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Wöchentliche Marktberichte

Jun 04, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Arbeitsmarkt-Gezwitscher

USD

EUR USD (1,1685)

Timing ist ja angeblich alles. Diese Floskel begegnet einem im Leben immer wieder – vor allem, wenn man sich in den Finanzmärkten bewegt. US-Präsident Donald Trump schien diese Erkenntnis vor dem Wochenende zu ignorieren. Denn er schaffte es gleich zweimal, für seine Aktionen einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt zu wählen und dadurch für Schlagzeilen zu sorgen. Die erste betraf die Verkündung der US-Strafzölle. Eine Nachricht, die bereits am Donnerstagabend für einigen Wirbel sorgte. Diese kurz vor dem G7-Treffen der Finanzminister im kanadischen Whistler bekanntzugeben, das am Freitag begann, erwies sich als keine besonders kluge Idee und ließ die Stimmung deutlich abkühlen. Trump selbst bekam davon wenig mit, denn der Unmut der betroffenen G7-Teilnehmer entlud sich vollends auf US-Finanzminister Steven Mnuchin. Wenig Fingerspitzengefühl bewies der US-Präsident ein weiteres Mal, als er mehr als eine Stunde vor Veröffentlichung US-Arbeitsmarktberichts folgenden Tweet absetzte: “Freue mich auf die Beschäftigungszahlen”. Diese fünf Wörter brachten den Handel sofort in Aufruhr. Der Grund: Der Präsident erhält die Zahlen bereits vor ihrer offiziellen Veröffentlichung. Auch wenn Trump keine Details preisgab, dürfte jedoch jedem Marktteilnehmer klar gewesen sein, dass er niemals Vorfreude für einen schlechten Arbeitsmarktbericht bekunden würde. Insbesondere der europäische Handel, dessen Teilnehmer sich üblicherweise eine Stunde vor diesem wichtigen ökonomischen Datum eher in der Mittagspause als an ihren Bildschirmen befinden, war von dieser „Botschaft“ alles andere als begeistert.
Nachdem also bereits die Spatzen den Tenor des US-Arbeitsmarktberichts – weit früher als geplant – von den Washingtoner Dächern pfiffen, ging es am Ende nur noch darum, wieviel besser die Zahlen ausfallen würden, als es der Markt ohnehin schon erwartet hatte. Tatsächlich wurden die positiven Grundannahmen spürbar übertroffen. Interessanterweise schlug dies aber eher in den Zinsmärkten – für die meisten Akteure ist eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung nun deutlich wahrscheinlicher geworden – als im Kurs des US-Dollar zu Buche. In diesem Zusammenhang muss man dem Euro eine gewisse Robustheit bescheinigen. Denn er hielt sich – gemessen an den starken US-Daten – am Freitag wacker, hat aber andererseits noch nicht den Weg aus seinem kurzfristigem Abwärtstrend gefunden, der noch bis 1,1445 reicht. Erst dessen Überschreiten – was jenseits der 1,1775/85er Hürde der Fall wäre – würde die Lage stabilisieren.

USD

USD CHF (0,9880)

Seitdem der Greenback am Donnerstag unser Korrekturpotenzial bei 0,9820/30 erfüllt hat, ist er zum Schweizer Franken wieder ein wenig angriffslustiger geworden. Natürlich kam der positive US-Arbeitsmarktbericht dem Dollar am Freitag sehr gelegen. Dadurch gelang es ihm, eine Gegenbewegung der drei Wochen währenden Korrektur einzuleiten. Die Korrekturphase ist aber noch längst nicht neutralisiert worden. Dazu bedarf es noch etwas mehr: ein Überschreiten der 0,9950er Marke. Gelingt dies nicht, besteht das Risiko tieferer Bewegungen, etwa auf 0,9785/90.

GBP

EUR GBP (0,8745)

Ganz so schlecht, wie viele Ökonomen befürchten, sieht die wirtschaftliche Situation Großbritanniens offensichtlich gar nicht aus. Jedenfalls haben am Freitag die starken Daten aus UK für Pfund-Händler eine spürbare Überraschung dargestellt. Der von IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 54,4 Punkte, was einem Plus von 0,5 Punkten gegenüber April entsprach. Dies war fast ein voller Indexpunkt mehr als der Wert, der von den Marktteilnehmern erwartet worden war. Sie hatten fast einhellig mit einem Rückgang gerechnet. Wie überzeugend das erhebliche Produktionswachstum und die solide Entwicklung der Auftragseingänge wirkten, ließ sich am Tagesende am Kurs des Währungspaares ablesen: Der Euro büßte das Gros seines an den beiden vorangegangenen Tagen erkämpften Wochengewinns ein und bleibt somit nach wie vor in der Mitte der bekannten Seitwärtsspanne zwischen 0,8620 und 0,8845 festgezurrt.

CHF

EUR CHF (1,1545)

Die Mitte vergangener Woche begonnene, behutsame Suche nach einem neuen Gleichgewichtspunkt gegenüber dem Schweizer Franken scheint der Euro zu Wochenbeginn fortsetzen zu wollen – wenn auch nur auf niedrigem Niveau. Zu verdanken hat er dies wohl nicht einer neuen inneren Stärke, sondern vielmehr der wiederaufkeimenden Risikofreude einiger Händler. Der steile Abwärtstrend konnte bislang jedoch noch nicht verlassen werden, was erst oberhalb der 1,1645er Hürde der Fall wäre. Solange dem Euro dies nicht gelingt, könnte sich Druck in Richtung 1,1425 bzw. 1,1355 erneut aufbauen.

PLN

EUR PLN (4,3010)

Sämtliche von uns beobachteten, osteuropäischen Währungen scheinen seit Mitte vergangener Woche ihre Talfahrt zum Euro auf relativ niedrigem Niveau gestoppt zu haben – allen voran der Zloty. Der Euro behält nichtsdestotrotz noch die Oberhand und somit die Möglichkeit, seinen Aufwärtstrend bis auf die 4,3550er Marke fortzusetzen. Selbst ein Vordringen bis auf 4,3800 ist denkbar. Voraussetzung hierfür bleibt nach wie vor, dass die 4,2890er Unterstützung nicht verletzt wird.


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