Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Jul 24, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Droht jetzt auch ein Währungskrieg?

USD

EUR USD (1,1685)

Vielerorts wurde gestern wohl mehr diskutiert als gehandelt, denn der Euro bewegte sich in relativ überschaubaren Bahnen. Vermutlich lag das daran, dass viele Händler nach den Ansagen von US-Präsident Donald Trump verunsichert waren. So hatte er am vergangenen Freitag in einem bislang einmaligen Vorgang der US-Zentralbank vorgeworfen, dass die Zinsen zu hoch seien. Und China und die Eurozone verdächtigte er sogar, ihre Währungen illegal zu manipulieren. Interessant bleibt dabei, dass der Devisenhandel zunächst auf diese Statements recht gehorsam reagierte – der Dollar wurde abgewatscht. Als ob der US-Präsident höchst persönlich den verbalen auch tatsächliche Dollar-Interventionen folgen lassen würde. Nach Ansicht vieler Beobachter droht nun neben dem Handelskrieg auch so etwas wie ein Währungskrieg. Wobei man sich sogar die Frage stellen kann, warum Donald Trump nicht schon früher versucht hat, auf die Fed Einfluss zu nehmen. Vielleicht war dies aber auch einfach nur dem Verfügbarkeitsirrtum geschuldet, der besagt, dass zeitnahe und drastische Ereignisse stärker als andere wahrgenommen werden. Und so mag Donald Trump möglicherweise mit Blick auf die chinesische Währung tatsächlich den Eindruck gehabt haben, China lasse den Yuan absichtlich abwerten, als Vergeltung zu den von ihm angedrohten Importzöllen.
Was allerdings Trumps Kritik an der Fed angeht, dass die Zinsen zu hoch seien, so ist es nicht ausgeschlossen, dass dieser in aller Öffentlichkeit durchgeführte Versuch der Einflussnahme auch nach hinten losgehen kann. Der nun steht Fed-Präsident Jerome Powell erst recht unter öffentlicher Beobachtung und muss die Unabhängigkeit der Fed mehr als zuvor beweisen. Solange die Leitzinsen in den USA peu à peu erhöht werden, ist das sicherlich kein Problem. Wenn jedoch ökonomische Umstände es notwendig erscheinen lassen, das Tempo der Zinsschritte zurückzunehmen oder gar vollends auf die Zinsbremse zu treten, schwingt immer die Frage mit, ob bei einer derartigen Entscheidung nicht Donald Trump zumindest indirekt mitgewirkt haben könnte. So gesehen müsste der Greenback eigentlich nachgefragt sein. Tatsächlich hat sich der Euro gestern etwas abgeschwächt, bewegt sich aber insgesamt unauffällig innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1855.

USD

USD CHF (0,9930)

Die Wetten auf einen steigenden Dollar sind auf den höchsten Wert seit März 2017 gestiegen. Dies vermittelt zumindest die jüngste wöchentliche CFTC-Statistik, die am Freitag für die Chicagoer Futures-Börse zum fünften Mal hintereinander spekulative Dollar-Long-Positionen gegenüber verschiedenen Valuten per 17. Juli auswies. Auch wenn diese Daten wie immer bereits eine Woche alt und auch nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt sind, vermitteln sie zumindest ein Stimmungsbild. Gegenüber dem Franken zeigte sich der Dollar allerdings etwas anfällig, blieb aber zumindest an seiner Unterstützung bei 0,9895 hängen, die derzeit einen weiteren Abschwung auf 0,9855 abfedert. Erstes Angebot erwarten wir nach wie vor an der Oberseite bei 0,9985. 

GBP

EUR GBP (0,8920)

Eigentlich ist es erstaunlich, wie wenig sich Pfund Sterling gestern angesichts der derzeitigen Diskussionen um den Brexit bewegte. Alleine schon, wenn man sich die derzeitigen Kommentare um den Brexit und die für viele Beobachter noch nicht wirklich begreifbare Möglichkeit einer Scheidung zwischen Großbritannien und der EU ohne einen sogenannten "Deal" zu Gemüte führt. Ein für viele Beobachter (noch) undenkbares Szenario, das besser nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten werden sollte, heißt es. Da stehen nun 39 Milliarden Mrd. GBP für die Scheidungs-Schlussrechnung im Raum, die Brexit-Minister Dominic Raab nur begleichen möchte, wenn es im Gegenzug ein Handelsabkommen mit der EU gibt. Ein Abkommen, an das etwa Brexit-Hardliner Jacob Rees-Mogg offenbar nicht mehr so recht zu glauben scheint. Aber dieses beim Kabinettstreffen in Chequers entwickelte "White Paper" stößt auch bei EU-Unterhändler Michel Barnier in weiten Teilen auf Ablehnung. Mehr aber noch sollte eine Umfrage von Yougov mit der Sunday Times vom Sonntag zu denken geben, wonach sich 38 Prozent der Befragten für einen Brexit ohne "Deal" ausgesprochen haben. Ein Anteil an der Bevölkerung, der etwa genauso groß ist wie damals, vor dem Referendum 2016, die Gruppe derjenigen Briten, die einen Brexit für undenkbar hielten. Am Ende blieb der Euro gegenüber Sterling nahezu bewegungslos. Nach wie vor hat er das Potenzial, bis 0,8990 vorzudringen. Weiterhin unter der Voraussetzung, dass 0,8855 nicht verletzt wird.

CHF

EUR CHF (1,1605)

Ohne Fundamentaldaten und wichtige politische Ereignisse zeigte der Euro auch gegenüber dem Franken gestern wenig Aktivität. Dabei fällt auf, dass das Niveau um 1,1600 gestern den vierten Tag hintereinander nicht unterlaufen wurde. Allerdings blieben auch die Versuche des Euro, an der Oberseite durchzukommen, ausgesprochen überschaubar. Deswegen kann man bestenfalls von einem ganz moderaten Aufwärtstrend sprechen, der sich derzeit zwischen 1,1530 und 1,1730 entwickelt. Allerdings würde bereits ein Unterschreiten von 1,1570 einen weiteren Dynamikverlust der Gemeinschaftswährung mit sich bringen. 

PLN

EUR PLN (4,3240)

Ohne wichtige neue Fundamentaldaten oder Stellungnahmen verlief der Handel des Zloty gegenüber dem Euro in vergleichsweise engen Bahnen. Ohnehin scheint sich die Gemeinschaftswährung eine Konsolidierungszone zwischen 4,2920 und 4,3570 aufbauen zu wollen. Dabei ist die Unterseite des Feldes derzeit anfälliger – ein Versagen dieser Unterstützung würde nämlich einen neuen Abwärtstrend auslösen. 


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.