Wöchentliche Marktberichte

Jul 31, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR USD (1,1710)

Eigentlich ist der Rest dieser Handelswoche mit sogenannten Ereignisrisiken gespickt. Angefangen von der Sitzung der US-Notenbank, die morgen enden wird, über die Sitzung der Bank of England am Donnerstag bis hin zum US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag. Und dazwischen gibt es auch noch jede Menge weiterer wichtiger ökonomischer Daten, wie zum Beispiel der heute anstehende US-Index der persönlichen Verbrauchsausgaben (PCE), der in der Kernrate für Juli mit einem Plus von 2,0 Prozent erwartet wird – es handelt sich um das von der Fed vorzugsweise benutzte Inflationsmaß.
Allerdings ist vom am morgigen Mittwoch tagenden Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) nicht viel Überraschendes zu erwarten, da im Anschluss an die Notenbanksitzung keine Pressekonferenz stattfindet und somit auch nicht mit Zinsbeschlüssen zu rechnen ist.
Obwohl die Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt am vergangenen Freitag erfreulich ausgefallen waren, ist indes nicht mit einer Überhitzung der Konjunktur zu rechnen. Denn die Akteure sind sich mehrheitlich darüber im Klaren, dass sich das US-Wachstum im kommenden Quartal deutlich niedriger darstellen wird. Und diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen wider, die bereits am Freitag im Anschluss an die Wachstumszahlen nicht steigen wollten und auch gestern unter der 3 Prozent-Marke blieben. Das Wall Street Journal stellte ganz richtig fest, dass diese Stagnation nun bereits seit Mitte Mai vorherrscht. Seinerzeit lag diese Rendite in der Spitze bei 3,1 Prozent. Dennoch war die Wahrscheinlichkeit für zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr gestern vorübergehend auf über 70 Prozent (vor einer Woche noch rund 65 Prozent) gestiegen – dies implizierte das CME FedWatch Tool.
Gestern gab es an interessanten Daten etwa die Zahlen zur deutschen Inflation. Der vorläufige Konsumentenpreisindex wurde für den Monat Juli mit +2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr publiziert. Dieser Wert lag zwar unter der mittleren Vorhersage der Ökonomen, doch am Ende befestigte sich der Euro auffällig in Richtung der oberen Hälfte seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855.

USD

Im Fokus: Notenbanken und US-Arbeitsmarkt

USD

USD CHF (0,9875)

Der Dollar zeigte sich gestern nicht nur gegenüber dem Franken in schwacher Verfassung und rutschte innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 0,9855 und 0,9995 relativ deutlich ab.

GBP

EUR GBP (0,8920)

Einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte am kommenden Donnerstag scheint nicht mehr viel im Weg zu stehen – die implizite Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Zinsschritt lag gestern übrigens bei 90 Prozent. Dies vermitteln auch die jüngsten Wirtschaftsdaten für Großbritannien. So fiel die Kreditaufnahme von Privathaushalten und Unternehmen im Juni stärker aus als erwartet, und es mehren sich die Indizien (zuletzt etwa die Hypothekenzusagen) dafür, dass sich der Immobilienmarkt leicht belebt. Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu früheren Umfragen, die für den Immobilienmarkt und die Kreditvergaben wichtiger britischer Geschäftsbanken eher pessimistisch aussahen. Darüber hinaus stieg das Verbrauchervertrauen (EU-Kommission) auf das höchste Niveau seit September 2016, drei Monate nach dem Brexit-Referendum.
Außerdem gab es eine interessante Umfrage von Sky News, aus der hervorging, dass sich derzeit 50 Prozent der Briten für ein neues Brexit-Referendum aussprechen. Dabei würden sich 48 Prozent der Befragten wünschen, dass das Vereinigte Königreich in der EU bliebe, während 28 Prozent für einen harten Brexit, einem sogenannten „No Deal“-Brexit, votieren. Am wenigsten Zustimmung bekam der Brexit-Entwurf von Premierministerin Theresa May. Nur 13 Prozent der Befragten können sich einen Brexit à la Chequers (benannt nach dem Landsitz der Regierung, auf dem Mays Gesetzesvorschlag beschlossen wurde) vorstellen. 78 Prozent der Umfrageteilnehmer sind übrigens der Meinung, dass Theresa May den Brexit schlecht verhandeln würde. Dennoch glauben wir nicht, dass Sterling deswegen gestern gegenüber dem Euro nachgegeben hat. Letzterer hat sich nämlich auch gegenüber anderen Valuten ganz gut durchgesetzt und besitzt wieder etwas mehr Dynamik in seinem Aufwärtstrend zwischen nunmehr 0,8880 und dem Potenzialpunkt von 0,9000.

EUR

EUR CHF (1,1570)

Am etwas hinter den Erwartungen zurückgebliebenen KOF-Konjunkturbarometer dürfte es nicht gelegen haben, dass sich der Franken gestern leicht befestigt hat. Tatsächlich nagt der Euro wieder an seiner Unterstützung bei 1,1570. Solange darunter 1,1540 weiterem Abgabedruck standhält, hat die Gemeinschaftswährung immer noch gute Chancen, 1,1655 im Rahmen ihrer insgesamt ganz leicht nach oben gerichteten Seitwärtsbewegung zu erreichen. Unter 1,1540 würden sich allerdings die Perspektive für den Euro deutlicher verschlechtern.

PLN

EUR PLN (4,2670)

Polen wird als erster der von uns beobachteten drei mitteleuropäischen Staaten heute seine Inflationszahlen für Juli bekannt geben. Gut möglich, dass die Erwartungen eines angestiegenen Konsumentenpreisindex (mittlere Erwartung +2,1 Prozent gegenüber Vorjahr, Juni war bei 1,9 Prozent) zu steigender Zloty-Nachfrage geführt haben. Aber ungeachtet dessen befindet sich der Euro ohnehin im Abwärtstrend in Richtung 4,2590 bzw. 4,2350. Die Oberseite des Abwärtstrends und das Limit für dieses Szenario liegen nun bei 4,3200. 


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