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Wöchentliche Marktberichte

Apr 13, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Alte Protokolle

USD

EUR USD (1,2330)

Man kann eigentlich, schon die Uhr danach stellen, wann der nächste Tweet von US-Präsident Donald Trump kommt und die Finanzmärkte beeinflusst. So auch gestern, als er seine Drohungen bezüglich einer Intervention in Syrien relativierte: Ein Angriff könne sehr bald oder nicht sehr bald erfolgen, so die banale Erklärung. Immerhin nahmen es die Finanzmarktteilnehmer mit Erleichterung auf, obwohl Trump mit dieser Relativierung lediglich der Empfehlung seiner Berater gefolgt sein dürfte. Eine Relativierung zum Schlechteren gab es jedoch bereits gestern früh. Denn das chinesische Wirtschaftsministerium machte deutlich, es sei ein Irrtum zu glauben, dass Präsident Xi Jinpings Rede zu Wochenanfang gegenüber den USA als eine Konzession im Handelsstreit zu werten sei. Vielmehr wurde klar, dass im Falle einer Eskalation im Handelsstreit seitens der USA China umgehend zurückschlagen werde. Diese recht harschen Töne, die unsere Vorbehalte hinsichtlich Xis Auftritt zu Beginn der Woche bestätigen, sind allerdings von den Marktteilnehmern nicht registriert worden. Intensiver schien man sich allerdings mit dem Protokoll der US-Notenbank vom Abend zuvor zu beschäftigen, dessen leicht falkenhafter Tenor die Händler erst mit Verspätung zu beeinflussen schien. Zumindest haben sich mittlerweile die impliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung im Juni gemäß CME FedWatch Tool auf rund 95 Prozent bzw. für insgesamt vier Zinsschritte in diesem Jahr auf 33 Prozent erhöht. Schließlich gab es auch noch die Zusammenfassung der vergangenen EZB-Sitzung (Accounts) zu begutachten. Aber dort war naturgemäß nichts Neues zu finden. Sei es, dass die Notenbank seinerzeit beschlossen hatte, aus ihrem Statement die Möglichkeit einer Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe zu streichen oder die Sorge vor den Folgen von Handelskonflikten. Tatsächlich schien sich fast schon etwas wie Enttäuschung breit zu machen, denn der Euro-Anstieg während der vier Handelstage, die dem gestrigen Donnerstag vorausgingen, könnte durchaus dem Glauben an einen leicht falkenhaften Unterton im Protokoll geschuldet gewesen sein. Tatsächlich sind die Protokolle von Fed und EZB schon Wochen alt und gerade, was Letztere betrifft, von neueren Statements überholt. So meldete sich gestern EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré zu Wort, er sehe möglicherweise Spielraum für eine straffere Geldpolitik, sofern der sogenannte neutrale Zins höher als bislang vermutet läge. Auch wenn Cœuré keine Angaben dazu machen konnte, wo dieser genau läge, handelt es sich doch um eine geldpolitische Taube. Und nach Ewald Nowotny ist dies nun das zweite Ratsmitglied in dieser Woche, das tendenziell falkenhafte Töne von sich gab. Dem Euro hat dies am Ende zumindest gestern nicht geholfen, denn die Gemeinschaftswährung musste wie schon häufiger in den vergangenen Wochen einen herben Rücksetzer hinnehmen und ist nicht in der Lage, derzeit ein frühes Signal in die eine oder andere Richtung innerhalb ihrer Konsolidierung zwischen 1,2155 und 1,2555 zu geben.

USD

USD CHF (0,9620)

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um eine Dollarstärke, wenn man das Verhältnis zum Schweizer Franken betrachtet. Und auch das Argumentarium spricht, wenn man etwa das oben genannte Fed-Protokoll betrachtet, für den Dollar. Die Risikofreude sei zurückgekehrt, heißt es überdies. Wegen US-Präsident Donald Trumps Relativierungs-Tweet bezüglich eines Militärschlags in Syrien. Dies ist insofern erstaunlich, da es tags zuvor keine Risikoaversion gab, die etwa zu einem Kapitalstrom in Richtung Franken geführt hätte. Auch ist der Dollar gegenüber anderen Valuten keinesfalls stark, sondern hat gegenüber einem Korb an Währungen sogar im Tagesvergleich nachgegeben. Dennoch mag der Greenback davon profitiert haben, dass an der Oberseite relativ wenig Widerstand bis 0,9680 einer Fortsetzung des Aufwärtstrends (darüber wäre auch 0,9770 denkbar) im Wege steht. Und um diesen genügend Momentum zu verleihen, darf nun an der Unterseite 0,9530 nicht mehr unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8660)

Der gestrige Abschwung des Euro zeigt sich vor allen Dingen im Verhältnis zu Pfund Sterling, das eigentlich per se wenig eigene Stärke zeigte. Dabei ergab die vierteljährliche Umfrage der britischen Handelskammer (BCC), dass die britische Industrie das größte Wachstum beim Absatz von Exportgütern seit dem zweiten Quartal 2014 verzeichnete, aber die heimische Nachfrage so schlecht wie zuletzt im vierten Quartal 2016 gewesen war. Mehr noch, warnte der Chefökonom der Kammer vor sich verschlechternden ökonomischen Rahmendaten und einer sinkenden Inflation. Mit anderen Worten: Die Möglichkeit der Bank of England, die Geldpolitik weiter zu straffen, sei limitiert. Eine Meinung, die eigentlich eher geeignet gewesen wäre, das Pfund etwas unter Druck zu setzen. Stattdessen hat der Euro die Untergrenze seiner Handelsbandbreite des Vormonats unterlaufen und hat nun nur noch den wichtigen Eckpunkt von 0,8625/30 als beste Unterstützung vor sich, bevor der Trend in Richtung 0,8530 weisen würde. Der kurzfristige Stabilisierungspunkt liegt nun mit 0,8780 tiefer. 

CHF

EUR CHF (1,1870)

Die Entspannung im drohenden Syrien-Konflikt hat auf das Währungspaar nur geringen Einfluss gehabt. Immerhin erreichte der Euro unser Ziel bei 1,1890 bis auf eine einzige Stelle. Darüber sehen wir nach wie vor eine Trendfortsetzung in Richtung 1,2035. Eine Aussicht, die solange bestehen bleibt, wie nun 1,1790 an der Unterseite nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,1770)

Ohne neue ökonomische Einflüsse scheint der Euro weiterhin leichtem täglichen Abwärtsdruck ausgesetzt zu sein, mit dem Risiko weiterer Kursrückgänge in Richtung 4,1690 und 4,1650. Auch wenn 4,2020 als Stabilitätspunkt nicht allzu weit entfernt liegt, hat der Euro sieben der vergangenen zehn Handelstage mit einem negativen Saldo abgeschlossen.


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