Wöchentliche Marktberichte

Mrz 28, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Mit gutem Grund nach unten

USD

EUR USD (1,2410)

Eigentlich sind es keine riesigen Bewegungen, die der Euro mitmachen muss. Aber innerhalb einer breiten Konsolidierungszone fällt es schon auf, wenn die Gemeinschaftswährung an einem Tag um ein Prozent steigt und tags darauf (wie gestern) zumindest temporär wieder fast den ganzen Gewinn hergeben muss. Das galt für den Euro im Verhältnis zum US-Dollar – gegenüber einem Korb von mehreren Valuten (vgl. Euro-Index, Reuters) ergab sich nur eine halb so große Abwertung; der Rest des Kursrückgangs war Dollarstärke geschuldet. Dennoch kamen die Gründe für den Euro-Rückgang in erster Linie aus der Eurozone. Denn es wurde eine Serie von Daten publiziert, die im Einzelnen nicht so wichtig erscheinen mögen, aber dann doch in der Gesamtheit Aussagekraft besitzen. So waren der Stimmungsindikator für die Eurozone (EU-Kommission) genauso wie die Geldmengenentwicklung (M3), die Zahlen zur privaten Kreditvergabe und letztlich auch noch die Importpreise jeweils hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückgeblieben. Und als dann noch EZB-Ratsmitglied und Chef der finnischen Zentralbank, Erkki Liikanen, fast im gleichen Zeitfenster äußerte, dass die Inflationsentwicklung in der Eurozone selbst bei robustem Wachstum die Erwartungen womöglich nicht erfüllen könnte, war dies nach Bundesbankpräsident Jens Weidmann das zweite Mitglied aus dem EZB-Rat, das seinem Ruf als Falke nicht gerecht wurde. War schon die von Weidmann angekündigte Zinswende für Mitte 2019 als zurückhaltend zu bezeichnen, galt dies erst recht für Liikanens Statement, bat er doch bei der Rücknahme geldpolitischer Stimuli seitens der EZB um Geduld. Wer weiß, was mit dem Euro noch passiert wäre, wären die jüngsten Zahlen zum Verbrauchervertrauen (Conference Board) aus den USA nicht ebenfalls hinter den Prognosen zurückgeblieben.
Und so gab es für den Euro einen halbwegs versöhnlichen Abschluss der gestrigen Handelssitzung. Zwar hat der am Montag gelegte Grundstock für einen kleinen Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung leichte Risse bekommen. Dennoch ist es für Konsolidierungsphasen, die wir wie die derzeitige nun bereits seit Wochen zwischen 1,2155 und 1,2555 erleben, typisch, dass direktional wirkende Bewegungen stärkere Rücksetzer hinnehmen müssen. Solange diese den Euro nicht unter 1,2320 drücken, bleiben die Aussichten für ihn günstig.
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USD

USD CHF (0,9470)

Trotz der gestrigen Zwischenerholung hat sich der Dollar am Ende nicht wirklich durchsetzen können. Dazu mögen auch die schlechter als erwartet ausgefallenen Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen (Conference Board) – sie sind trotz des gestrigen Rückgangs immer noch vergleichsweise hoch – beigetragen haben. Nach wie vor drohen dem US-Dollar Korrekturen in Richtung 0,9375, während der Punkt für eine Stabilisierung bei 0,9545 verbleibt.

GBP

EUR GBP (0,8750)

Pfund Sterling musste gestern genauso wie der Euro gegenüber dem US-Dollar einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen und kam dabei etwas stärker als die Gemeinschaftswährung unter die Räder. Zumindest temporär. Dabei hatte doch zuletzt eigentlich alles ganz ordentlich für die britische Währung ausgesehen. In Sachen Brexit scheint es voranzugehen, die Löhne stiegen zuletzt so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, und die Bank of England machte in der vergangenen Woche keinen Hehl daraus, dass zwei Mitglieder des Geldpolitischen Komitees am liebsten sofort den Leitzins erhöht hätten – nun gilt dieser Schritt für die Mai-Sitzung so gut wie ausgemacht. Vielleicht sind es fehlende weitere positive Überraschungsmomente, die bei Pfund-Händlern zur Glattstellung von bullishen Engagements geführt haben. Auch soll angeblich die gestrige Nachricht, dass der Schweizer Konzern Novartis seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen mit GlaxoSmithKline für 13 Milliarden Dollar in bar an den britischen Pharmakonzern verkauft, für Druck auf Pfund Sterling gesorgt haben. Dennoch sollte man dabei nicht vergessen, dass sich der Euro gegenüber dem Pfund zurzeit trotz der vorübergehenden leichten Erholung nicht in einem stabilen Umfeld befindet. Auch gestern wurde der Stabilisierungspunkt bei 0,8825 (geringfügig modifiziert) auch nicht ansatzweise in Angriff genommen. An der Unterseite haben sich die Auffanglinien etwas verschoben. Die wichtigste von ihnen liegt nun bei 0,8620 (vormals 0,8640), nach deren Unterlaufen ein Test von 0,8480 angezeigt wäre.

CHF

EUR CHF (1,1760)

Eine Handelsbandbreite von nicht einmal 40 Stellen ist nicht gerade der Stoff, aus dem große Trends gemacht werden. Dennoch präsentiert sich der Euro gegenüber dem Franken nach wie vor in guter Verfassung. Deswegen bleibt die Perspektive, dass sich die Gemeinschaftswährung im weiteren Verlauf in Richtung 1,1850 entwickeln kann, erhalten. Der beste Nachfragepunkt an der Unterseite bleibt bei 1,1650.

PLN

EUR PLN (4,2100)

Der leichte Aufwärtstrend des Euro konnte auch gestern kein Momentum hinzugewinnen. Im Gegenteil: Die Gemeinschaftswährung geriet sogar leicht unter Druck. Allerdings bleibt unser Ziel bei 4,2640 erhalten, solange an der Unterseite 4,2025 nicht verletzt wird.

HUF

EUR HUF (312,70)

Die gestrige Entscheidung der ungarischen Zentralbank, die Zinsen unverändert zu belassen, und das Bekenntnis zu einer fortgesetzten lockeren Geldpolitik war allenthalben erwartet worden. Damit bleibt der Euro innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 310,50 und 314,50 fast unbewegt.


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