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Wöchentliche Marktberichte

Jul 26, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Waffenstillstand 

USD

EUR USD (1,1730)

Obwohl sich viele Marktteilnehmer nicht viel von Jean-Claude Junckers Reise nach Washington versprachen, warteten die Händler gestern fast den ganzen Tag wie gebannt auf ein Ergebnis seines Treffens mit US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte bereits im Vorfeld via Twitter erklärt, was er von dieser Begegnung erwarte: Wegfall aller Zölle, Handelsbeschränkungen und Subventionen. Doch bevor Ergebnisse dieser Zusammenkunft bekannt wurden, ließ Donald Trump einem Artikel der Washington Post zufolge ebenso durchblicken, dass er gar nicht daran denke, auf Importzölle bei den Kraftfahrzeugen zu verzichten. Tatsächlich gingen führende Wirtschaftsberater des Präsidenten davon aus, dass er – trotz Warnungen – einen Zoll von 25 Prozent auf alle von den USA importierten Kraftfahrzeuge im Volumen von nahezu 200 Mrd. USD erheben werde. Ob dies eine Taktik war, um den EU-Kommissionspräsidenten unter Druck zu setzen? Immerhin: Im vergangenen Jahr importierten die USA Kraftfahrzeuge im Wert von 192 Mrd. USD und belegten Importe aus der EU mit einem ziemlich niedrigen Steuersatz von bislang 2,5 Prozent, während die EU im Gegenzug derzeit einen Zoll von 10 Prozent aufruft. Auch wenn es Vorbehalte bei republikanischen Abgeordneten wegen dieser Vorgehensweise gibt – Donald Trumps harte Haltung gefällt zumindest den Wählern aus diesem Lager, was sich an einer Zustimmungsquote von 70 Prozent (vergleiche CBS) ablesen lässt.
Tatsächlich gab es gestern am späten Abend in Washington ein Ergebnis, das hoffen lässt. Demnach soll es einen „Waffenstillstand“ im Handelskrieg geben: Während der Verhandlungen sollen keine neuen Zölle eingeführt werden. Dabei hat Donald Trump der EU einige Zugeständnisse abringen können. So stellt die EU u. a. eine Senkung von Industriezöllen in Aussicht und versprach außerdem, von den USA mehr Sojabohnen zu importieren. Sojabohnen, die etwa von China zuletzt mit Strafzöllen belegt worden waren und so von der USA nun in Europa an den Mann gebracht werden können. Auf der anderen Seite sind die von Donald Trump zuletzt angedrohten neuen Zölle auf Fahrzeug-Importe aus der EU zunächst vom Tisch.
Schließlich konnte der Euro etwas an Boden gewinnen, blieb aber in seiner Konsolidierungszone, die mittlerweile seit fast zwei Monaten besteht, zwischen 1,1505 und 1,1855 gefangen.

USD

USD CHF (0,9910)

Auch gestern verlief der Dollar-Handel in relativ ruhigen Bahnen in einer Bandbreite von nicht einmal 50 Stellen. Somit bleibt an der Unterseite die beste Unterstützung im Rahmen einer Seitwärtsbewegung bei 0,9855. Die Oberseite ist dagegen bis 0,9985 relativ frei von Abgabedruck, aber der Greenback sieht derzeit nicht danach aus, als ob er eine größere Exkursion in diese Richtung vornehmen möchte.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Eigentlich berichteten wir bereits am Dienstag über Theresa Mays jüngsten Coup. Aber die Kommentatoren schienen sich erst gestern richtig damit zu beschäftigen, dass Theresa May nun höchstpersönlich die Brexit-Verhandlungen in die Hand nehmen wird. Und im Rahmen dieser Neuordnung der Kompetenzen werden 50 mit dem Brexit befasste Angestellte in das Cabinet Office, einer zentralen Behörde der britischen Regierung, übergeleitet, um die Premierministerin und ihren Chefberater in Europäischen Angelegenheiten, Olly Robbins, zu unterstützen. Gleichzeitig wird die Macht des bisherigen Brexit-Ministeriums deutlich beschnitten – es soll sich künftig darauf konzentrieren, sich mit den Folgen des Brexit, vornehmlich mit möglichen Konsequenzen aus einem „No Deal“-Szenario für das Inland, zu beschäftigen. Brexit-Minister Dominic Raab wird durch diese Neuordnung Theresa Mays Stellvertreter. Diese Veränderungen haben Sterling stabil gehalten. Aber auch die Tatsache, dass die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Bank of England in der kommenden Woche auf zuletzt 86 Prozent gestiegen ist, hat für Pfund-Nachfrage gesorgt. Und so ist der Euro innerhalb seines Aufwärtstrends noch einmal ein wenig unter Druck geraten, hielt sich aber dennoch in Distanz zu seiner Trenduntergrenze bei 0,8855/60.

EUR

EUR CHF (1,1630)

Der Wechselkurs blieb auch gestern fast unbewegt und produzierte eine Handelsspanne von 40 Stellen. Daran änderte auch der gestern publizierte ZEW-Index für die Schweiz nichts, der hinter dem Vormonatswert zurückblieb. Damit bleiben auch die Rahmendaten für den Euro unverändert, der theoretisch immer noch das Potenzial hätte, 1,1730 zu erreichen. Allerdings würde bereits nach Unterlaufen von 1,1570 so gut wie alle Aufwärtsdynamik wegfallen – unter 1,1530 wäre der Aufwärtstrend endgültig gebrochen. 

PLN

EUR PLN (4,2950)

Ohne ökonomische Daten hat der Zloty den Euro nicht in Verlegenheit gebracht. Allerdings wurde die Unterseite der von uns avisierten Konsolidierungszone zwischen 4,2920 und 4,3570 gestern exakt getestet. Sollte die Unterseite des Feldes allerdings versagen, würde nach wie vor ein neuer Abwärtstrend in Richtung 4,2590 ausgelöst.


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