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Wöchentliche Marktberichte

Apr 18, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR/CHF fast am alten Tief von 2015

USD

EUR USD (1,2380)

Seit Beginn dieses Jahres gab es immer wieder Spekulationen, ob China seine in den USA gehaltenen Anleihen in Höhe von mehr als 1,1 Billionen USD als Strafmaßnahme im Handelsstreit abbauen würde. Abgesehen davon, dass die dabei freiwerdenden USD-Beträge – sofern der Gegenwert nicht etwa in die eigene Infrastruktur investiert würde – in größerem Umfang wohl kaum in den europäischen Anleihemarkt umgeschichtet werden könnten, ist diese Maßnahme auch unter chinesischen Experten umstritten. Nun ergeben die Februar-Daten des US-Finanzministeriums, dass die Veränderung der Anleihebestände Chinas gegenüber dem Vormonat vergleichsweise marginal ausgefallen ist.
Unterdessen haben viele Akteure an den Finanzmärkten wohl den Kopf geschüttelt, als US-Präsident Donald Trump vorgestern Russland und China der absichtlichen Abwertung ihrer eigenen Währungen beschuldigte. Tatsächlich ist etwa der Yuan seit dem Amtsantritt Trumps nicht gefallen, sondern gegenüber dem US-Dollar um rund 10 Prozent gestiegen. Und hätte es gegenüber Russland keine Verstärkung der Sanktionen seitens der USA vor gut einer Woche gegeben, wäre auch der Rubel gegenüber dem Greenback in ähnlichem Maße gestiegen. Die Aufwertung ist letztlich durch das Zutun der US-Administration schlagartig innerhalb weniger Tage zunichte gemacht worden. Umso erstaunlicher war das Interview von US-Finanzminister Steven Mnuchin beim TV-Sender CNBC, da dieser den Trump‘schen Tweet insofern bestätigte, als er ihn als Warnschuss in Richtung Russland und China verstanden wissen wollte.
Was unterdessen die Entwicklung des Euro betrifft, war dieser gestern zwar kurz über die 1,24er Marke gestiegen, um aber danach einen Großteil dieses Impulses – wie von uns befürchtet – wieder zunichte zu machen. Allerdings ist fraglich, ob der schlechter als erwartet ausgefallene ZEW-Index für die Eurozone und Deutschland vor allen Dingen hinsichtlich der Konjunkturerwartungen für diesen Kursrückgang verantwortlich gemacht werden kann. Denn an den Aktienmärkten gab es keine vergleichbare Reaktion. Tatsächlich bleibt zu vermuten, dass auch diese jüngste Bewegung des Euro im Rahmen seiner breiten Konsolidierung zwischen 1,2155 und 1,2555 vermutlich eher auf Positionsverschiebungen kurzfristig orientierter Händler zurückzuführen ist.

USD

USD CHF (0,9670)

Es dürften wohl kaum die positiven ökonomischen Daten aus den USA gewesen sein, die dem Greenback den nötigen Schub gegenüber dem Franken verliehen haben. Natürlich sind sowohl die US-Industrieproduktion im März als auch die Neubauverkäufe besser als erwartet ausgefallen. Allerdings hat auch die Frankenschwäche dazu beigetragen, dass der USD beinahe unseren Widerstand bei 0,9690 getestet hätte. Darüber würde der Aufwärtstrend sogar bis auf 0,9800 fortgesetzt werden können. Das Ganze nun unter der Voraussetzung, dass 0,9555 nicht mehr unterlaufen wird.

GBP

EUR GBP (0,8650)

Da die Arbeitslosenquote (ILO) mit 4,2 Prozent im 3-Monatsdurchschnitt per Februar etwas niedriger als erwartet ausgefallen war und die Anträge auf Arbeitslosenhilfe im März über den Prognosen lagen, kann der Arbeitsmarktbericht des Nationalen Statistikamts ONS als durchwachsen bezeichnet werden. Indes: Die durchschnittlichen Wochenlöhne sind im Jahresvergleich mit einem Plus von 2,8 Prozent hinter den Erwartungen der Ökonomen (Median +3,0 Prozent) zurückgeblieben. Auch wenn die Bank of England (BoE) zuletzt signalisiert hatte, steigender Lohndruck sei Voraussetzung für eine Zinserhöhung, dürfte sich an den Erwartungen für einen weiteren Zinsschritt der BoE im Mai nichts geändert haben. Allerdings wird es wohl, gerade auch wegen der jüngsten Lohndaten, der einzige Schritt für dieses Jahr bleiben. Unterdessen hat der Euro zwar sein wichtiges Nachfrageniveau bei 0,8625/30 nur um das erforderliche Minimum (fünf Stellen) unterlaufen, doch per Saldo ist die Nachfrage an dieser Stelle immer noch nicht wirklich aus dem Weg geräumt. Darunter sollte sich der Abwärtstrend ohnehin wie gehabt in Richtung 0,8500 verstärken. Der Stabilitätspunkt an der Oberseite liegt jetzt bei 0,8760.

CHF

EUR CHF (1,1970)

Nun hat es also den nächsten Sprung für den Euro im Rahmen seines Aufwärtstrends gegeben. Die Art des jüngsten Impulses lässt darauf schließen, dass viele Marktteilnehmer offensichtlich mit dieser Kursentwicklung nicht gerechnet haben. Tatsächlich ist es auch schwer nachzuvollziehen, dass der Franken vor allem während des dramatischen Kursrückgangs der Aktienkurse im ersten Quartal dieses Jahres nicht stärker als so genannter „sicherer Hafen“ gesucht war. Womöglich hatten auch Marktteilnehmer insgeheim damit gerechnet, dass sich die Schweizerische Nationalbank vor ihrer ehemaligen Interventionsgrenze bei 1,20 00 vom Januar 2015, die damals bis dahin immerhin über Jahre hinweg erfolgreich verteidigt worden war, möglicherweise als Abgeber früherer Euro-Engagements zeigen würde. Auf jeden Fall kann sich der derzeitige Aufwärtstrend nun in Richtung 1,2015 fortsetzen – und dies gilt, solange die 1,1825er Unterstützung Bestand hat.

PLN

EUR PLN (4,1610)

Es ist das erste Mal, dass ein polnischer Zentralbanker öffentlich konkrete außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen diskutierte. Auch wenn das Mitglied des Geldpolitischen Rates der polnischen Nationalbank, Łukasz Hardt, betonte, dass dies nur ein Gedankenspiel sei, für den Fall, dass das Wachstum dramatisch einbrechen und die Inflation hinter dem gesetzten Ziel bliebe – der Zloty hätte durchaus reagieren können. Vielleicht lag es auch daran, dass Hardt tatsächlich für 2018 mit stabilen und für 2019 mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ebenfalls mit stabilen oder möglicherweise sogar steigenden Leitzinsen rechnet. Immerhin hat der Euro gestern nicht weiter an Boden verloren, aber der Abwärtssog kann sich immer noch in Richtung 4,1335, gegebenenfalls auch 4,1250 verstärken. Der Stabilitätspunkt bleibt unterdessen bei 4,1785.


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