Wöchentliche Marktberichte

Apr 03, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Chinas symbolische Strafe für die USA 

USD

EUR USD (1,2310)

Auch wenn erwartungsgemäß während der Osterfeiertage im Devisenhandel alles relativ ruhig geblieben ist, hat es dennoch ein paar interessante ökonomische Daten gegeben, die auf den ersten Blick wegen der geringen Handelsaktivitäten untergegangen sein mögen. Dennoch könnten sich gerade die Inflationsdaten einzelner Staaten der Eurozone, die noch am vergangenen Donnerstag und Freitag publiziert wurden, mit Verspätung doch auf die Inflationserwartungen auswirken. Denn das Zahlenwerk war durchaus widersprüchlich. Während die deutsche Inflation für den Monat März etwas niedriger als von den Ökonomen erwartet ausfiel, erlebten Italien und Frankreich einen entgegengesetzten Trend. So waren etwa in Frankreich die Konsumentenpreise gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent angestiegen, obwohl man vielerorts nur mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet hatte. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich in Italien, wo die Zunahme mit 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zwar nicht so hoch, aber dennoch deutlich oberhalb der Schätzungen von 0,1 Prozent gelegen war. Für den morgigen Mittwoch wird übrigens derzeit noch mit einer Euro-Inflation von 1,1 Prozent in der Kernrate gegenüber dem Vorjahr gerechnet – vielleicht wird es am Ende ein wenig mehr sein. Auch in den USA gab es noch vor den Feiertagen mit dem Gesamtindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), dem von der US-Notenbank favorisierten Indikator für die Inflationsentwicklung, Daten, die etwas höher als erwartet ausgefallen waren.
Am Ende bleibt der Euro jedoch aus zwei Gründen ohne Impulse. Zum einen, weil er sich ohnehin immer noch innerhalb seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555 bewegt. Außerdem liegt der heutige Eröffnungskurs nicht nur knapp über dem Mittelwert des ersten Quartals, sondern auch in der Nähe der Einstandspreise mittelfristig orientierter Akteure, wie sie von uns mit Hilfe eines verhaltensorientierten Modells berechnet wurden. Damit ist der Handlungsbedarf derzeit relativ überschaubar. Mit anderen Worten: Es gibt vermutlich keine allzu großen Schieflagen, die derzeit korrigiert werden müssten. Das hat zur Folge, dass stärkere Trends Mangelware bleiben. Es sei denn, es käme tatsächlich zu den von uns am vergangenen Donnerstag erwähnten langfristigen Kapitalverschiebungen, weg aus dem US-Dollar in Richtung Euro, wenn es etwa zu einer Neu-Allokation der internationalen Währungsreserven einzelner Staaten käme. Einer der Kandidaten hierfür wäre China, das sich im Handelsstreit mit den USA seit gestern ebenfalls mit Strafzöllen wehrt. Allerdings sind die Vergeltungsmaßnahmen, mit denen US-Importe belastet werden sollen, im Vergleich zu den US-Strafzöllen (ca. 3 Milliarden gegenüber 60 Milliarden USD) nach derzeitigen Stand lediglich symbolischer Natur.

USD

USD CHF (0,9560)

Die schlechter als erwartet ausgefallenen Daten zu den Einkaufsmanagerindices der Industrie, sowohl in der Version von Markit als auch von ISM, haben dem Dollar nicht geschadet. Damit bleibt das Aufwärtspotenzial des Greenback bis 0,9620 mit Zwischenwiderstand bei 0,9585.

GBP

EUR GBP (0,8750)

Es ist wohl lediglich etwas für Statistiker, wenn man feststellen kann, dass Sterling gegenüber dem US-Dollar immerhin mit einem Plus von rund 4 Prozent im vergangenen Quartal die beste Performance seit Mitte 2015 hingelegt hat – gegenüber dem Euro betrug dieses Plus immerhin noch 1,4 Prozent. Feiertagsbedingt kam es in diesem Währungspaar indes zu überschaubaren Schwankungen. Deswegen bleibt der Stabilisierungspunkt für den Euro bei 0,8825. An der Unterseite gab es ein paar Verschiebungen, weswegen die wichtigste Unterstützung nun etwas höher bei 0,8635 liegt. Darunter erwarten wir nach wie vor einen Test von 0,8480.

CHF

EUR CHF (1,1740)

Obgleich der Devisenhandel feiertagsbedingt in ruhigen Bahnen verlief, hat der Franken etwas zulegen können. Dennoch hat der Euro nach wie vor seine 1,1850er Zielmarke im Blick, die gleichzeitig ein Auslöser für weitere Stärke in Richtung 1,2035 darstellt. Allerdings wäre das bullishe Szenario für die Gemeinschaftswährung bereits nach Unterschreiten von 1,1715 dahin.

PLN

EUR PLN (4,2050)

Der Euro konnte sich während der Osterfeiertage graduell befestigen, droht aber immer noch in Richtung 4,1860 abzurutschen. Eine positivere Perspektive können wir der Gemeinschaftswährung auf der anderen Seite erst oberhalb von 4,2270 bescheinigen.

CZK

EUR CZK (25,34)

Am vergangenen Donnerstag beschloss die Tschechische Zentralbank (CNB) zwar, die Leitzinsen unverändert zu lassen, aber das Statement von Notenbankchef Jiří Rusnok im Anschluss an die Notenbanksitzung, die Geschwindigkeit der geldpolitischen Straffung könne sich erhöhen, falls die Krone zu langsam aufwerten sollte, hat der tschechische Währung nicht nur am Gründonnerstag, sondern auch während der Osterfeiertage Auftrieb verliehen. Das Statement Rusnoks ist umso bemerkenswerter, als viele Akteure wegen der schleppenden Inflation in den meisten zentraleuropäischen Staaten mit einer weniger falkenhaften Rhetorik gerechnet hatten. Allerdings rechnen wir mit einer weitergehenden Schwäche des Euro lediglich nach Unterlaufen von 25,29, da sich dieser bereits oberhalb von 25,44 dem kurzfristigen Druck entziehen könnte.


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