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Wöchentliche Marktberichte

Aug 01, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

In Konsolidierungen gefangen

USD

EUR USD (1,1680)

Neue Preisdaten aus der Eurozone und den USA waren gestern das beherrschende Thema im Handel. Und tatsächlich kann die EZB der Inflationsentwicklung, die für den Monat Juli in einer ersten Schätzung etwas besser als erwartet ausgefallen war, vermutlich recht gelassen entgegensehen. Denn der Konsumentenpreisindex lag mit 2,1 und in der Kernrate mit 1,1 Prozent leicht über den Werten des Vormonats. Einziger Wermutstropfen: Das Wachstum in der Eurozone hat sich dagegen im zweiten Quartal nicht wie erhofft auf 0,4, sondern nur auf 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal befestigt. Dies ergab zumindest eine erste Schätzung. Trotz dieser gemischt ausgefallenen Daten hatte sich der Euro gestern in der ersten Hälfte der Handelssitzung weiter nach oben schieben können. Dem Vernehmen nach erhofften Händler, dass die EZB womöglich ihre Geldpolitik schneller als angenommen straffen könnte. Dagegen spricht jedoch, dass sich die EZB bis zuletzt hinsichtlich niedriger Zinsen über den Sommer hinweg festgelegt hat. Aber dieses Commitment ist offenbar vergessen worden.
Zudem blieb das einige Zeit später veröffentliche und von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsmaß, der Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE), mit +1,9 Prozent in der Kernrate (gegenüber dem Vorjahr) etwas hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück.
Schließlich musste der Euro jedoch zum Sitzungsende seine ganzen Tagesgewinne wieder hergeben, denn es gab gute Daten aus den USA. Einerseits die Zahlen des Conference Board zum Verbrauchervertrauen, die allerdings nur vordergründig besser als erwartet ausfielen. Denn die Erwartungskomponente war gegenüber dem Vormonat zurückgefallen. Andererseits beeindruckte der Chicagoer Einkaufsmanagerindex, der mit 65,5 selbst die optimistischsten Prognosen der Analysten übertraf. Und zwar in jeder Hinsicht. Sei es die gestiegene Produktionsgeschwindigkeit, die Beschäftigung, neue Aufträge oder die bezahlten Preise (Zehnjahreshoch!), begleitet von niedrigen Lagerbeständen der Unternehmen. Am Ende des Tages muss man feststellen, dass ein erneuter Impuls der Gemeinschaftswährung nach oben letztlich wieder abgeschmettert wurde. Und so bewegt sich der Euro weiterhin innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1850/55.

USD

USD CHF (0,9925)

Dass von der heute endenden Sitzung der US-Notenbank keine neuen Impulse ausgehen dürften, spiegelt sich möglicherweise auch in der Performance des Greenback wider. Dieser hat sich nur ein wenig gegenüber dem Franken befestigen können; trotz recht guter ökonomischer Daten (vgl. oben). Allerdings dürften diese kaum Einfluss auf die heutige Entscheidung des Offenmarktausschusses der Fed ausüben. Und so bleibt der Dollar gegenüber dem Franken in seiner Konsolidierungszone zwischen 0,9855 und 0,9995 gefangen.

GBP

EUR GBP (0,8920)

Ein Zinsschritt der Bank of England ist mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent eingepreist. Aber die Marktteilnehmer scheinen schon etwas weiter zu denken. Betrachtet man nämlich die vergangenen drei Handelstage, gewinnt man bei der Kursentwicklung des Euro gegenüber Sterling nicht den Eindruck, dass morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Leitzinserhöhung der Bank of England um 25 Basispunkte ins Haus steht. Zwar wird bisweilen darüber spekuliert, ob die BoE einem solchen Zinsschritt einen weiteren folgen lassen könnte, aber viele Akteure gehen davon aus, dass es sich mit der Zinserhöhung am morgigen Donnerstag um die einzige in diesem Jahr handeln wird. Gut möglich, dass die Händler diesen Schritt längst verarbeitet haben und sich angesichts der Brexit-Sorgen eher auf ein schwächeres Pfund einstellen. Oder man will sich strategisch für den Fall positionieren, dass die Leitzinsen wider Erwarten durch ein knappes Ergebnis im Geldpolitischen Komitee der Bank of England doch nicht erhöht werden sollten. Vielleicht aber auch, weil sich die Händler nach einer Zinserhöhung der Zentralbank wohl sagen würden: „buy the rumour, sell the fact“. Der Euro jedenfalls hat sich in seinem Aufwärtstrend, dessen Begrenzungen zwischen 0,8885 und 0,9000 verlaufen, weiter nach oben geschoben.

CHF

EUR CHF (1,1590)

Die seit zwei Wochen andauernde Serie kleiner Kursausschläge hat sich auch gestern fortgesetzt. Ohne neue ökonomische Daten und angesichts des heutigen Schweizer Nationalfeiertags ergab sich für den Euro eine Handelsspanne von nicht einmal 40 Stellen. Dass dabei die Unterstützung bei 1,1570 unterlaufen wurde, hatte erwartungsgemäß keine größeren Auswirkungen. Ohnehin liegt unser Fokus auf dem 1,1540er Nachfragepunkt. Solange dieser weiterem Abgabedruck standhält, hat der Euro noch halbwegs gute Chancen, mindestens 1,1655 im Rahmen seiner ganz leicht aufwärts gerichteten Seitwärtsbewegung zu erklimmen. 

PLN

EUR PLN (4,2720)

Die polnischen Konsumentenpreise sind im Juli mit einem Zuwachs von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht hinter den mittleren Erwartungen der Ökonomen zurückgeblieben. Deswegen dürfte diese Nachricht sich kaum auf die Entwicklung des Zloty ausgewirkt haben. Tatsächlich bleibt der Euro unter Druck und sollte seinen Abwärtstrend in Richtung 4,2590, darunter auch 4,2350, fortsetzen können. Das Ganze unter der Voraussetzung, dass nun an der Oberseite 4,3160 nicht überschritten wird. 


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