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Wöchentliche Marktberichte

Apr 05, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wenig Risikoaversion trotz Handelskonflikt

USD

EUR USD (1,2280)

Das beherrschende Thema am gestrigen Tag war der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China. Seitdem ist das Ausmaß der Vergeltungsmaßnahmen gegenüber den USA in voller Höhe klar geworden. Auf 106 US-Produkte gibt es nun Strafzölle, die insgesamt eine Summe von 50 Milliarden USD erreichen, sich also in einer ähnlichen Größenordnung bewegen wie die zuvor von den USA angekündigten Maßnahmen. China betonte zwar, keinen Handelskrieg zu wollen. Aber man habe auch keine Angst davor. Wie sehr die neuen Strafzölle beiden Seiten schaden, wird etwa am Beispiel von Sojabohnen deutlich. Denn China ist deren weltgrößter Importeur. Auf der anderen Seite ist der mittlere Westen in den USA eine der wichtigsten Regionen des Landes, in denen Sojabohnen produziert werden: In einer ersten Reaktion verloren Sojabohnen-Futures gestern mehr als 5 Prozent. Aber nicht nur die Landwirte in den USA werden weniger für ihre Erzeugnisse erlösen. Vielmehr werden wegen des Strafzolls auf importierte Sojabohnen auch die chinesischen Verbraucher zur Kasse gebeten werden. Trotz der angekündigten Vergeltungsmaßnahmen, auf die die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks zunächst mit saftigen Abschlägen reagierten, blieb es im Devisenhandel auffallend ruhig. Tatsächlich machte der Euro am frühen Vormittag einen kleinen Satz nach oben, um diesen Vorteil alsbald wieder abgeben zu müssen. Zuvor gab es immerhin Inflationsdaten für die Eurozone und die fielen mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent beim Konsumentenpreisindex gegenüber dem Vorjahr wie erwartet aus – die Kernrate lag geringfügig unter den Prognosen. Daten, die die Europäische Zentralbank sicherlich nicht zu eiligen geldpolitischen Maßnahmen verleiten werden. Aber auch besser als erwartete US-Daten wie der Zuwachs der Stellen im Nicht Agrarbereich, publiziert von der Arbeitsmarktagentur ADP, konnten den Euro nur kurzzeitig etwas unter Druck setzen. Genauso gering war der Vorteil für die Gemeinschaftswährung, als später die Einkaufsmanagerindices für die US-Dienstleister (Markit und ISM) hinter den Erwartungen zurückblieben. Genauso wie die Auftragseingänge für die Industrie im Februar. Am Ende wurde der Euro innerhalb der Bandbreite des Vortages gestern hin und her geschüttelt, ohne dass dabei wesentliche Impulse gesetzt werden konnten. Nicht zuletzt, weil der Euro derzeit innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555 nur ganz wenig Bewegungsspielraum hat.

USD

USD CHF (0,9615)

Der Aufwärtstrend des US-Dollar ist zwar nicht besonders stark, aber dennoch stetig. Dabei spielten die gestern veröffentlichten US-Daten unter dem Strich keine Rolle. Der Trend bleibt daher weiter leicht nach oben gerichtet mit Aufwärtspotenzial bis 0,9630, jenseits davon auch bis mittlerweile 0,9690. Nach wie vor darf in diesem Zusammenhang nicht mehr die 0,9520er Unterstützung unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8725)

Die gestrige Sterling-Entwicklung zeigt, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China derzeit die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dennoch gab es bei den ökonomischen Daten eine herbe Enttäuschung, denn der Einkaufsmanagerindex (Markit/CIPS) für das Baugewerbe lag mit 47,0 deutlich unter der mittleren Prognose von 51,0. Auch wenn dieses Datum mit einem Wert unter 50 nahezu dramatisch erscheint, hat es doch längst nicht einen so großen Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt wie etwa der Einkaufsmanagerindex der Fertigungsindustrie. Und so blieb auch die kleine Erholung des Euro überschaubar und war wohl eher einer temporären leichten Eurostärke denn einer Pfund Schwäche geschuldet. Per Saldo bleibt die Gemeinschaftswährung dennoch in latent schwächlicher Verfassung, dürfte aber ihr Abwärtsmomentum erst unterhalb von 0,8635 (dann in Richtung 0,8480) erhöhen. Der Stabilisierungspunkt bleibt wie auch bereits an den Tagen zuvor bei 0,8825.

CHF

EUR CHF (1,1805)

Wenn die Aktienmärkte wie auch gestern anfangs deutlich unter Druck geraten, könnte man eigentlich von einer umfassenden Risikoaversion in den Finanzmärkten ausgehen. Und dann sollte der Schweizerfranken als so genannter „sicherer Hafen“ gefragt sein. Davon war aber gestern nichts festzustellen. Im Gegenteil: Der Euro befestigte sich und liegt nun nur noch 25 Stellen unter seinem Jahreshoch von 1,1830, dem höchsten Niveau seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank ihre Interventionen gegen den Franken plötzlich aussetzte. Damit blicken wir weiterhin in Richtung der Zielmarke von 1,1850. Oberhalb davon dürfte sich der Aufwärtstrend in Richtung 1,2035 verstärken. Für den Erhalt dieses positiven Ausblicks darf allerdings 1,1735 an der Unterseite nicht unterschritten werden.

PLN

EUR PLN (4,2040)

Auch wenn sich der Euro gestern nur innerhalb seiner Vortagesbandbreite bewegte, geriet er gegenüber dem Zloty leicht unter Druck, vermutlich weil der polnische Konsumentenpreisindex mit 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich unter den mittleren Erwartungen (1,65 Prozent) der Ökonomen lag. Am Ende liegt das überschaubare Risiko weiterhin an der Unterseite bis 4,1850, während der Stabilisierungspunkt mit 4,2230 etwas niedriger anzusetzen ist.


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