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Wöchentliche Marktberichte

Apr 30, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Merkels heikle Mission ( impossible )

USD

EUR USD (1,2125)

Die Schonfrist läuft ab, werden sich die Verantwortlichen der EU gedacht haben. Die Zeit drängt tatsächlich, denn der 1. Mai, der als wahrscheinlicher Termin für das Inkrafttreten der US-Strafzölle gilt, steht vor der Tür. Vergangene Woche machten sich deshalb Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel auf den Weg und rückten zur Audienz bei US-Präsident Donald Trump an. Macron nahm sich für Gespräche, Schulterklopfen und Händeschütteln gleich drei Tage Zeit. Merkel blieben hingegen nur drei Stunden. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, um welch heikle Mission es sich handelte und wer ihr Gesprächspartner war. Zwar erhielt Merkel von Trump reichlich Lob, Komplimente und sogar Wangenküsschen. Mit einer Lösung bezüglich der US-Strafzölle konnte sie allerdings nicht aufwarten. Sie dürfte genauso wie viele andere EU-Vertreter und europäische Exporteure, die große Hoffnungen in die beiden Besuche gelegt hatten, vom ergebnislosen Ausgang enttäuscht gewesen sein.
Wie es aussieht, schwinden die Chancen zusehends, die Zölle noch in letzter Minute abwenden zu können. Das bedeutet aber nicht, dass nun alle Beteiligten den Kopf in den Sand stecken werden. Die deutsche Außenhandelsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI), die zu den „Folgen der US-Strafzölle für deutsche Stahlprodukte“ eine Analyse veröffentlichte, sieht dem Ganzen recht unerschrocken entgegen. Die Außenwirtschaftsagentur des Bundes hält die Auswirkungen von US-Strafzöllen für überschaubar, da Deutschland ohnehin „vorrangig Speziallegierungen“ an die Vereinigten Staaten liefern würde.
Der Euro ist am Freitag zwar für einen kurzen Moment leicht unter die 1,2070er Marke gerutscht. Die Verkaufsbereitschaft nahm daraufhin aber nicht zu. Im Gegenteil: Die Schwäche schien willkommen. Eine zügige Rückkehr in die ehemalige Konsolidierung könnte dem Euro schnell wieder auf die Beine helfen. Gegebenenfalls könnte daraus sogar wieder ein neuer Aufwärtstrend (>1,2350) entstehen.

USD

USD CHF (0,9880)

Mit der jüngsten, überraschend großen Annährung zwischen Nord- und Südkorea haben wohl die wenigsten gerechnet. Damit wäre fürs erste ein großer Unsicherheitsfaktor vom Tisch. Den Franken-Käufern, die einen sicheren Hafen suchen, bleibt vorerst also nur noch ein Thema: das Aufkündigen des Atomabkommens mit dem Iran. Dieser Frage steht US-Präsident Donald Trump nach Angaben seines Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton noch unentschlossen gegenüber. Der Greenback sprang am Freitag nach oben, ließ die letzten 5 Stellen zu unserer 0,9925er Zielmarke (Auslöser für 0,9980) jedoch offen. Die Gewinne an der Oberseite können kurzfristig weiter ausgebaut werden, solange die 0,9810er Marke nicht unterschritten wird.

GBP

EUR GBP (0,8795)

Als das britische Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal 2017 um 0,4 Prozent zulegte, waren Marktteilnehmer noch hoffnungsvoll gestimmt. Das Wachstum würde vermutlich nicht allzu sehr unter den Brexit-Querelen leiden und die Wirtschaft am Ende mit einem blauen Auge davonkommen, glaubte man. Am Freitag haben diese Hoffnungen jedoch einen deutlichen Dämpfer erlitten: Zum Jahresstart ist das Wachstum der britischen Wirtschaft fast zum Erliegen gekommen, ließ das Statistikamt (ONS) am Freitag auf Basis vorläufiger Daten wissen. Das BIP des ersten Quartals wuchs zum Vorquartal um lediglich 0,1 Prozent. Diese Zahl lag nicht nur deutlich unter den Markterwartungen, sondern markierte zudem noch die schwächste Wachstumsrate seit Ende 2012. Premierministerin Theresa May versuchte sich nach der Datenbekanntgabe in Schadensbegrenzung: Der Zuwachs sei zwar enttäuschend, die Wirtschaft jedoch fundamental stark. Dass Notenbankchef Mark Carney ihre Ansicht teilt, darf bezweifelt werden. Devisenhändler sehen eine Zinserhöhung der BoE aufgrund der jüngsten Zahlen jedenfalls in weite Ferne rücken, was sich am Freitag auch im Wechselkurs widerspiegelte. Der Euro ist wieder obenauf und hat das Zeug dazu, einen kurzfristigen Aufwärtstrend bis mindestens 0,8895 zu etablieren.

CHF

EUR CHF (1,1980)

Auf der Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat SNB-Präsident Thomas Jordan vergangenen Freitag unmissverständlich durchblicken lassen, er werde für angemessene monetäre Bedingungen sorgen und sei weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Oder anders ausgedrückt: Die expansive Geldpolitik der Schweizer wird unverändert fortgeführt. Den kurzfristigen Handel hat dies nicht überrascht. Der Euro blieb innerhalb seiner Vortagesspanne und besitzt nach wie vor Kraft, in Richtung 1,2035 bzw. darüber noch bis 1,2080 vorzudringen. Die Unterstützung, die in diesem Zusammenhang nicht mehr unterschritten werden darf, liegt nun weit höher, bei 1,1940.

PLN

EUR PLN (4,2070)

Der Freitag fügte sich nahtlos in das Bild einer ziemlich volatilen Handelswoche ein. Der Wochenschluss ging aber, im Gegensatz zu den Tagen davor, überraschenderweise zu Lasten des Euro, was jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit dem veröffentlichten Notenbankprotokoll stand. Der Euro gab bereits vorher kräftig nach. Das Währungspaar hat nun eine neue Konsolidierung (4,13 - 4,24) geformt. Solange Nachfrage bei 4,1950 den Euro auffangen kann, favorisieren wir einen erneuten Angriff der Oberkante.


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