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Apr 04, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Waagschale in Richtung Dollar?

USD

EUR USD (1,2275)

Es gab gestern schon einige Ungereimtheiten, mit denen sich die Devisenhändler herumschlagen mussten. Vor allem in Hinblick auf die Entwicklung der Aktienkurse an der Wall Street. Dort gab es am Ostermontag bekanntlich einen deutlichen Rücksetzer, und die Begründung dafür lautete: Angst vor den Folgen eines Handelskrieges. Wer jedoch gedacht hatte, dass die große Risikoaversion ausbrechen würde, die sich naturgemäß auch in Nachfrage nach US-Dollar niederschlägt, musste sich zumindest vorerst getäuscht sehen. Als nun gestern an Wall Street eine Erholungsphase eingeläutet wurde, war es vor allen Dingen die Sichtweise der Börsianer, die etwas irritierte. Denn der Grund für die Erholung lautete nicht etwa Entspannung im möglichen Handelskrieg zwischen den USA und China. Vielmehr hieß es, alles sei halb so schlimm und fast schon ein eher lokales US-Ereignis, wenn, wie am Ostermontag geschehen, vor allen Dingen die Tech-Werte unter die Räder gerieten. War das der eigentliche Grund, warum ausgerechnet gestern die Nachfrage nach dem so genannten Safe Haven, also nach dem US-Dollar aufflammte? Denn dieser konnte sich nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch im Verhältnis zu anderen Valuten befestigen.

Gerade zum Ende der europäischen Handelssitzung schienen aber ohnehin nicht mehr die Dollar-Argumente zu zählen, sondern diejenigen, die für einen schwächeren Euro sprachen. Jetzt tat man sich natürlich schwer, entsprechende ökonomische Daten auszugraben. Aber tatsächlich sind die deutschen Einzelhandelsumsätze im Februar hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auch könnte man das Mitglied des Offenmarktausschusses Neel Kashkari als Grund für den leicht gestiegenen Dollar anführen. Kashkari, der eigentlich als geldpolitische Taube gilt, hatte sich von den positiven Effekten der US-Steuerreform überrascht gezeigt. Vor allen Dingen, was das Vertrauen in die Konjunktur angeht. Ob man daraus vielleicht grünes Licht für eine weitere Zinserhöhung in den USA im Juni ablesen kann? Zumindest zeigt das CME FedWatch Tool, dass die implizite Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Schritt nunmehr bei rund 80 Prozent liegt.
Interessanter dürfte indes eine Personalie innerhalb des Offenmarktausschusses sein. Denn der Chef der Fed von San Francisco, John Williams, wurde gestern für einige überraschend zum neuen Präsidenten der Fed von New York – diese hat permanenten Sitz und Stimme im Offenmarktausschuss – berufen. Williams wird Bill Dudley Mitte Juni beerben und ist als Befürworter gradueller Zinserhöhungen bekannt. Allerdings ist er hinsichtlich des Inflationsziels pessimistischer als seine Kollegen und machte sich zuletzt für dessen Änderung stark. Am Ende bleibt der Euro allerdings innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2155/60 und 1,2555, verbunden mit der Gefahr, immer wieder kleinere Fehlsignale auszulösen.

USD

USD CHF (0,9580)

Dass sich der US-Dollar gestern in positiver Verfassung befand, zeigt sich auch im Verhältnis zum Franken. Zwar gab es keine wichtigen ökonomischen Daten, aber der Trend des Greenback ist leicht nach oben gerichtet, wobei sich das Aufwärtspotenzial bis 0,9630, aber möglicherweise auch bis 0,9675 erstreckt. In diesem Zusammenhang darf nun nicht mehr die 0,9520er Unterstützung unterlaufen werden.

EUR

EUR CHF (1,1765)

Wenn Wall Street in der Vergangenheit in die Knie ging, gab es häufig zumindest eine Fluchtbewegung in Richtung Schweizer Franken. Nicht so am vergangenen Ostermontag. Stattdessen hat sich der Euro gestern leicht befestigen können und strebt, wenn auch zögerlich, in Richtung seiner 1,1850er Zielmarke, die gleichzeitig ein Auslöser für weitere Stärke in Richtung 1,2035 darstellt. Dieses bullishe Szenario für die Gemeinschaftswährung bleibt erhalten, solange nun 1,1705 (modifiziert) nicht unterschritten wird.

GBP

EUR GBP (0,8715)

Der kleine Schub für Pfund Sterling wurde gestern allenthalben dem leicht besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindex (Markit) zugerechnet. Damit bleibt der Euro in seiner relativ schwächlichen Position gegenüber der britischen Währung, allerdings ohne starkes Abwärtsmomentum aufzubauen. Dessen Verstärkung erwarten wir ohnehin erst unterhalb von 0,8635, dann in Richtung 0,8480. Der Stabilisierungspunkt bleibt unterdessen bei 0,8825.

PLN

EUR PLN (4,1930)

Es mag dem Zloty geholfen haben, dass Polens Fiskaldefizit im Jahr 2017 (vorläufig) auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken ist (2016: 2,3 Prozent) und auch die Staatsverschuldung nur noch 50,6 Prozent des BIP ausmacht (2016 lag diese Quote noch bei 54,2 Prozent). Damit ist der Euro weiter in Richtung 4,1860 abgerutscht. Der Stabilisierungspunkt liegt auf der anderen Seite erst bei 4,2270.


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