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Wöchentliche Marktberichte

Apr 12, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro trotzt Trump und Fed

USD

EUR USD (1,2360)

Obwohl der gestrige Handelstag mit nicht uninteressanten Neuigkeiten gespickt war, gab es für den Euro eigentlich nur eine Richtung. Die Gemeinschaftswährung blieb gut nachgefragt, daran konnten weder die Ankündigung eines Militärschlags in Syrien durch US-Präsident Donald Trump oder wichtige ökonomische Daten etwas ändern. Auch von Risikoaversion war zumindest in den Devisenmärkten trotz des Trump'schen Tweets nicht allzu viel zu spüren. Aber auch die Entwicklung der US-Verbraucherpreise verlieh dem Markt keine neue Richtung. Tatsächlich war die Teuerung gegenüber dem Vormonat entgegen der Erwartung (0,0 Prozent) um 0,1 Prozent gesunken. Aber die wichtigere Kernrate fiel mit 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr eigentlich wie prognostiziert aus. Möglicherweise standen die Händler aber auch noch unter dem Eindruck der gestrigen US-Produzentenpreise, deren stärker als gedachte Entwicklung für manchen eine Art Anker mit positiver Erwartungshaltung für die Verbraucherpreise dargestellt haben mag. Dennoch: Die US-Notenbank orientiert sich ohnehin eher am Index der privaten Konsumausgaben (PCE), wenn es um die Einschätzung der Inflation geht. Vielleicht werden sich darin dann die realen durchschnittlichen Wochenlöhne, die gestern stärker als prognostiziert gestiegen sind, zum Monatsende widerspiegeln.
Schließlich gab es noch das Protokoll des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu begutachten, das falkenhafter als gedacht ausfiel. Dass alle Mitglieder des Offenmarktausschusses von einem verbesserten konjunkturellen Ausblick ausgingen, war längst bekannt. Auch dass alle Mitglieder zuversichtlich sind, das
2-Prozent-Inflationsziel werde im Laufe dieses Jahres erreicht, sollte nicht überraschen. Aber dass sich einige FOMC-Teilnehmer vorstellen können, der Zinspfad könne etwas steiler als ursprünglich gedacht verlaufen, kann durchaus als Signal gewertet werden, dass man in diesem Jahr mit insgesamt vier Zinsschritten rechnen muss. Auch wenn es nur ein paar Teilnehmer waren, die befürchteten, die Fed könne sich in Zukunft womöglich gezwungen sehen, eine nicht mehr akkommodierende, sondern neutral oder gar straffe Geldpolitik zu signalisieren – die Tendenz ist erkennbar. Interessanterweise haben auch diese Neuigkeiten den Euro nicht wirklich in Mitleidenschaft ziehen können. Vielmehr zeigt er sich ausgesprochen stabil und bewegt sich nach wie vor in der Mitte seiner Konsolidierung zwischen 1,2155 und 1,2555.

USD

USD CHF (0,9585)

Es ist nicht, wie vielleicht mancherorts befürchtet, wegen der Androhung einer US-militärischen Intervention in Syrien zu größeren Fluchtbewegungen in den Franken gekommen. Unterdessen hält die Korrektur im Aufwärtstrend des US-Dollar an – das Potenzial reicht bis 0,9495/00 und darf für die Fortsetzung dieser Bewegung nicht unterschritten werden. An der Oberseite bleiben die Widerstände bis 0,9665 allerdings relativ rar gesät.

GBP

EUR GBP (0,8720)

Die Zahlen zum Output des verarbeitenden Gewerbes in Großbritannien sind gestern enttäuschend ausgefallen. Denn statt eines kleinen Plus gegenüber dem Vormonat ergab sich für Februar ein Minus. Und da auch die Bruttoinlandsprodukt-Schätzung des NIESR (National Institute of Economic and Social Research) für das erste Quartal 2018 nur noch auf ein Plus von 0,2 Prozent kam, geriet Sterling temporär leicht unter Druck. Größere Impulse sind gegenüber dem Euro, der sich immer noch in seiner Handelsspanne des Vormonats bewegt, dennoch nicht angezeigt. Dabei spielen als wichtige Eckpunkte 0,8625/30 als beste Unterstützung und 0,8825 als Stabilitätspunkt für den immer noch leicht schwächlichen Euro eine wichtige Rolle.

CHF

EUR CHF (1,1850)

Es müssen schon viele Akteure gegen einen weiteren Anstieg des Euro gewettet haben, sonst wäre dieser gestern Vormittag nicht plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser – abgesehen von Stopp-Loss-Käufen – in die Höhe geschossen, um ein neues Dreijahreshoch zu markieren. Sicherlich mag im Hinterkopf des einen oder anderen Akteurs noch der Kurs von 1,2000 herumspuken, das Niveau, an dem die Schweizerische Nationalbank (SNB) bis zum Januar 2015 immer wieder zugunsten des Euro intervenierte. Daraus jedoch zu schließen, dass sich die SNB exakt an diesem Niveau von einem guten Teil ihrer damals erworbenen Euro-Bestände trennen würde, scheint etwas vorschnell. Sicherlich spielen die Einstandspreise früherer Schieflagen eine Rolle für Angebot und Nachfrage im Markt. Abgesehen davon, dass eine Zentralbank nicht primär gewinnorientiert arbeiten muss, hat jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit schon längst ein Gewöhnungsprozess seit Januar 2015 stattgefunden, so dass die Einstandspreise aus diesen Interventionsbeständen in der Wahrnehmung der Entscheider schon längst adjustiert wurden. Unterdessen wurde unsere nächste Zielmarke bei 1,1890 auf zehn Stellen genau erreicht, wobei wir oberhalb dieses Niveaus 1,2035 ins Auge fassen würden. Diese positiven Aussichten bleiben bestehen, solange nunmehr 1,1785 nicht mehr unterschritten wird.

PLN

EUR PLN (4,1870)

Die Polnische Nationalbank hat wie erwartet bei ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins nicht verändert und rechnet damit, dass die Teuerung des Landes sich in den kommenden Jahren am Inflationsziel entlang bewegen wird. Auf den Zloty hatten all diese Neuigkeiten wenig Einfluss, weshalb der Euro erwartungsgemäß nach unten driften kann, nunmehr mit Risiko bis 4,1690. Der Stabilisierungspunkt liegt indes immer noch bei 4,2120.


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