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Wöchentliche Marktberichte

Apr 10, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

China zeigt weitere Instrumente 

USD

EUR USD (1,2320)

Wäre es gestern nach dem einzigen halbwegs interessanten Wirtschaftsdatum für die Eurozone, der deutschen Handelsbilanz, gegangen, hätte der Euro eigentlich leiden müssen. Denn der Überschuss fiel deutlich geringer aus als erwartet. Überhaupt schien sich unter den Kommentatoren der Eindruck breit zu machen, dass der Aufschwung in der Eurozone seinen Höhepunkt überschritten habe. Zumindest haben die jüngsten ökonomischen Daten per Saldo eher – wenn auch manchmal nur leicht – negativ überrascht. Warum ist nun der Euro dennoch gut gefragt? Interessanterweise könnte ein Blick auf Japan die Antwort geben. Denn die dortigen Investoren haben laut einer gestern veröffentlichten Statistik des japanischen Finanzministeriums im Februar umgerechnet ca. 36,6 Milliarden aus US-Staatsanleihen abgezogen – ein Rekordbetrag – und einen Teil davon in Anleihen der Eurozone (rund 8 Mrd. EUR) gesteckt. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre dies eine gute Erklärung, warum der Euro zuletzt auch die Unterseite seiner Konsolidierungszone nicht einmal ansatzweise testen konnte.
Interessante Kommentare gab es gestern aber auch aus China, als etwa die Nachrichtenagentur Reuters ein Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses der chinesischen Zentralbank, Fan Gang, zitierte. Dieser brachte nämlich als Reaktion auf den Handelskonflikt mit den USA ein Instrument ins Spiel, das bereits im Januar von Quellen aus China kolportiert und damals aber umgehend dementiert wurde: Die Rede ist davon, dass China seine hohen Bestände an US-Staatsanleihen, die Ende Januar 1.168 Milliarden USD (US-Finanzministerium) betrugen, als Druckmittel bei Verhandlungen einsetzen könne. Dies könnte in der Form geschehen, dass China sein Engagement in US-Staatsanleihen verringern oder gar völlig einstellen würde. Tatsächlich ist eine derartige Maßnahme umstritten, denn ein sich durch die fehlende Nachfrage möglicherweise abschwächender Dollar würde den USA im internationalen Wettbewerb gerade recht kommen.
Dies mag vielleicht auch einer der Gründe sein, weshalb gestern auch noch ein anderer Vorschlag (vgl. Bloomberg) verbreitet wurde, wonach China alternativ auch den Yuan abwerten lassen könnte, um die negativen Effekte der US-Strafzölle abzumildern. Auch diese Option ist nicht unumstritten und steht der ersten diametral entgegen. Am Ende konnte sich der Euro gestern immerhin wieder soweit erholen, dass er sich nun bis in den mittleren Bereich seiner breiten Konsolidierung zwischen 1,2150/55 und 1,2555 befestigt hat.

USD

USD CHF (0,9570)

Da es gestern aus den USA keine wichtigen Wirtschaftsdaten gab, zeigte sich der Greenback gegenüber dem Franken wie auch gegenüber anderen Valuten etwas schwächer. Dabei wurde auch die Unterstützung bei 0,9570 unterschritten, womit nun weitere Korrekturen bis auf 0,9490/95 drohen. Dieses Niveau darf für den Erhalt des Dollar-Aufwärtstrends nicht unterschritten werden.

GBP

EUR GBP (0,8710)

Der Halifax-Immobilienpreisindex ist im März mit einem Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat wesentlich stärker als erwartet (+0,1 Prozent) ausgefallen. Dadurch erhielt Pfund Sterling gestern zunächst etwas Auftrieb. Denn viele Akteure sehen in dieser Entwicklung ein weiteres Argument für eine erneute Zinserhöhung bei der Sitzung der Bank of England im Mai. Da der Devisenhandel jedoch gestern per Saldo mehr durch Eurostärke als durch Dollarschwäche beeinflusst wurde, musste Sterling im weiteren Verlauf die anfänglichen geringen Gewinne wieder abgeben. Am Ende verblieb der Euro in seiner breiten Handelsspanne des Vormonats (0,8665 - 0,8965), an deren Unterseite zusätzliche Nachfrage bei 0,8625/30 bereitstünde, falls der Euro nach unten abrutschen sollte. Der Stabilitätspunkt bleibt an der Oberseite dagegen bei 0,8825.

CHF

EUR CHF (1,1780)

Obgleich sich der Euro im Großen und Ganzen gegenüber vielen Valuten im guter Verfassung zeigte, produzierte er gegenüber dem Franken gestern gerade einmal eine Handelsspanne von 30 Stellen, die sich genau in der Bandbreite des Vortages bewegte. Vielleicht lag dies daran, dass die Schweizer Arbeitslosenquote mit 2,9 Prozent in etwa den Erwartungen entsprach. Somit warten wir weiterhin darauf, dass der Euro endlich in Richtung seiner nach wie vor gültigen Zielmarke bei 1,1850 aufbricht – jenseits davon würde der Aufwärtstrend in Richtung 1,2035 zeigen. In diesem Zusammenhang darf 1,1735 nach wie vor nicht mehr unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN (4,1910)

Der Zloty zeigte sich gestern gegenüber dem Euro marginal fester, wobei nach wie vor ein Abrutschen der Gemeinschaftswährung in Richtung 4,1850 oder 4,1780 möglich ist. Von einer Trendentwicklung kann jedoch nicht gesprochen werden. Diese Schwächetendenz bleibt bestehen, solange 4,2230 nicht überwunden wird.


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