Wöchentliche Marktberichte

Jul 25, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Inoffiziell offiziell 

USD

EUR USD (1,1690)

Es ist sicherlich kein Geheimnis, dass das US-Wachstum für das zweite Quartal 2018 aller Wahrscheinlichkeit nach positiv ausfallen wird. Vielleicht sogar so gut wie lange nicht mehr. Dies vermittelt etwa das viel beachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta (GDPNow), das zuletzt für die USA ein saisonbereinigtes reales BIP von 4,5 Prozent vorhersagte. Am kommenden Freitag werden wir auf jeden Fall mehr wissen, wenn es erste offizielle Zahlen gibt. Aber vor diesen offiziellen ersten Schätzungen gibt es offenbar bereits inoffizielle offizielle Vorhersagen. Zumindest haben Medienberichten zufolge ökonomische Berater des Weißen Hauses gestern die Nachricht verbreitet, das Wachstum in den USA könne im zweiten Quartal 4 Prozent überschreiten. Fast bekommt man den Eindruck, Vertreter der Trump-Administration wollten mit diesen Zahlen schnellstmöglich den Beweis für eine erfolgreiche Steuer- und Deregulierungspolitik ihres Präsidenten erbringen. Tatsächlich scheinen Trump und sein ökonomischer Beraterstab davon überzeugt, dass die Bruttosozialprodukt-Zahlen stark ausfallen werden. So stark, dass die Berater des Präsidenten hinter vorgehaltener Hand – so FOX Business Network (FOXBusiness.com) – ihren Mitarbeitern bereits erzählt haben sollen, dass das Wachstum zwischen 4,3 und 4,4 Prozent betragen könnte. Und dem Vernehmen nach ist Präsident Donald Trump sogar noch optimistischer. So soll ein Mitarbeiter des Präsidenten erfahren haben, dass Trump sogar von einem Wachstum von 4,8 Prozent im zweiten Quartal ausgeht. Auch wenn Trump derzeit auf gute Nachrichten angewiesen ist, fühlten sich Händler gestern an den Mai dieses Jahres erinnert. Denn kurz bevor damals die Zahlen zum Arbeitsmarkt zur Veröffentlichung anstanden, hatte sich zum Missfallen vieler Akteure Donald Trump bereits via Twitter zu diesem Bericht positiv geäußert.
All diese Meldungen haben jedoch den Kurs des Euro gestern nicht beeinflusst. Und auch die gestern publizierten harten vorläufigen Zahlen zu den Einkaufsmanager-Indices der Eurozone konnten den Euro nur vorübergehend etwas unter Druck setzen. Denn die Zahlen für Juli blieben insgesamt etwas hinter den Erwartungen zurück, konnten aber zumindest für das verarbeitende Gewerbe positiv überraschen, während der Dienstleistungssektor enttäuschte. Am Ende des Tages blieb der Euro auch gestern in der Mitte seiner breiten, seit Wochen bestehenden Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855.

USD

USD CHF (0,9940)

Die gestern publizierten Zahlen zu den US-Einkaufmanager-Indices (Markit) können es jedenfalls nicht sein, woraus der US-Dollar Unterstützung bezog. Denn jene fielen nicht gerade positiv auf und präsentierten sich ganz ähnlich wie ihre Pendants der Eurozone: Während der Einkaufsmanagerindex der Industrie positiv überraschte, enttäuschte derjenige der Dienstleister. Und weil die Handelsspanne gegenüber dem Franken ohnehin nur knapp 40 Stellen betrug, bleibt das Gesamtbild des Dollar unverändert: 0,9855 stellt eine gute Unterstützung im Falle eines Abschwungs dar, während wir an der Oberseite erstes nennenswertes Angebot bei 0,9985 erwarten.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Im britischen Unterhaus hat bereits Sommerpause begonnen, aber Theresa May zeigte sich in Sachen Brexit gestern ausgesprochen aktiv. Obwohl das britische Gesetz zur Regelung des Austritts aus der EU – European Union (Withdrawal) Act – erst im vergangenen Monat verabschiedet wurde, möchte die Premierministerin vor dessen Inkrafttreten bereits eine Änderung vornehmen. Der gestern von May publizierte neue Gesetzesvorschlag sieht vor, dass das Vereinigte Königreich nach seinem formalen Austritt aus der EU am 31. März 2019 eine Übergangsphase anstrebt, während der die EU-Gesetze weiterhin bis Ende 2020 Bestand haben sollen. Damit würde, wahrscheinlich zum Ärger der Brexiteers, der Abschied von der EU-Jurisdiktion deutlich verzögert. Immerhin wurde es von Pfund-Händlern positiv aufgenommen, dass Theresa May nun höchstpersönlich die Brexit-Verhandlungen mit der EU führen möchte, während das Brexit-Ministerium sich auf ein mögliches „No Deal“-Szenario konzentrieren soll. Der Euro gab zwar gegenüber Sterling abermals nur graduell nach, verliert aber innerhalb seines kurzfristigen Aufwärtstrends, dessen Potenzial bis 0,8970 (modifiziert) reicht, zunehmend an Boden. Immerhin bleibt der Trend erhalten, solange 0,8860 an der Unterseite unverletzt bleibt.

EUR

EUR CHF (1,1605)

Auch gestern gelang es dem Euro am fünften Tag in Folge nicht, das Niveau um 1,1600 zu knacken. Mangels neuer Fundamentaldaten blieb die Gemeinschaftswährung allerdings auch ohne zündenden Impuls, um ihrem moderaten Aufwärtstrend etwas mehr Dynamik zu verleihen. Dieser hat pro forma immerhin das Potenzial, 1,1730 zu erreichen. Allerdings würde ein Unterlaufen von 1,1570 dem ohnehin schwachen Trend, dessen Untergrenze allerdings noch etwas weiter entfernt bei 1,1530 liegt, zusätzlich Dynamik wegnehmen.

PLN

EUR PLN (4,2950)

Es ist nicht gesichert, ob die etwas besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarkdaten Polens dem Zloty auf die Beine geholfen haben. Gleichzeitig steht der Euro kurz vor der anfälligen Untergrenze seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2920 und 4,3570. Sollte diese Unterstützung versagen, würde ein neuer Abwärtstrend in Richtung 4,2590 ausgelöst.

CZK

EUR CZK (25,66)

Ein Statement des Chef-Ökonomen der Tschechischen Nationalbank, Tomáš Holub, wonach die Zentralbank einen deutlich höheren Zinspfad bei ihrer Sitzung am 2. August kommunizieren wird, haben zu einer Befestigung der Krone geführt. Gleichzeitig ist der Euro aus seiner Seitwärtsbewegung in einen kurzfristigen Abwärtstrend gedrückt worden, dessen Begrenzungen zunächst zwischen 25,88 und 25,60 verlaufen.


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