden Dollar in Erwägung ziehe. Besonders sensibel zeigten sich Dollar-Händler jedoch nicht. Zum Franken schwächte sich der Greenback nur leicht ab und blieb unauffällig innerhalb seiner Konsolidierungszone, die weiterhin zwischen 0,9855 und 0,9995 verläuft.

GBP

EUR GBP (0,8895)

Für jüngere Markteilnehmer mag es altmodisch anmuten, aber tatsächlich kann es manchmal noch passieren, dass sich wichtige Meldungen nicht über Twitter & Co, sondern auf ganz klassische Art und Weise verbreiten. So geschehen am vergangenen Freitag, als der Gouverneur der Bank of England (BoE), Mark Carney, sich in einem Radio-Interview zum Thema Brexit äußerte und vor einem ungeregelten Ausstieg seines Landes aus der Europäischen Union warnte. Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexits sei "unangenehm hoch", ließ der Notenbankchef im Radiosender BBC Radio 4 wissen. Sorgen um den Brexit belasten derzeit auch den britischen Dienstleistungssektor, dessen Einkaufsmanagerindex (PMI) am Freitag auf 53,5 Punkte schmolz und damit deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Wie das veröffentlichende IHS Markit Institut mitteilte, bezeichneten die Teilnehmer Brexit-Sorgen als Schlüsselfaktor für das zurückhaltende Investitionsverhalten. Unterdessen sucht Premierministerin Theresa May ihr Brexit-Heil weiterhin in bilateralen Gesprächen – diesmal mit dem französischen Präsidenten Macron. Bei Europaabgeordneten stößt diese Vorgehensweise jedoch überwiegend auf Kritik. Pfund-Händler schlugen am Freitag nicht weiter auf die Meldungen an. Gegenüber dem Euro bleibt Sterling weiter in der Defensive, allerdings erfolgen alle Bewegungen in einem überschaubaren Rahmen innerhalb der großen Seitwärtsbewegung zwischen 0,8790 und 0,8990.

EUR

EUR CHF (1,1505)

Ein leichter Anstieg der Risikoaversion war vergangene Woche sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China trug sich am vergangenen Freitag seinen Teil dazu bei, dass der Franken als Währung gesucht war. Andererseits dürfte klar sein, dass bei einer Eskalation insbesondere Luxusgüterkonzerne – von denen zahlreiche in der Schweiz ansässig sind – negative Auswirkungen spüren dürften. Soweit scheinen Safe-Haven-Käufer derzeit jedoch nicht denken zu wollen. Der Euro steuert geradewegs auf das untere Ende seiner Seitwärtsbewegung, die zwischen 1,1480 (marginal adjustiert) und 1,1655 verläuft, zu. Darunter liegt ungeschützt das Mai-Jahrestief bei 1,1370.

PLN

EUR PLN (4,2590)

Der Euro rutschte am Freitag auf das niedrigste Niveau seit Mitte Mai und verschlechterte damit nochmals seine lädierte Position. Der Abwärtstrend dürfte sich nun in Richtung 4,2230 fortsetzen. Der negative Trend kann nur durch ein Überwinden der 4,3000er Hürde durchbrochen werden.


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