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Wöchentliche Marktberichte

Jun 25, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Eine relativ starke Performance

USD

EUR USD (1,1660)

Der Euro hat die vergangene Woche mit einer für viele Akteure überraschend positiven Note beendet. Dies ist umso bemerkenswerter, als von politischer Seite eigentlich wenig Unterstützendes für die Gemeinschaftswährung zu erwarten war. So ist es gerade einmal eine Woche her, dass US-Präsident Donald Trump mit seiner Ankündigung neuer Importzölle auf chinesische Waren eine Eskalation im Handelskonflikt betrieben hat, die am vergangenen Freitag ihren Höhepunkt fand. Denn nun sollen auch Autos aus der EU mit einem Strafzoll in Höhe von 20 Prozent belegt werden. Zumindest, so Trump in einem Tweet, solange die EU ihre Handelsbarrieren nicht abbauen würde. Aber auch aus der Eurozone selbst, gab es von politischer Seite nicht viel Positives zu berichten. Allerdings hat der Asylstreit, der hierzulande zwischen der CDU und CSU, aber auch innerhalb der EU ausgetragen wird, der Gemeinschaftswährung erstaunlich wenig Schaden zugefügt. Am ehesten könnte man noch die Entwicklungen in Italien für den tiefsten Einbruch des Eurokurses während der vergangenen Woche ausmachen. Denn nachdem die Renditen italienischer Staatsanleihen wieder deutlich angezogen hatten, vermutlich als Reaktion auf die Besetzung der Chefposten zweier wichtiger Ausschüsse des italienischen Parlaments mit den beiden Euro- Gegnern Alberto Bagnai und Claudio Borghi, testete der Euro sein bisheriges Jahrestief bei knapp 1,1505. Während etwa die Rendite der zweijährigen italienischen Anleihen fast auf dem höchsten Punkt (0,94 Prozent) die Handelswoche beendeten, spielten für den Euro ökonomische Daten zunehmend eine wichtigere Rolle als politische Hiobsbotschaften.
Die Rede ist von den Einkaufsmanagerindices (Markit), die zwar für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone etwas zurückgingen, aber bei den Dienstleistern positiv überraschten. Was mehr als die eigentlichen Daten zählte, war die Tatsache, dass nach Wochen eher enttäuschender Fundamentaldaten aus der Eurozone die Überraschungen endlich wieder einmal auf der positiven Seite zu finden waren.
Dass der Euro die vergangene Woche mit einer neuen Konsolidierung im Rahmen seines Abwärtstrends zwischen 1,1505 und 1,1850/55 etablieren und auch noch mit einem Kursgewinn abschließen konnte, verdankt sich vermutlich auch einem anderen Umstand. Die Rede ist von den jüngsten CFTC-Zahlen an der Chicagoer Futures-Börse, die mittlerweile ein völlig anderes Stimmungsbild zum Euro präsentieren. Die Anzahl der spekulativen Euro-Long-Kontrakte ist, das ergab die Erhebung per vergangenen Dienstag, zum neunten Mal hintereinander auf einen Stand von netto 36,1 Tsd. gefallen. Obwohl diese Positionszahlen fast eine Woche alt sind und für den Gesamtmarkt (wie von uns an dieser Stelle immer wieder betont) nicht repräsentativ sein dürften, haben sie dennoch eine gewisse Aussagekraft. Denn es handelt sich um die erste Erhebung nach den Sitzungen von Fed und EZB, und demzufolge sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch andernorts etwaige alte Euro-Long-Positionen abgebaut worden, die bislang einer größeren Erholung der Gemeinschaftswährung im Wege standen. Auch wenn die Unterseite vorgenannter Konsolidierungszone etwas weicher als die obere Begrenzung sein dürfte, besteht nunmehr eine gute Chance, dass der übergeordnete Abwärtstrend des Euro für einige Zeit zumindest unterbrochen wird.

USD

USD CHF (0,9880)

Die gemischt ausgefallenen US-Einkaufsmanagerindices (PMI, Markit) haben den Dollar per Saldo unter Druck gesetzt. Ähnlich wie in Europa war der PMI des verarbeitenden Gewerbes nicht wirklich überzeugend und lag in den USA sogar deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen. Diese Tendenz konnte der positiv ausgefallene PMI der Dienstleister zwar mehr als ausgleichen, aber die Erwartungshaltung ist in den USA bezüglich des Wachstums eine ganz andere als in Europa. Dies belegt auch das Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, das seit Anfang des Monats ausgesprochen stabile Prognosen für das US-Bruttoinlandsprodukt (nie niedriger als 4,5 Prozent) errechnet. Mit der Entwicklung vom Freitag haben die Ambitionen des Greenback an der Oberseite einen empfindlichen Dämpfer erhalten, sind allerdings (Potenzial bis 1,0080) nicht völlig erloschen, da an der Unterseite bislang 0,9855 (modifiziert) nicht verletzt wurde.

GBP

EUR GBP (0,8785)

Der falkenhafte Eindruck, den die Bank of England am vergangenen Donnerstag hinterließ, hat dem Euro nicht zu einem nachhaltigen Kursaufschwung verhelfen können. Möglicherweise weil am 28. Juni in Sachen Brexit beim EU-Gipfel weiterverhandelt wird. Allerdings ist – auch angesichts des europäischen Asylstreits, der das Treffen überlagert – kaum ein Durchbruch zu erwarten. Immerhin haben sich die Chancen für eine Leitzinserhöhung im August für das Pfund in der vergangenen Woche geringfügig verbessert. Die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung um 25 Basispunkte lag am Freitag bei knapp 50 Prozent (Reuters), während die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt in diesem Jahr zu einem Zinsschritt kommt, 90 Prozent betrug. Am Ende bleibt der Euro ohne neuen Impuls innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8690 und 0,8835/40.

CHF

EUR CHF (1,1505)

Die angebliche Fluchtbewegung in den Schweizerfranken wegen des zu eskalieren drohenden Handelskrieges zwischen den USA und China, aber auch angesichts der jüngst wieder deutlich gestiegenen Anleiherenditen Italiens, hat sich in der vergangenen Woche in Grenzen gehalten. Zumindest blieb der Euro an der erstbesten Unterstützung bei 1,1475 hängen und konnte zuletzt fast die Hälfte des Wochenkursverlusts wieder wettmachen. Per Saldo bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem Abwärtstrend, der jedoch nur geringe Dynamik aufweist und mit Überschreiten von 1,1565 vollends stabilisiert in eine Konsolidierungszone münden würde.

PLN

EUR PLN (4,3280)

Ohne wichtige neue ökonomische Daten aus Polen bildete sich der Euro am Freitag geringfügig zurück. Nach wie vor ist der Aufwärtstrend stark genug, um seine Bewegung in Richtung 4,3580 fortzusetzen. Die Untergrenze für das derzeitige positive Szenario liegt nach wie vor bei 4,2870.


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