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Wöchentliche Marktberichte

Jul 03, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ausgestanden

USD

EUR USD (1,1640)

Nach zähen Verhandlungen haben sich gestern Abend CDU und CSU im Asylstreit endlich auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Zuvor hatten die Auseinandersetzungen zwischen den Schwesterparteien naturgemäß das Geschehen während der gestrigen europäischen Handelssitzung bestimmt. Und so war es auch kein Wunder, dass der Euro angesichts der (inzwischen zurückgenommenen) Rücktrittsdrohung von Innenminister Horst Seehofer nicht dramatisch, aber stetig unter Druck geriet. Dabei handelte es sich zumindest bis zum europäischen Handelsschluss mehr um eine Dollarstärke als um eine strukturelle Euroschwäche. Denn der Dollar-Index gegenüber mehreren Valuten war betraglich stärker gestiegen als der Euro gegenüber einem Korb an Währungen gefallen war. Und schenkt man Händlerangaben Glauben, bereiteten ihnen die Auswirkungen eines Handelskrieges zwischen den USA und den G10-Staaten mehr Sorgen als eine mögliche Auflösung der Regierungskoalition in Deutschland. Was tatsächlich schwer wiegt, ist die Tatsache, dass die USA vom 6. Juli an auf importierte chinesische Waren in einem Volumen von 34 Milliarden USD Strafzölle erheben werden.
Aber es gibt auch noch andere wichtige Ereignisse in dieser Woche zu beachten. Zum einen das Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed vom 12./13. Juni, das wegen des Unabhängigkeitstages erst am Donnerstag veröffentlicht wird, sowie der US Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag.
Darüber hinaus sollte man sich auch die Frage stellen, wie der Markt hinsichtlich EUR/USD derzeit positioniert sein könnte. Die spekulativen Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse sind gemäß CFTC-Bericht vom vergangenen Freitag nämlich zum zehnten Mal hintereinander zurückgegangen und liegen derzeit nur noch bei knapp 34.000 Kontrakten. Wir erinnern uns: Am 20. April betrug dieser Stand an Long-Positionen netto 151.000 Kontrakte – seinerzeit ein Allzeithoch. Auch wenn diese Daten eine Woche alt und keinesfalls repräsentativ für den Gesamtmarkt sind, zeigen sie immerhin eine Tendenz an: Alte, schiefliegende Euro-Long-Positionen sind offensichtlich während der vergangenen Wochen nach und nach abgebaut worden. Während des gleichen Zeitraums erhöhten sich übrigens die spekulativen Nettopositionen im US-Dollar – nun die dritte Woche hintereinander – von zuvor netto etwa 10.000 Short- auf 189.000 USD-Long-Kontrakte. Auch zeigt ein Blick auf unser auf Erkenntnissen der Behavioral Finance basierenden Rechenmodell, dass der mittlere (wahrgenommene) Einstandspreis etwaiger Euro-Positionen im Durchschnitt bei 1,1700 liegen dürfte. Und dies könnte auch ein Grund dafür sein, dass der Euro sich immer noch in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1505/10 und 1,1850 bewegt und keinen Trend entwickeln kann.

USD

USD CHF (0,9940)

Dass gestern der Dollar gegenüber dem Franken im Vorteil war, mag daran gelegen haben, dass der-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes in den USA mit 60,2 Prozent im Juni fast so hoch ausfiel wie im Februar dieses Jahres, als der Index ein 13-Jahres-Hoch verbuchte. Am Gesamtbild hat der leichte Dollar-Aufschwung jedoch nicht viel geändert: Der Greenback kann sich in seinem Aufwärtstrend derzeit nicht dynamisch durchsetzen. Wie gehabt ist der nächste Potenzialpunkt bei 1,0080 noch erreichbar, aber nur, solange 0,9880 an der Unterseite nicht verletzt wird. Sollte dies der Fall sein, würde eine neue Konsolidierungszone zwischen 0,9785 und 0,9990 entstehen.

GBP

EUR GBP (0,8855)

Die ökonomische Datenlage scheint sich in Großbritannien peu à peu zu verbessern. Aber obgleich der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes (CIPS & Markit) auf der positiven Seite die mittlere Schätzung der Ökonomen übertraf, konnte Sterling gestern gegenüber dem Euro keinen Boden wettmachen und handelte in Relation zum Dollar sogar in der Nähe seines niedrigsten Kurses seit sechs Monaten. Offensichtlich wirft das am Freitag stattfindende Treffen des Kabinetts in Sachen Brexit bereits seine Schatten voraus und lässt die Marktteilnehmer vorsichtig agieren. Außerdem ist die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im August binnen Wochenfrist um 5 Prozentpunkte auf nunmehr 60 Prozent (vgl. Reuters) gesunken. Am Ende hat der Euro sogar minimal zulegen können, kann aber in seinem schwachen kurzfristigen Aufwärtstrend mit Potenzial bis 0,8940 immer noch keine richtige Dynamik entfalten. Vielmehr droht der Euro in seine ehemalige Konsolidierungszone zwischen 0,8690 und 0,8840 zurückzufallen. Deswegen darf im Rahmen vorgenannten Trends nach wie vor 0,8765 nicht unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,1570)

Wenig Aufregendes gab es gestern beim Schweizer Franken zu vermelden. Immerhin fiel der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes etwas besser als erwartet, aber gegenüber dem Vormonat dennoch schwächer aus. Indes: Ein Index von 61,6 spricht für eine robuste Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Der Euro produzierte allerdings nur eine Handelsspanne von nicht einmal 50 Stellen und bleibt innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1475 und 1,1655 gefangen.

PLN

EUR PLN (4,3990)

Polens Inflation ist im Juni mit 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr ganz leicht unter den Erwartungen der Ökonomen geblieben. Allerdings wog auch gestern die Regierungskrise in Deutschland sowie die Angst vor weiterer Eskalation im US-Handels Krieg schwerer als ökonomische Daten und lastete nicht nur auf dem Zloty. Per Saldo bleibt der Aufwärtstrend des Euro – das nächste Kursziel bei 4,4000 wurde gestern erreicht – in starker Verfassung und tritt nun in eine leichte Überhitzungsphase ein, innerhalb derer 4,4390 erreicht werden kann. Die untere Begrenzung des Aufwärtstrends liegt heute noch einmal deutlich höher bei 4,3540.


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