Wöchentliche Marktberichte

Apr 09, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Stellendelle durch Kältewelle 

USD

EUR USD (1,2275)

„Schlechtes Wetter“, kombiniert mit einem leichten Achselzucken, war am vergangenen Freitag wohl die häufigste Antwort, die nach der Bekanntgabe des US-Arbeitsmarktberichts zu hören war, als sich Analysten zu den etwas enttäuschenden 103.000 neu geschaffenen US-Jobs äußerten, die außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden. Dies war aber auch schon die einzige Zahl, die den Markt überraschte. Vielleicht ist „überraschend“ sogar schon ein etwas zu starker Ausdruck. Denn lag es nicht letztlich an den sehr positiven Februar-Zahlen, dass viele Marktteilnehmer sich überhaupt zu einer hohen März-Prognose hinreißen ließen? Der Ankereffekt lässt grüßen. Wenn man den mitunter sehr kräftigen Arbeitsmarktzuwachs in den vergangenen Monaten bzw. Jahren betrachtet, hätten Ökonomen auch durchaus ein wenig konservativer an die Schätzung herangehen können. Beispielsweise mit dem Argument, die starke Februar-Zahl könnte zahlreiche neue Stellen bereits vorweggenommen haben. Am Ende ist der tatsächliche Grund auch nicht ganz so wichtig, wie es scheint. Weit entscheidender ist, ob Akteure, aber vor allem auch US-Notenbanker, davon ausgehen, dass es sich um eine nachhaltige Entwicklung handeln könnte. Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Die Reaktionen der Marktteilnehmer waren vergleichsweise verhalten. Und seitens der Notenbank gab es auch Entwarnung: Noch am Freitagabend ließ Fed-Chef Jerome Powell bezüglich des Arbeitsmarktes und der Lohnentwicklung wissen: Die Lage dort sei "nicht übermäßig angespannt". Daraus folgte unter Fed-Beobachtern die einhellige Meinung, die Fed werde ob des zurückhaltenden Jobwachstums vorerst nicht von ihrem geldpolitischen Kurs abweichen.
Der US-Arbeitsmarktbericht war somit nicht mehr als eine willkommene Abwechslung zum schwelenden Handelsstreit – ein Zwischenspiel. Das stets volatile US-Datum hat aber nicht so überraschen können, dass es auch in der neuen Woche seine Spuren im Markt hinterlassen könnte. Eher ist davon auszugehen, dass Euro-Händler wieder zur Tagesordnung übergehen werden. Sie werden sich somit vorerst weiter damit begnügen müssen, die Valuta innerhalb der breiten Konsolidierungszone (1,2155 - 1,2555) zu handeln.

USD

USD CHF (0,9595)

Fallender US-Dollar bzw. steigender Franken vermittelten am Freitag ein klares Bild der Lage: Leichte Enttäuschung auf der einen, und erneut aufkeimende Ängste auf der anderen Seite. Allerdings blieb der Rückgang des Dollar am Freitag überschaubar. Der US-Arbeitsmarktbericht war einfach nicht schwach und Trumps Drohrhetorik nicht laut genug. Schaden ist dem USD in seiner laufenden Aufwärtsbewegung jedenfalls nicht entstanden. Er war sogar schon recht nahe an unser nächstes Ziel bei 0,9690 herangekommen und bleibt vorerst auch in der Lage, dieses Niveau zu erreichen. Voraussetzung hierfür ist, sich oberhalb der 0,9570er Marke (nach oben gezogen) zu halten, sonst droht ein Korrekturlauf bis knapp unter 0,9500.

GBP

EUR GBP (0,8715)

Obgleich am Freitag in Großbritannien weder ökonomische Daten noch relevante Brexit-Statements veröffentlicht wurden, war das Pfund ordentlich in Bewegung und drückte den Euro auf den tiefsten Kurs, der seit seinem Abschwung Mitte März verzeichnet wurde. Diese Entwicklung deutet zwar nicht auf substanzielle Schwäche hin, spiegelt aber die Enttäuschung zahlreicher Händler wider, die zu Monatsbeginn auf eine stärkere Erholung gehofft hatten. Der Euro dürfte demnach weiter in seiner 300 Stellen breiten März-Handelsspanne (0,8665 - 0,8965) verharren. Daran dürfte wohl auch der heute zur Veröffentlichung anstehende Halifax Immobilienpreisindex nicht viel ändern. Sollte die Gemeinschaftswährung dennoch aus besagter Spanne nach unten herausrutschen, stünde abfedernde Nachfrage bei 0,8625/30 bereit. Der Stabilitätspunkt ist hingegen auf der Oberseite bei 0,8825 zu finden.

CHF

EUR CHF (1,1780)

Am Freitagmorgen schien es so, als ob sich die Lage im Handelsstreit zwischen den USA und China erneut zu verschärfen beginne. US-Präsident Donald Trump kündigte an, weitere Strafzölle prüfen zu lassen. Eine Flucht in „sichere Häfen“ setzte daraufhin jedoch nicht ein. Jedenfalls nicht in den Schweizer Franken. Dieser setzte sich zum Wochenende zwar gekonnt gegen den Euro durch, doch nicht stark genug, um uns von der nach wie vor gültigen Zielmarke (1,1850) abzubringen, die weiterhin übersprungen werden muss, um die Segel in Richtung 1,2035 zu setzen. Unser positives Szenario erfordert, dass die 1,1735er Marke bei Rücksetzern ein weiteres Abrutschen zu verhindern weiß.

PLN

EUR PLN (4,1975)

Weiterhin unverändert bleibt die Lage für den Zloty. Ein Abrutschen bis 4,1850 oder gar 60 Stellen tiefer wäre nicht verwunderlich, solange der 4,2230er Widerstand nicht beiseite geräumt wird.

HUF

EUR HUF (312,50)

Ungarn hat gewählt. Wie erwartet hat der EU-kritische Regierungschef Viktor Orban die Parlamentswahl gewonnen und wird nun seine vierte Amtszeit antreten – wie es aussieht, mit einer Zweidrittel-Mehrheit im Parlament. Auch wenn der Euro am Freitag den stärksten Tagesgewinn seit Ende Oktober verzeichnete, hat sich die Lage nicht geändert. Die Gemeinschaftswährung pendelt in der Mitte einer 


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