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Apr 16, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wartet SNB auf Startschuss für Zinswende?

USD

EUR USD (1,2330)

Wenn Exportüberschüsse gemeldet werden, gilt dies gewöhnlich als potenzieller Auslöser der Ungleichgewichts-Diskussion. Jedenfalls dann, wenn die Zahlen aus Deutschland stammen, da hierzulande viel mehr Waren exportiert als aus dem Ausland eingeführt werden. Wird der Saldo, der sich aus Ex- und Importen mit dem Rest der Welt ergibt, aus der Eurozone gemeldet, ist alles halb so wild. Der Überschuss ist im Februar laut Statistikamt Eurostat saisonbereinigt auf 21 Milliarden Euro angestiegen und liegt somit etwas über den Markterwartungen, hieß es lapidar. Die Aufmerksamkeit der Devisenhändler richtete sich am Freitag eher Richtung US-Notenbank, denn Fed-Mitglied Eric Rosengren machte während einer Rede vor der Bostoner Handelskammer ein paar interessante Anmerkungen. Er sagte beispielsweise, die Geldpolitik müsse möglicherweise stärker gestrafft werden, als dies derzeit von der Medianprognose des Leitzinses reflektiert werde. Zwei Einflussfaktoren könnten die Notenbanker umstimmen: Falls der Arbeitsmarkt sich stärker verengen sollte, als dies Fed-Lenker erwarten, oder wenn sich die Inflation etwas „heißer“ entwickeln würde.
Ein weiterer Bereich, der in den Blickpunkt der Akteure geriet, war der Ölmarkt. Dies lag unter anderem daran, dass der Preis der Sorten Brent und WTI Kursniveaus erreichte, die seit Ende 2014 nicht mehr gehandelt worden waren. Allein durch dieses Mehrjahreshoch gelangte Rohöl aber nicht in den Fokus des Devisenhandels. Dafür sorgte eher die Warnung der Internationalen Energie-Agentur (IEA). In ihrem neuesten Ölmarktbericht befürchtet die Agentur, ein eskalierender Handelsstreit zwischen den USA und China könne den gegenwärtigen Heißhunger auf Öl weltweit gehörig dämpfen. Die IEA prognostiziert zwar, dass dieses Jahr mit einem Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu rechnen ist, was eigentlich positiv zu bewerten wäre. Doch der Zusatz, dass potenzielle chinesische oder US-amerikanische Strafzölle ein "Abwärtsrisiko" darstellten, trübt diese Prognose. Alles sieht nun danach aus, als könnte der Ölmarkt damit in nächster Zeit – hauptsächlich im Falle einer Handelsstreit-Eskalation – ein Aufmerksamkeits-Revival erleben. Für den Euro könnte Letzteres wohl erst gelten, wenn er endlich seine altbekannte Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555 verlassen würde.

USD

USD CHF (0,9625)

Normalisiert sich die Geldpolitik in anderen Ländern, würde dies den Handlungsspielraum der Schweizerischen Nationalbank erweitern, machte am Freitag SNB-Präsident Thomas Jordan im Gespräch mit der Samstagsausgabe der Zeitung "La Liberté" deutlich. Vermutlich meint er damit, dass die US-Notenbank diese Normalisierung bereits aktiv anstrebt, die EZB aber noch nicht damit begonnen hat. Die SNB wartet demnach wohl auf eine Art Startschuss der EZB. An der Oberseite findet sich wie gehabt relativ wenig Widerstand bis 0,9690 (leicht erhöht). Darüber wäre eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bis zur wichtigen 0,9780er Marke möglich. Um das gegenwärtige Momentum zu wahren, darf die 0,9530er Marke nicht mehr fallen.

GBP

EUR GBP (0,8650)

Bis alle Bedingungen für den Austritt Großbritanniens aus der EU endgültig ausgehandelt sein werden, wird es sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber immerhin ist mittlerweile die Verfahrensweise einiger wichtiger Vorhaben klarer geworden. Beispielsweise, was die Entsendung von Mitarbeitern aus bzw. in das Vereinigte Königreich angeht. Wie gestaltet sich die Aufenthaltsgenehmigung, wie die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Beurteilung? Ein Whitepaper des Bundes der Auslands-Erwerbstätigen (BDAE), das auf dem aktuellen Verhandlungsstand basiert, hilft, die Neuerungen einzuordnen und sich auf Veränderungen einzustellen. So kann sich die Wirtschaft rasch an neue Gegebenheiten anpassen und da weitermachen, wo der Brexit-Schock Abläufe unterbrochen hat. In welchem Verhältnis sich der Wettbewerb zwischen EU und UK im neuen Umfeld letztendlich verteilen wird, ist allerdings noch offen. Diese Bewertungsunsicherheit spiegelt sich auch in der monatelangen Seitwärtsbewegung von Euro und Pfund wider. Die breite Konsolidierung wurde vergangene Woche zwar kurzzeitig nach unten verlassen, stieß aber wie erwartet bei 0,8625/30 auf gute Nachfrage. Eine Stabilisierung ist nun schon früher, bei 0,8770, möglich.

CHF

EUR CHF (1,1875)

Heute früh wartet der Markt auf den Schweizer Erzeugerpreisindex. Doch ob dieses ökonomische Datum dem Franken wird helfen können, sich gegen den derzeit auffällig starken Euro durchzusetzen, darf bezweifelt werden. Übersteigt der Euro gar unsere 1,1890er Zielmarke, dürfte sich der Trend in Richtung 1,2015 fortsetzen. Jedenfalls solange, wie an der Unterseite die 1,1790er Marke nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,1670)

Diese Nachricht ließ Bond-Investoren am Freitag aufhorchen: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat ihre Bewertung für Polens Zahlungsfähigkeit verbessert und den Ausblick für Polen auf "positiv" von zuletzt "stabil" angehoben. Kreditanalysten bestätigten zudem die Bonitätseinstufung für lang- und kurzlaufende Anleihen in ausländischer und lokaler Währung. Zloty-Händler schien die Bekanntgabe zu gefallen, denn der jüngste Abwärtssog des Euro verstärkte sich und drückte ihn genau bis auf unsere anvisierte 4,1650er Marke. Der Stabilitätspunkt liegt nun deutlich tiefer als am Freitag und befindet sich bei 4,1910.


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