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Mai 02, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fed-Sitzung im Fokus

USD

EUR USD (1,2000)

War es der typischerweise geringen Feiertags-Liquidität am 1. Mai zu verdanken, dass der Euro zeitweise sang- und klanglos sogar unter die 1,20er Marke rutschte? Oder hatten einige Marktteilnehmer einfach nur kalte Füße bekommen, weil die heutige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) womöglich doch eine Überraschung mit sich bringen könnte? Eigentlich gilt es doch als ausgemacht, dass das FOMC heute Abend keine geldpolitischen Beschlüsse verkünden wird. Zumal auch keine Pressekonferenz anberaumt ist. Vielleicht befürchtet man tatsächlich, das Statement habe sich in seinem Wortlaut gegenüber der März-Sitzung verändert. Und zwar dergestalt, dass die Vorbehalte bezüglich des Inflationsausblicks eventuell weggefallen sind. Die Folge: Die Entscheider des FOMC könnten sich womöglich schon bald und mit mehr Zuversicht zu einer erhöhten Inflationsprognose durchringen. Allerdings haben die gestern publizierten ökonomischen Daten nicht gerade dafürgesprochen, dass die Fed ihr Wording ändern dürfte. So blieb etwa der ISM-Einkaufsmanager-Index für die Industrie hinter den Erwartungen zurück. Und auch die am vergangenen Montag veröffentlichten US-Preisdaten liefern eigentlich keinen eindeutigen Grund für die FOMC-Mitglieder, ihre Meinung zu ändern. Denn der von der Fed vielbeachtete Index der privaten Konsumausgaben (PCE) ist in der Kernrate im Jahresvergleich im März nicht von den Erwartungen von durchschnittlich 1,9 Prozent abgewichen. Und die privaten Einkommen blieben graduell sogar hinter der mittleren Prognose zurück.
Dennoch wird die Kluft zwischen der Entwicklung in der Eurozone und in den USA sowohl in Hinblick auf die Inflation als auch auf das Wachstum von vielen Akteuren als vergrößert wahrgenommen. Vor allem, nachdem für Deutschland die Einzelhandelsumsätze im März enttäuschend ausgefallen sind und die Inflation hierzulande mit +/-0 Prozent auch nicht dafür spricht, dass die EZB schon bald ihren Kurs ändern wird. Am Ende ist der Euro aber gar nicht deswegen böse unter die Räder gekommen, sondern hat sich der US-Dollar abermals von seiner starken Seite gezeigt. Damit wurde ein schmaler und enger Abwärtstrend losgetreten, der sich zunächst bis auf 1,1930/35 fortsetzen kann. Allerdings würde dem Trend bereits mit Überschreiten von 1,2080/85 erhebliche Dynamik genommen, wo wir allerdings auch erstes Angebot gestrandeter Euro-Long-Positionen erwarten – jenseits von 1,2210/50 ergäbe sich für die Gemeinschaftswährung sogar eine erste kurzfristige Stabilisierung.

USD

USD CHF (0,9955)

Dass wir es gestern mit einer allgemeinen Dollarstärke und nicht zuallererst und zwingend mit einer Schwäche des Franken oder des Euro zu tun hatten, zeigt sich am massiven Aufwärtstrend des Greenback. Dieser hat nicht nur zehn der elf vergangenen Handelstage positiv beenden können, sondern seit gestern das Jahreseröffnungsniveau wieder zurückerobert. Unterdessen ist unser nächstes Kursziel (0,9925) längst übertroffen und der Widerstand/Ziel bei 0,9980 fast erreicht worden. Mittlerweile scheint sogar ein Überschreiten der Parität denkbar. Die Gewinne an der Oberseite setzen sich jedenfalls solange fort, wie 0,9820 nicht unterlaufen wird.

GBP

EUR GBP (0,8820)

Nach den schwachen Wachstumszahlen in der vergangenen Woche gab es nun beim gestern publizierten Einkaufsmanager-Index für die Industrie die zweite Enttäuschung innerhalb weniger Tage. Damit verleiten die Fundamentaldaten Großbritanniens nach wie vor nicht zu Optimismus. Dass es um Sterling nicht gut bestellt ist, zeigt auch der jüngste CFTC-Bericht per 27. April, wonach bereits vor gut einer Woche mit dem Beginn des Abbaus von Pfund-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse begonnen wurde. In dieses Bild passt auch, dass die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Bank of England in der kommenden Woche auf unter 20 Prozent gefallen ist. Dass es gestern nicht nur ein Tag der Euro-, sondern vielmehr einer Pfund-Schwäche war, schlägt sich auch im Wechselkurs nieder. Danach bleibt der Euro in der Position, seinen Aufwärtstrend zwischen 0,8695 und bis mindestens 0,8895 fortzusetzen.

CHF

EUR CHF (1,1955)

Der Euro hätte gestern um ein Haar seine Unterstützung bei 1,1940 unterlaufen. Damit wäre der Aufwärtstrend zwar nicht beendet worden, hätte aber das wichtige Momentum, um in Richtung 1,2035 und 1,2075 vorzudringen, verloren. Sollte nun 1,1940 fallen (vgl. Mindestdurchstoß unten), wäre womöglich eine mehrtägige Konsolidierung im Aufwärtstrend angesagt. Die Unterkante des Aufwärtstrends verläuft unterdessen bei 1,1880.

PLN

EUR PLN (4,2745)

Im dünnen Feiertagshandel hat der Euro erwartungsgemäß die Obergrenze seiner Konsolidierungszone durchstoßen und kann nun in Richtung 4,3050 und 4,3300 die starke Aufwärtsbewegung fortsetzen. Zumindest solange an der Unterseite nicht 4,2350 unterlaufen wird.

CZK

EUR CZK (25,68)

Angeblich im Vorfeld der Notenbanksitzung am kommenden Donnerstag und aus Angst, die Zentralbank könne eine langsamer als erwartete Straffung ihrer Geldpolitik kommunizieren, hat die Krone einen massiven Rückschlag erlitten. In der Folge befestigte sich der Euro auch feiertagsbedingt weit über unser Kursziel von 25,56 hinaus. Da ein bislang korrekturloser Aufwärtsimpuls besteht, in Rahmen dessen es zu einer massiven Short-squeeze im Euro gekommen sein muss, sind weitere Ziele schwer auszumachen. Die starke Tendenz des Euro bleibt jedenfalls solange erhalten, wie 25,50 nicht verletzt wird


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