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Wöchentliche Marktberichte

Jun 21, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Quellen der Erklärung 

USD

EUR USD (1,1570)

Sie beginnen mit schöner Regelmäßigkeit zu sprudeln: die so genannten „Quellen“ aus EZB-Kreisen. Sie melden sich zu Wort, als ob sie vergangene, aber auch zukünftige EZB-Entscheidungen kommentieren müssten. Und sie sind deswegen so beliebt, weil sie einem das Gefühl eines – mitunter auch nur vermeintlichen – Informationsvorsprungs geben. Und so wurde gestern wieder einmal die Nachrichtenagentur Reuters mit Informationen aus EZB-Quellen gespeist. Danach sei man innerhalb des EZB-Rats wesentlich besorgter wegen eines Handelskriegs, als dies nach außen hin erkennbar sei. Tatsächlich werde die Sorge, dass der Handelskonflikt das Wachstum in der Eurozone behindern und auch den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik erschweren könne, hinter einer „Fassade optimistischer Vorhersagen“ versteckt, hieß es. Deswegen seien die ökonomischen Prognosen, die anlässlich der EZB-Sitzung vom vergangenen Donnerstag publiziert wurden, möglicherweise noch viel zu optimistisch. Ein Statement, das zunächst wie eine neue Erkenntnis klingen mag. Tatsächlich hat aber EZB-Chef Mario Draghi bereits in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass die Prognosen der Zentralbank die Entwicklung des Handelskonflikts nicht berücksichtigten. Und da die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump hinsichtlich weiterer Importzölle auf chinesische Waren erst in dieser Woche kundgetan wurden, können die Prognosen der Ökonomen zwangsläufig nicht auf dem heutigen Stand sein.
Sicherlich haben sich die besorgten Stimmen hinsichtlich einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China zuletzt deutlich vermehrt. Überhaupt sehen gemäß einer Umfrage von BofA Merrill Lynch vom Anfang dieses Monats auch Fondsmanager das größte Extrem-Risiko in einem Handelskrieg. Allerdings gab es auch gestern beruhigende Stimmen, die in den jüngsten Ankündigungen Donald Trumps, zusätzlich chinesische Waren im Umfang von 200 Milliarden USD mit einer Importsteuer zu belegen, lediglich den Versuch des US-Präsidenten sehen, die Ausgangsposition für spätere Verhandlungen zu verbessern. Interessanterweise hörte man in diesem Zusammenhang überhaupt nichts von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Aber auch hier helfen so genannte Quellen, die nicht genannt werden möchten (vgl. Bloomberg), bei der Interpretation dieses Verhaltens: Eigentlich stimme der Finanzminister ganz und gar nicht mit der Haltung Donald Trumps im Handelskonflikt überein, schweige jedoch aus Loyalität zum US-Präsidenten absichtlich.
Immerhin lässt sich sagen, dass sich der Euro gestern ganz ordentlich geschlagen und auch kein neues Wochentief markiert hat. Wie bereits am Montag gesehen, setzen sich trotz des derzeitigen Abwärtstrends Euro-Abgabewellen nicht richtig durch. Am Ende des Tages schien sich die Gemeinschaftswährung, deren Abwärtspotenzial immer noch bis 1,1405/10 reicht, erneut konsolidieren zu wollen. Eine Stabilisierung ist allerdings frühestens nach Überschreiten von 1,1820 denkbar.

USD

USD CHF (0,9980)

Der Dollar kommt momentan nicht richtig von der Stelle, so dass gestern gegenüber dem Franken ein fast ereignisloser Tag zu verzeichnen war. Insofern erscheinen die Potenzialpunkte des derzeitigen Aufwärtstrends bei 1,0080 und 1,0120 zurzeit recht sportlich. Aber der Trend bleibt erhalten, solange nun an der Unterseite 0,9860 nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8785)

Die britische Premierministerin hat eine weitere wichtige Abstimmung im Unterhaus für sich entscheiden können. Zuvor war es jedoch völlig unklar, ob es Theresa May erneut gelingen würde, die mehr als ein Dutzend pro-europäischen Tory-Rebellen davon zu überzeugen, es nicht zum so genannten „meaningful vote amendment" kommen zu lassen. Dieses Gesetz hätte nämlich dem Parlament die Kontrolle über den Brexit-Prozess ermöglicht, sofern ein entsprechendes Abkommen mit der EU nicht rechtzeitig zustande kommen oder vom Parlament abgelehnt werden sollte. Letztlich sollte das Gesetz verhindern, dass Großbritannien im kommenden Jahr die EU ohne einen "Deal" verlassen kann. Sterling konnte im Anschluss an die Abstimmung indes kaum zulegen, blieb jedoch innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8695 und 0,8835/40. Die Reaktion des Pfundes fiel möglicherweise auch deswegen so moderat aus, weil heute die Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses der Bank ofEngland ansteht.

CHF

EUR CHF (1,1535)

Die Fluchtbewegung in den Franken aufgrund des Handelsstreits zwischen den USA und China ist gestern ins Stocken geraten. Tatsächlich bewegte sich der Euro innerhalb der Bandbreite des Vortages – vermutlich auch mangels neuer ökonomischer Erkenntnisse. Damit bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem Abwärtstrend, der allerdings gestern fast zum Erliegen kam. So gesehen könnte ein neuerlicher Schwächeanfall des Euro bereits bei 1,1475 beendet sein. Allerdings ist eine Stabilisierung erst nach Überschreiten von 1,1580 angezeigt.

PLN

EUR PLN (4,3180)

Ohne dass sich für den Zloty gestern ökonomische Neuigkeiten ergaben, konnte sich der Euro immerhin exakt bis zu unserer Zielmarke bei 4,3200 fortbewegen. Darüber würde die Gemeinschaftswährung nach wie vor 4,3550 anpeilen. Die Untergrenze für das derzeitige positive Szenario liegt für den Euro nunmehr höher, bei 4,2770.


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