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Wöchentliche Marktberichte

Mai 17, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Jetzt wird Italien wahrgenommen

USD

EUR USD (1,1825)

Auch gestern waren es nicht die Wirtschaftsdaten, die das Handelsgeschehen beim Euro bestimmten. Zumal größere ökonomische Überraschungen ohnehin ausblieben – die Inflationsrate (incl. Kernrate) in der Eurozone musste gegenüber der ersten Schätzung nicht verändert werden. Stattdessen hatte sich der Handel plötzlich mit der möglichen künftigen Regierung Italiens zu beschäftigen, die aus einem Bündnis der Lega Nord und der Fünf-Sterne-Partei besteht. Obgleich das Bündnis schon seit einigen Tagen mit schwer finanzierbaren Reformen und Vorhaben von sich reden macht, hat dies die Akteure bislang kaum interessiert. Erst als gestern bekannt wurde, dass die mögliche neue Regierung von der EZB einen Schuldenerlass in Höhe von 250 Milliarden Euro gefordert hatte, wurde man plötzlich im Handel wach. Auch wenn diesem Vorhaben das Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB entgegenstünde, hat es doch für Unruhe gesorgt. Daran änderte auch nichts, dass der wirtschaftspolitische Sprecher der Fünf-Sterne-Bewegung später zurückruderte und sich darauf berief, dass das Ansinnen in keinem offiziellen Entwurf für ein Regierungsprogramm enthalten sei. Tatsächlich hatte die Huffington Post Italia bereits am Dienstagabend über den Entwurf für ein Koalitionspapier berichtet, das neben anderen Forderungen eben jenen Schuldenerlass, aber auch Neuverhandlungen über Italiens Beitrag zum EU-Haushalt enthielt. Auch wenn in diesem Papier längst nicht mehr die Rede davon ist, dass das Bündnis den Euro infrage stellt, dürften diese einstigen Ideen in den Hinterköpfen mancher Händler wieder wachgerufen worden sein. Und so fürchtet manch einer eben doch, dass im Zweifel die Drohung, ein Referendum über den Euro Austritt abzuhalten, die EU-Kommission zu Zugeständnissen bewegen könnte.

Am Ende erlitt der Euro einen erneuten Schwächeanfall, der ihn ziemlich nah an sein nächstes Ziel bei 1,1750 drückte. Sollte auch dieses Niveau verletzt werden, würde sich das Risiko weiterer Schwäche in Richtung 1,1680/85 eröffnen. Der Stabilitätspunkt ist unterdessen weiter gesunken und liegt nunmehr bei 1,2050/55.

USD

USD CHF (1,0005)

Dass der gestrige Handelstag vor allen Dingen durch Euroschwäche und weniger durch Dollarstärke gekennzeichnet war, wird auch am Verhältnis des Greenback zum Franken deutlich. Der Kurs bewegte sich nämlich gestern – vielleicht auch wegen der wenig überraschenden Daten aus den USA – in einer Handelsspanne von nicht einmal 40 Stellen, zeigt aber den Dollar nach wie vor im Aufwärtstrend, auch wenn dieser etwas an Dynamik verloren hat. Dennoch sind erneute Aufwärtsbewegungen Richtung 1,0180 weiterhin denkbar, zumal die Schlüsselunterstützung bei 0,9950/55 auch gestern nicht mehr getestet wurde.

EUR

EUR CHF (1,1820)

Ohne ökonomische Neuigkeiten, aber mit erhöhter Risikoaversion der Akteure, in erster Linie wegen der italienische Schuldensituation, hat sich der Franken gestern vornehmlich im Verhältnis zum Euro nochmals deutlich befestigt und berührte zutiefst die potenzielle Untergrenze einer neuen Konsolidierungszone bei 1,1770, wobei auch ein noch tieferes Niveau für eine Unterkante bei 1,1735 denkbar wäre. Während die endgültige Untergrenze des Feldes noch gefunden werden muss, ist die Oberkante bei 1,1980 deutlich ausgeprägt. 

GBP

EUR GBP (0,8720)

Gestern fand die Brexit-Debatte ihre Fortsetzung. Dieses Mal in dritter Lesung im britischen Oberhaus mit Debatte zum EU-Austrittsgesetz samt der Änderungsanträge, um das Gesetz anschließend an das Unterhaus zurückzuschicken. Dennoch dürfte dieses Thema die Akteure erst richtig interessieren, wenn die nächste Debatte im House of Commons (möglicherweise Anfang kommender Woche) beginnt. Auch der gestrige Einbruch des Wechselkurses war daher (auch mangels neuer ökonomischer Daten aus Großbritannien) mehr einer Euro-Schwäche denn einer Pfund-Stärke geschuldet. Die Gemeinschaftswährung hat nun ihren kurzfristigen Aufwärtstrend beendet und tendiert ab sofort seitwärts zwischen 0,8620 und 0,8845.

PLN

EUR PLN (4,2730)

Die Polnische Nationalbank hat erwartungsgemäß bei ihrer gestrigen Sitzung die Zinsen unverändert gelassen. Dazu erklärte Zentralbankchef Adam Glapinski, für ihn gebe es keinen Grund, den Leitzins bis Ende 2019 und möglicherweise auch noch darüber hinaus zu verändern. Auch bereite ihm die jüngste Schwäche des Zloty gegenüber Euro und Dollar keine Sorgen. Unterdessen fiel die polnische Inflationsrate im April mit einem Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr wie erwartet aus. Möglicherweise auch aufgrund der gestrigen Euroschwäche konnte sich der Zloty etwas befestigen. Solange jedoch die Gemeinschaftswährung oberhalb von 4,2350 bleibt, kann sich der Aufwärtstrend jenseits von 4,3000 auch noch in Richtung 4,3300 fortsetzen.


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