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Aug 02, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed ist bullish, aber nicht sehr hawkish

USD

EUR USD (1,1650)

Derzeit werden von den USA chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden USD mit einer Steuer von 25 Prozent belegt, weitere Importe in Höhe von 16 Milliarden USD sollen schon bald folgen. Für den Fall, dass China sich mit dem Gedanken tragen sollte, Vergeltung zu üben, hatte US-Präsident Donald Trump bereits vor Wochen angekündigt, weitere Waren im Wert von 200 Milliarden USD mit einer Strafsteuer von 10 Prozent belegen zu wollen. Nun zieht die Trump-Administration offenbar in Betracht, diesen Steuersatz sogar deutlich auf 25 Prozent erhöhen zu wollen. Auch wenn diese Steuer frühestens Anfang September in Kraft treten könnte und bis dahin einer öffentlichen Überprüfung unterzogen wird, bedeutet dies eine Verschärfung des Handelskonflikts mit China. Ein Grund mehr, warum sich Händler gestern nicht sonderlich risikofreudig zeigten.
Zum anderen wartete die private Arbeitsmarktagentur ADP mit überraschend guten Zahlen zu den neu geschaffenen Stellen im Juli auf, was die Dollar-Nachfrage gestern ebenfalls unterstützt haben dürfte. Ganz zu schweigen von der ersten Schätzung für das US-Wachstum im dritten Quartal, das vom viel beachteten Prognosemodell der Fed von Atlanta mit überraschend starken 4,7 Prozent (seit gestern Abend sogar mit 5,0 Prozent) berechnet wurde. Also gibt es wohl doch nicht, wie vielerorts zuletzt befürchtet, einen Wachstumseinbruch im dritten Quartal?
„Nein“, schien die US-Notenbank gestern indirekt sagen zu wollen, die im Übrigen die Zielzone für die Fed Funds zwischen 1,75 und 2,00 Prozent erwartungsgemäß nicht veränderte. Denn dass sie nun von einer „starken“ (statt wie bislang nur „robusten“) Konjunktur ausgeht, zeigt das Statement des Offenmarktausschusses (FOMC) nach der gestern zu Ende gegangenen Sitzung der Fed. Auch befinde sich die Kerninflation auf Jahresbasis nahe dem angestrebten Ziel von 2 Prozent, während die langfristigen Inflationserwartungen per Saldo wenig verändert seien, hieß es in der Stellungnahme. Und weil sich das alles nicht sehr „hawkish“ liest, verlor der Euro nur wenig an Boden und bleibt seiner seit Wochen vorherrschenden Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1850/55 treu.

USD

USD CHF (0,9925)

Die Wirtschaftsdaten des Greenback waren gestern relativ durchwachsen, wenn man einmal vom überraschend hohen Stellenzuwachs außerhalb des Agrarbereichs nach Angaben der privaten Arbeitsmarkt Agentur ADP absieht. Ansonsten enttäuschten sowohl der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie sowie die Ausgaben im Baugewerbe, die nicht den Erwartungen der Ökonomen entsprachen. Das Resultat: Ein kaum festerer Dollar, der allerdings derzeit nicht aus seiner Konsolidierungszone zwischen 0,9855 und 0,9995 herauszukommen scheint.

GBP

EUR GBP (0,8885)

Die Ladenpreise sind in Großbritannien gemäß des British Retail Consortiums (BRC) im Juli gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent gefallen. Das ist zwar ein kleineres Minus als im Vormonat. Aber zumindest zeugt dieses Datum nicht gerade von hoher Inflationsgefahr. Ganz anders zeigt sich die Preisentwicklung bei den Immobilien, die sich nach Angaben der größten britischen Bausparkasse Nationwide im Juli gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 2,5 Prozent stärker als von den Ökonomen erwartet verteuert haben. Unterdessen blieb das wohl wichtigste Wirtschaftsdatum vor der Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (MPC), der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes (Markit), etwas hinter den Erwartungen zurück. Unterdessen meldete sich das NIESR (National Institute of Economic and Social Research), vor allem bekannt durch seine Wachstumsprognosen für Großbritannien, zu Wort. Das Institut sprach sich dafür aus, eine Zinserhöhung nicht aufzuschieben, da man an der unsicheren Lage wegen des Brexit ohnehin nicht viel ändern könne. Dennoch sollte die Bank of England gegenüber der Bevölkerung auch deutlich machen, dass sie eine 180°-Wende in Betracht ziehe, sollte es zu einer Verschlechterung bei den Brexit-Gesprächen oder zu einer Verschärfung des Handelskonflikts mit den USA kommen. Dessen ungeachtet lag gestern die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten am heutigen Tage bei knapp 90 Prozent. Gegenüber dem Euro zog Sterling wieder an, beendete dessen Aufwärtstrend und führte die Gemeinschaftswährung damit in eine neue Seitwärtsbewegung zwischen 0,8790 und 0,8990. 

CHF

EUR CHF (1,1590)

Der gestrige Schweizer Nationalfeiertag hat dafür gesorgt, dass sich der Handel des Franken gegenüber dem Euro innerhalb sehr enger Bahnen abspielte. Damit bleibt die ganz leicht aufwärts gerichtete Seitwärtsbewegung oberhalb von 1,1540 erhalten. Solange dieses Niveau nicht unterlaufen wird, besteht weiterhin die Chance auf eine stärkere Gemeinschaftswährung mit Potenzial bis 1,1655.

PLN

EUR PLN (4,2620)

Zwar gab es keine ökonomischen Neuigkeiten aus Polen, aber der Euro hat gestern seinen Abwärtstrend fortgesetzt und sein erstes Ziel bei 4,2590 komfortabel erreicht. Darunter dürfte sich der Trend in Richtung 4,2270 (nach unten angepasst) fortsetzen. Dieses Szenario bleibt jedenfalls erhalten, solange an der Oberseite nunmehr 4,3100 nicht überschritten wird. 


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