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Wöchentliche Marktberichte

Jun 28, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ein Rückzieher, der keiner ist

USD

EUR USD (1,1560)

Es hatte sich bereits gestern früh angedeutet, als US-Präsident Donald Trump zum ersten Mal im Wall Street Journal mit der Erklärung erwähnt wurde, er wolle kein neues Regelwerk aufsetzen, um chinesische Investments in den USA zu kontrollieren. Stattdessen möchte der US-Präsident ein Dekret aus dem Jahr 1988 vom Kongress überarbeiten lassen, wonach ein Regierungskomitee jeweils über geplante ausländische Investments in den USA entscheiden wird. Dieser behördenübergreifende Ausschuss CFIUS (Committee on Foreign Investements in the US) überprüft bereits jetzt schon Unternehmenstransaktionen darauf hin, ob sie sicherheitspolitisch relevant sind. Dies ließen hohe Vertreter der Trump-Administration gestern in einem Gespräch mit Reportern durchblicken. Vor allem die Aktienbörsen reagierten zunächst ausgesprochen positiv auf diese Ankündigung und fassten offensichtlich den jüngsten Schritt Donald Trumps als Rückzieher und Reaktion auf die starken Kursrückgänge an den US-Aktienmärkten auf. Obwohl die Vertreter der US-Administration betonten, dieser nach Monaten intensiver interner Beratungen gefasste Beschluss sei keineswegs als Änderung der Position gegenüber China zu verstehen.
Tatsächlich kann sich Finanzminister Steven Mnuchin bestätigt fühlen, der im Handelsstreit mit China eine gemäßigte Position vertritt. Allerdings machte Mnuchin bereits zu Anfang dieser Woche klar (wir berichteten darüber), dass sich etwaige Investitionsbeschränkungen nicht auf China alleine, sondern auch auf andere Staaten bezögen. Ohnehin stünden nach der geplanten Änderung bei CFIUS bestimmte Staaten unter verstärkter Überprüfung, so Mnuchin. Man muss nicht weit denken, um China zum Kreis derjenigen Staaten zu zählen, auf die CFIUS ein besonderes Augenmerk haben dürfte. Und so stellt sich die Frage, ob sich an der Situation für China mit dem vordergründigen Einlenken von US-Präsident Donald Trump tatsächlich etwas geändert hat. Ohnehin muss das Gesetz noch durch den Kongress, und sollte das nicht schnell genug gehen, hat Trump bereits angekündigt, die Aufgaben des CFIUS dem Finanzministerium zu übertragen.
Am Ende hat auch der US-Dollar gestern vom jüngsten Beschluss der US-Administration profitiert und so auch den Euro unter Druck gesetzt, der sich gegenüber anderen Valuten nicht sonderlich in Szene setzte. Und so bewegt sich die Gemeinschaftswährung weiterhin in ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,1505 und 1,1850/55. Inzwischen besteht allerdings die Gefahr, dass sich zu viele Akteure auf den mancherorts erwähnten "Doppelboden" des Euro bei 1,1505 verlassen, zumal die Unterseite derzeit recht weich erscheint.

USD

EUR CZK (25,95)

Die für viele Marktteilnehmer etwas überraschende Entscheidung der Tschechischen Nationalbank, die Zinsen abermals um 25 Basispunkte zu erhöhen, hat der Krone allerdings nur kurze Zeit geholfen. Tatsächlich hatten zuvor in einer Reuters-Umfrage mehr als die Hälfte der Analysten erst für August mit einem derartigen Schritt gerechnet, wenn die Zentralbank ihre neuen Zinsprognosen veröffentlicht. Dennoch wird der Zinsschritt angesichts der steigenden Inflation in Mitteleuropa nicht als riesengroße Überraschung wahrgenommen. Am Ende des Tages fiel die Krone wieder auf ihr Ausgangsniveau zurück und lässt den Euro somit nach wie vor seinen Aufwärtstrend in Richtung 26,18 und höher fortsetzen. Die Untergrenze dieses Szenarios liegt bei 25,61.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Recht ordentliche ökonomische Daten gab es gestern aus Großbritannien. Der Index der britischen Immobilienpreise ist der Bausparkasse Nationwide zufolge im Juni gegenüber dem Vorjahr nur noch um zwei Prozent gestiegen, lag aber immerhin über den Erwartungen der Ökonomen. Allerdings handelt es sich um den schwächsten Zuwachs seit fünf Jahren. Besonders auffällig: Londoner Immobilienpreise gaben mit einem Minus von 1,9 Prozent sogar besonders stark nach. Dafür haben die von der CBI (Confederation of British Industry) veröffentlichten Daten zum Einzelhandel positiv überrascht: Die Netto-Zahl derjenigen Einzelhändler, die einen Anstieg ihrer Umsätze im Juni vermelden konnten, stieg auf +32 (Vormonat +11). Am Ende hat sich Sterling allerdings dennoch gegenüber dem Vortag minimal abgeschwächt, aber ohne dabei den Euro an der Oberseite seiner seit Wochen gültigen Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8840 heraus zu drängen.

CHF

EUR CHF (1,1530)

Das ZEW-Investoren-Sentiment ist gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken. Mit anderen Worten: Die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Entwicklung der Schweizer Wirtschaft sind für die kommenden sechs Monate gesunken. Allerdings blieb dieses Datum ohne Auswirkung auf den Kursverlauf des Franken. Tatsächlich bewegt sich der Euro immer noch unterhalb des wichtigen Widerstands von 1,1565, der genommen werden muss, um den schwachen Abwärtstrend des Euro zu beenden. Immerhin würde danach ein erstes Aufwärtspotenzial bis 1,1655 winken.

PLN

EUR PLN (4,3480)

Der Euro setzte auch gestern unbeirrt seinen Aufwärtstrend gegenüber dem Zloty fort und erreichte fast sein nächstes Ziel bei 4,3580. Jenseits davon wäre auch eine Befestigung auf 4,3900 denkbar. Unterdessen liegt die Untergrenze für dieses positive Szenario heute abermals etwas höher, nun bei 4,3120.

CZK

EUR CZK (25,95)

Die für viele Marktteilnehmer etwas überraschende Entscheidung der Tschechischen Nationalbank, die Zinsen abermals um 25 Basispunkte zu erhöhen, hat der Krone allerdings nur kurze Zeit geholfen. Tatsächlich hatten zuvor in einer Reuters-Umfrage mehr als die Hälfte der Analysten erst für August mit einem derartigen Schritt gerechnet, wenn die Zentralbank ihre neuen Zinsprognosen veröffentlicht. Dennoch wird der Zinsschritt angesichts der steigenden Inflation in Mitteleuropa nicht als riesengroße Überraschung wahrgenommen. Am Ende des Tages fiel die Krone wieder auf ihr Ausgangsniveau zurück und lässt den Euro somit nach wie vor seinen Aufwärtstrend in Richtung 26,18 und höher fortsetzen. Die Untergrenze dieses Szenarios liegt bei 25,61.


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