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Wöchentliche Marktberichte

Mai 22, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Italien beruhigt sich, der Euro nicht

USD

EUR USD (1,1775)

Kurzfristig operierende Devisenhändler hatten vergangene Woche verstärkt darauf geachtet, „Italien“ in den Filtereinstellungen der Nachrichtenagenturen hervorzuheben. Das lag vor allem an der fast schon lächerlich wirkenden Forderung des derzeitigen Regierungsbündnisses nach einem Schuldenerlass in Höhe von 250 Milliarden Euro. Dieses an Griechenland erinnernde und gemeinhin als Belastung für den Euro dargestellte Thema ist seit dem vergangenen Wochenende nun endgültig abgehakt. Die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtspopulistische Lega Nord hätten, eigenen Aussagen nach, wichtige Hürden genommen und sich sowohl auf ein Regierungsprogramm als auch auf einen Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten verständigt. Dies wird anscheinend auch von der Bevölkerung begrüßt. Laut einer repräsentativen Umfrage der Zeitung "La Repubblica" stimmen 60 Prozent der Italiener einer solchen Regierung zu. Nun könnte man durchaus erwarten, dass diese positive Entwicklung vorherige negative Implikationen, die sich in den Finanzmärkten niederschlagen könnten, aufheben würde. Tatsächlich galt das für Aktien und Anleihen. Die Kursverluste des Euro wurden hingegen nicht korrigiert. Sie wuchsen sogar noch weiter an.
Dieser Umstand sorgte einerseits für Erstaunen, andererseits gerieten dadurch andere Nachrichten wieder stärker ins Blickfeld der Akteure, beispielsweise der Handelsstreit. So gab die EU-Kommission bekannt, sie habe die Welthandelsorganisation WTO offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie sich bei eventuellen Strafzöllen seitens der USA Gegenmaßnahmen vorbehalten werde. Im Gegensatz dazu wirkte die Aussage von US-Finanzminister Steven Mnuchin geradezu entlastend. Schenkt man seinen Worten Glauben, hat die USA den Handelskrieg mit China vorerst ausgesetzt.
Der Euro hat wie befürchtet seine Verluste ausgebaut und droht diese bis 1,1660/70 zu vergrößern. Um kurzfristig dem starken Abwärtssog zu entrinnen, müsste er die 1,1855er Hürde überwinden. Eine Stabilisierung ist allerdings erst jenseits der 1,20er Marke vorstellbar.

USD

USD CHF (0,9970)

Die Handelsaktivität der vergangenen Tage hielt sich in Grenzen. Der Dollar hat dadurch eine Mini-Konsolidierung (0,9950 - 1,0040) ausgebildet. Während wir der oberen Begrenzung keine besondere Aussagekraft zusprechen, erachten wir die Unterkante als weit wichtiger. Sie sichert derzeit den Erhalt des kurzfristigen Aufwärtstrends, in dessen Rahmen nach wie vor Kurssteigerungen in Richtung 1,0180 erwartet werden können. Dazu darf jedoch die zuvor erwähnte Schlüsselunterstützung nicht verletzt werden.

GBP

EUR GBP (0,8775)

Großbritannien schaute am vergangenen Wochenende zur Abwechslung einmal nicht auf das politische und wirtschaftliche Umfeld. Statt über den Stand der Verhandlungen rund um den EU-Ausstieg, berichteten britische Medien fast ausschließlich über die königliche Hochzeit. Nachdem die glamourösen Feierlichkeiten nun abgeschlossen sind, dürfte sich der Fokus diese Woche wieder auf die wirtschaftliche und politische Situation des Landes richten. Immerhin stehen zahlreiche Wirtschaftsdaten sowie der UK-Inflations- und Arbeitsmarktbericht zur Veröffentlichung an. Auch einige Reden von Mitgliedern des Geldpolitischen Ausschusses (MPC) finden sich im Kalender. Im Gegensatz zum US-Dollar wirkt der Euro, verglichen mit dem Pfund, eher unauffällig. Die Gemeinschaftswährung hat seit vergangenem Freitag zwar ein wenig zugelegt, verweilt jedoch nach wie vor etwa in der Mitte ihrer jüngst eingeschlagenen Seitwärtsentwicklung zwischen 0,8620 und 0,8845.

EUR

EUR CHF (1,1740)

Die jüngste von Italien verursachte Nervosität, die eine kurzfristige Suche nach sicheren Häfen in Gang setzte und dabei den Euro insbesondere gegenüber dem Schweizer Franken in die Knie zwang, hat sich seit dem vergangenen Wochenende zwar annährend gelegt. Im Kursverlauf des Währungspaares ist davon jedoch noch nichts zu erkennen. Die Gemeinschaftswährung wurde bis kurz vor den Rand der 1,17er Schwelle in die Tiefe gezogen und hat damit sogar unsere anvisierte 1,1735er Marke unterboten. Diese Schwäche ist beeindruckend und lässt Zweifel aufkommen, ob der Abwärtssog tatsächlich in eine neue Konsolidierungszone münden kann. Zwar existiert bereits eine klare obere Begrenzung für eine mögliche Spanne – sie liegt bei 1,1980. Eine passende Untergrenze dürfte nun aber frühestens bei 1,1690 oder 1,1650 gefunden werden.

PLN

EUR PLN (4,2890)

Derzeit würden risikoscheue Investoren vorwiegend die Dollarstärke spielen, Schwellenländerwährungen hingegen jedoch eher meiden, sind Finanzmarktkommentatoren überzeugt. Doch wenn selbst der Euro, der momentan Probleme im Kräftevergleich mit dem Greenback hat, sich weiter gegenüber dem Zloty durchsetzen kann, deutet vieles auf eine ausgeprägte, strukturelle Schwäche der polnischen Währung hin. Der Euro erklomm gestern die höchsten Kurse seit Anfang Oktober vergangenen Jahres und kann im Rahmen unseres bullishen Szenarios den Aufwärtstrend sogar noch bis auf 4,3300 fortsetzen. Einzige Bedingung: Der Euro darf nun nicht mehr unter 4,2500 (angehoben) fallen.

CZK

EUR CZK (25,68)

Der Vizegouverneur der Tschechischen Zentralbank, Mojmír Hampl, äußerte gestern in einem Interview mit dem Wochenmagazin Tyden Bedenken. Seiner Ansicht nach beginne die tschechische Wirtschaft zu überhitzen. Daher sei es an der Zeit, die geldpolitischen Zügel anzuziehen, also die Zinsen zu erhöhen. Der Euro konnte sich gestern zwar gegenüber der Krone trotzdem durchsetzen, verweilt im größeren Bild aber noch in einer Seitwärtsbewegung, deren Boden bei 25,45 verläuft. Auf der Oberseite begrenzt derzeit indes die 25,80/84er Zone weitere Kursavancen.


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