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Wöchentliche Marktberichte

Jun 20, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Eskalation 

USD

EUR USD (1,1570)

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China und die damit aufgekeimte Risikoaversion an den Devisenmärkten war gestern das beherrschende Thema. Bereits am Montagabend hatte US-Präsident Donald Trump damit gedroht, als Vergeltungsmaßnahme zusätzlich chinesische Waren in einem Wert von 200 Milliarden USD mit einem Strafzoll von 10 Prozent zu belegen. Zuvor hatte China am vergangenen Wochenende auf die erste Runde von Strafzöllen seitens der USA reagiert, nachdem diese ihrerseits chinesische Waren in Höhe von 50 Milliarden USD mit einem Importzoll belegt hatten. Und für den Fall, dass China auf die Idee käme, auf die jüngsten Trump‘schen Maßnahmen wiederum mit Strafzöllen zu antworten, drohte der US-Präsident vorsorglich gleich weitere Strafzölle an. Mit anderen Worten: Eine Eskalation des Handelskriegs scheint für viele Akteure mittlerweile unvermeidbar.
So gesehen hielt sich der neuerliche Schwächeanfall des Euro eigentlich in Grenzen, zumal zwar gegenüber der Vorwoche ein neues Tief, aber kein neues Jahrestief markiert wurde. Erschwerend kam hinzu, dass das ifo Institut seine Wachstumsprognosen für Deutschland, wie bereits die Bundesbank am vergangenen Freitag, ebenfalls zurücknahm. So sieht das Institut für Deutschland nur noch ein Bruttoinlandsprodukt von 1,8 Prozent für 2018 (nach zuletzt 2,6 Prozent). Und auch für 2019 wurde die Wachstumsprognose auf 1,8 Prozent (nach 2,1 Prozent) gesenkt.
Darüber hinaus gab es Statements von einer Reihe von EZB-Vertretern, die nach der Sitzung vom vergangenen Donnerstag fast einmütig Eines bestätigten: Die EZB wird sich mit einem ersten Zinsschritt, so etwa ihr Präsident Mario Draghi, Zeit lassen und auch danach die Leitzinsen nur graduell anheben. Einige EZB-Vertreter (etwa Liikanen und Nowotny) äußerten, die Leitzinsen würden (wie bereits am vergangenen Donnerstag kommuniziert) frühestens nach dem Sommer 2019, also erst im September angehoben werden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch von dieser Seite wenig Unterstützendes für den Euro kam. Folglich bleibt der Abwärtstrend des Euro erhalten – er reicht derzeit bis 1,1405/15, mit einer ordentlichen Zwischenunterstützung bei 1,1505. Mit einer Stabilisierung wäre auf der anderen Seite frühestens nach Überschreiten von 1,1830 zu rechnen.

USD

USD CHF (0,9950)

Obgleich es immerhin für den Dollar gestern ordentliche (und besser als von den Ökonomen erwartete) Zahlen zu den US-Neubauverkäufen gab, ist der Greenback gegenüber dem Franken kaum gestiegen. Insgesamt bewegt sich der Dollar weiterhin im Rahmen seines Aufwärtstrends, der bis 1,0080 und 1,0120 reicht. Dies gilt, solange an der Unterseite 0,9840 nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8795)

Es war eigentlich keine Überraschung, dass Premierministerin Theresa May am Montagabend im britischen Oberhaus (die Torys haben dort keine Mehrheit) eine Schlappe hinnehmen musste. Und so stimmten die Lords für einen Zusatz im EU-Austrittsgesetz, wonach das Parlament die Kontrolle über den Brexit-Prozess bekommen soll, falls ein entsprechendes Abkommen mit der EU nicht rechtzeitig zustande kommen oder vom Parlament abgelehnt werden sollte. Nach dem Oberhaus ist heute das britische Unterhaus mit einer erneuten Abstimmung an der Reihe. Premierministerin Theresa May, die sich einem derartigen Vetorecht von Anfang an widersetzte und in der vergangenen Woche gerade noch einer Abstimmungsniederlage entgehen konnte, sieht nun einem Showdown mit den EU-freundlichen Rebellen in ihrer konservativen Partei entgegen – mehrere Abgeordnete haben bereits durchblicken lassen, sie könnten ebenfalls für das Vetorecht stimmen. Darüber hinaus tagt morgen die Bank of England, wobei allerdings keine neuen geldpolitischen Beschlüsse erwartet werden. Allerdings ist laut einer Umfrage vom Bloomberg unter 51 Ökonomen die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im August gefallen – nur noch 55 Prozent der Befragten (zuvor 60 Prozent) erwarten einen derartigen Schritt. Am Ende blieb der Euro auch gestern in seiner seit Wochen gültigen Konsolidierungszone zwischen 0,8695 und 0,8835/40 gefangen.

CHF

EUR CHF (1,1520)

Die Schweizer Regierung sieht nach wie vor Wachstumsraten von 2,4 und 2,0 Prozent für die Jahre 2018 bzw. 2019. Unterdessen wurde die Inflationsvorhersage für dieses Jahr mit 1,0 Prozent (zuvor 0,6 Prozent) angegeben, und für 2019 wird ein Anstieg auf 0,8 nach zuvor 0,7 Prozent erwartet. Unterdessen war der Franken gestern zumindest temporär infolge des Handelskonflikts zwischen den USA und China stärker gesucht – der Euro hat dabei die Untergrenze seiner bisherigen Konsolidierung im Abwärtstrend bei 1,1530 verletzt. Allerdings war der Ausflug in Richtung 1,1475 nur kurzlebig. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem Abwärtstrend, der nun bis 1,1365 reicht. Eine erste Stabilisierung ist oberhalb von 1,1590 möglich.

PLN

EUR PLN (4,3125)

Polens Industrieproduktion fiel gestern zwar besser als erwartet aus, aber letztlich setzte der Euro seinen Aufwärtstrend fort. Dieser hat unsere nächste Zielmarke bei 4,3200 bislang nur knapp verfehlt und würde darüber auch noch 4,3550 anpeilen. In diesem Zusammenhang darf nun 4,2710 nicht mehr unterlaufen werden.

HUF

EUR HUF (322,25)

Nur kurz befand sich der Forint gestern gegenüber dem Euro auf einem neuen Dreijahrestief, bevor die Ungarische Notenbank mit einer Überraschung aufwartete. Zwar beließ sie den Leitzins auf dessen Rekordtief, kündigte aber gleichzeitig das Ende der seit sechs Jahren andauernden ultra-lockeren Geldpolitik an, die ursprünglich für einen Zeithorizont von fünf bis acht Quartalen hatte gelten sollen. Deswegen konnte sich der Forint kräftig erholen, konnte jedoch den Euro in seinem Aufwärtstrend, der zwischen 319,30 und 326,00 verläuft, nicht bremsen.


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