Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mai 04, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Tauben oder Falken?

USD

EUR USD (1,1995)

Vom Euro gibt es derzeit nicht viel Gutes zu berichten. So war gestern die erste Schätzung zu Konsumentenpreis-Inflation in der Eurozone im Monat April deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nicht nur dass die Kernrate schwächer als im Vormonat ausfiel. Die Konsens-Erwartung eines Plus von 0,9 Prozent wurden mit einem Anstieg des Konsumentenpreisindex von 0,7 Prozent enttäuscht. Alleine schon deshalb hätte der Euro gestern umgehend eine weitere Schlappe hinnehmen müssen.
Auf der anderen Seite mag der ISM Einkaufsmanager-Index außerhalb der Industrie enttäuscht haben, aber das Defizit der US-Handelsbilanz ist wiederum geringer als erwartet ausgefallen. Viel wichtiger aber als die Wirtschaftsdaten mag noch einmal eine Nachbetrachtung des vorgestrigen Statements der US-Notenbank sein. Denn es war nicht auf den ersten Blick klar, ob sich der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) nun ein bisschen taubenhaft oder doch leicht falkenhaft präsentierte. Zumindest die erste Reaktion des US-Dollar, der kurzzeitig nachgab, deutete darauf hin, dass die Akteure das Communiqué eher dovish aufgefasst hatten. Und zwar wegen des Begriffs „symmetric“ in Hinsicht auf das Inflationsziel. Ein Wort, das im Statement der Notenbank gleich zweimal auftauchte und den Umstand umschreiben sollte, dass die FOMC-Mitglieder bereit sind, ein leichtes Überschießen beim Inflationsziels zu tolerieren. Mit anderen Worten: Man möchte das Tempo bei den Zinserhöhungen nicht bei erster Gelegenheit erhöhen. Allerdings heißt symmetrisch auch, dass bei einem Unterschreiten des Inflationsziels das Tempo der Zinserhöhung nicht automatisch zurückgefahren wird. In Kombination damit, dass der Hinweis, man müsse die Inflationsentwicklung genau beachten, dieses Mal im Statement fehlte, sieht die ganze Geschichte dann unterm Strich doch leicht falkenhaft aus. Daran ändert auch nichts, dass die Fed beim Wachstum nur von einer moderaten Geschwindigkeit ausgeht.
Am Ende bleibt der Abwärtstrend des Euro intakt und kann sich auch noch in Richtung 1,1865/70 fortsetzen. Auf der anderen Seite liegt der Punkt für eine Stabilisierung unverändert bei 1,2210/15.

USD

USD CHF (0,9970)

Es kommt ein wenig Sand ins Getriebe beim Aufwärtstrend des Greenback. Denn gestern schloss der Dollar zum zweiten Mal innerhalb von 13 Handelstagen mit einem kleinen Minus ab. Nach wie vor weisen wir keine weiteren Zielmarken an der Oberseite aus, nicht zuletzt, weil das hohe Momentum nur solange intakt bleibt, wie 0,9880 (modifiziert) nicht unterlaufen wird.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Schenkt man den Worten eines Kommentators Glauben, dann haben beide Valuten ein ähnliches Problem. Denn das schlechte Wetter und das frühe Osterfest scheinen Euro und Pfund gleichermaßen geschadet zu haben. Einerseits hat das schleppende Wachstum (neben der schwachen Inflation), man spricht in der Eurozone von einer Delle, ein weiteres Zurückfahren der Anleihekäufe verhindert. Und in Großbritannien dürfte das zuletzt fast stagnierende BIP dafür gesorgt haben, dass es am 10. Mai höchstwahrscheinlich nicht zu einer Leitzinserhöhung kommen wird. Aber auch wenn der Einkaufsmanagerindex der Dienstleister im Vereinigten Königreich gestern ein wenig enttäuschte, sind sich viele Akteure sicher: Das Wachstum wird im zweiten Quartal wiederaufleben. Denn das Wetter sei in diesem Jahr im ersten Quartal besonders schlecht gewesen, ist zurzeit zu vernehmen. Bliebe da noch die Inflation, bei der Großbritannien über und die Eurozone weit unter dem jeweiligen Ziel liegt. Neben der Brexit-Unsicherheit möglicherweise ein Grund, warum der Euro derzeit stärker als das Pfund einzuschätzen ist. Damit hat der Euro nach wie vor das Zeug, seinen Aufwärtstrend bis mindestens 0,8895 fortzusetzen, solange an der Unterseite das Niveau von 0,8710 nicht verletzt wird.

CHF

EUR CHF (1,1960)

Die 1,1940er Bastion hat auch den gestrigen Angriff überstanden, mit deren Unterlaufen der Aufwärtstrend zwar nicht beendet wäre, aber der Euro eine deutliche Verzögerung und möglicherweise eine weitere Korrektur bis auf 1,1905 in Kauf nehmen müsste. Stattdessen lag der Euro gestern am Ende des Tages leicht vorn und dürfte immer noch über die Kraft verfügen, seine nächsten Niveaus an der Oberseite bei 1,2035 und 1,2085 in Angriff zu nehmen.

PLN

EUR PLN (4,2640)

Immerhin ist beim Zloty gestern etwas Ruhe eingekehrt, ohne dass sich an unserer grundlegenden Einstellung etwas geändert hätte. Die Aufwärtsbewegung des Euro kann jederzeit in Richtung 4,3050 bzw. 4,3300 fortgesetzt werden; und zwar solange wie 4,2350 nicht unterlaufen wird.

CZK

EUR CZK (25,51)

Auch wenn die Tschechische Nationalbank gestern ihre Leitzinsen erwartungsgemäß nicht verändert hat, reichte bereits die Erklärung von CNB-Chef Rusnok aus, der sagte, die Vorhersagen der Zentralbank stünden im Einklang mit einer weiteren Zinserhöhung Ende 2018, um dem Euro einen empfindlichen Dämpfer zu verpassen. Obgleich die Zentralbank ihre Inflationsvorhersage für das zweite Quartal im kommenden Jahr von 1,8 auf 1,7 Prozent zurücknahm, geht man dort davon aus, dass sich die Krone zum Euro auf durchschnittlich 25,00 befestigen kann. Am Ende hat dieser gestern zwar einen erheblichen Rücksetzer erlebt, besitzt aber, solange 25,36 unverletzt bleibt, weiterhin die Möglichkeit, seinen Aufwärtstrend in Richtung 25,61 und 25,83 wieder aufnehmen zu können.



Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.