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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 27, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro grundlos nachgefragt?

USD

EUR USD (1,2450)

Die beste Grundlage für einen vielversprechenden Trend ist das Fehlen guter Begründungen für diese Bewegung. Dies könnte ohne weiteres für die gestrige Entwicklung des Euro gelten. Denn es gab praktisch keine wesentlichen ökonomischen Daten, die den Auftrieb der Gemeinschaftswährung hätten rechtfertigen können. Auch die Rede von Bundesbankpräsident Jens Weidmann barg keine Überraschungseffekte. Zwar betonte Weidmann, er halte es nicht für ganz unrealistisch, dass die Märkte Mitte 2019 eine erste Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank sähen. Doch natürlich gehe es zunächst darum, das Anleihekaufprogramm zu Ende zu bringen. Und als Weidmann schließlich auch noch betonte, er halte ein vielfältiges Meinungsbild innerhalb der EZB für einen Gewinn, solange man sich im Ziel einig sei, konnte man fast schon den Eindruck gewinnen, dass selbst der als geldpolitischer Falke bekannte Bundesbankpräsident nicht mit einer Beschleunigung hinsichtlich einer möglichen Zinswende rechnet. Dies ist umso bedenkenswerter, sofern man sich zum Beispiel an die so genannten EZB-Quellen aus der vergangenen Woche erinnert, die immerhin besagten, dass sich Entscheider in der Zentralbank zuletzt weniger mit dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms als mit dem Verlauf des Zinspfads beschäftigen würden. Mit anderen Worten: Die Phantasie, wegen einer möglicherweise vorgezogenen Zinswende auf einen entsprechend festen Euro setzen zu können, ist eigentlich so gut wie dahin. Natürlich trifft dies auch auf den US-Dollar zu, für den die Zinsschritte der US-Notenbank in diesem Jahr ebenfalls vorgezeichnet scheinen. Wobei in diesem Fall vielleicht sogar das Risiko besteht, dass es in diesem Jahr eventuell doch noch zu insgesamt vier Zinserhöhungen kommt.
Auch kam unter Händlern gestern die zurückgekehrte Risikofreude als Kaufargument für den Euro auf. Spätestens mit Blick auf den Handelsschluss der Aktienmärkte in der Eurozone hätte diese Risikofreude wieder verschwunden sein müssen. Aber vielleicht richteten sich die Blicke auf die USA, wo der breitgestreute S&P 500 zur gleichen Zeit mit einem (später sogar kräftigem) Plus aufwartete. Am Ende scheint es, dass der Euro derzeit den Grundstock zu einem kleinen Aufwärtstrend innerhalb seiner Konsolidierung legt, die weiterhin zwischen 1,2155 und 1,2555 verläuft. In diesem Zusammenhang sollte 1,2310 nicht mehr verletzt werden.

USD

USD CHF (0,9440)

Während im Euro-Handel über weite Strecken das Argument der gestiegenen Risikofreude für Nachfrage nach der Gemeinschaftswährung gesorgt hat, scheint dies beim Währungspaar USD/ CHF nicht zu gelten. Zwar ist der gestrige Dollar-Abschwung nicht riesig gewesen, aber der relativ stärkere Franken hat den Greenback unter unsere wichtige Marke von 0,9445 gedrückt, womit dessen Erholungsphase beendet ist. Nun drohen Korrekturen bis auf 0,9375, während für neue Stabilität 0,9545 überwunden werden müsste.

GBP

EUR GBP (0,8745)

Eine Rede von Premierministerin Theresa May machte gestern deutlich, dass Großbritannien auch jenseits des Brexits mit der EU enger verbunden ist, als dies manchmal von den Scheidungsbefürwortern vorgegeben wird. So sprach May ihren Dank für die große Solidarität in der Russland-Affäre aus, die nicht nur die EU, sondern auch die USA und NATO ihrem Land entgegengebracht hätten. Und was die Strafzölle der USA betrifft, sitzt man mit der EU ohnehin im selben Boot, denn die Ausnahmeregelungen für die Zölle auf Aluminium und Stahl sind nur bis 1. Mai befristet. Dies mag letztlich auch der Grund sein, warum sich der Euro gegenüber Sterling gestern nur geringfügig besser schlug. Dabei hat sich die Situation der Unterstützungen kaum verändert – die wichtigste liegt bei 0,8640, weil ein Versagen an dieser Stelle die Unterseite bis auf 0,8480 öffnen würde. Auf der anderen Seite würde ein Überschreiten von 0,8820 den Euro stabilisieren.

CHF

EUR CHF (1,1760)

Nun hat die Schweizerische Nationalbank auch vom IWF eine Bestätigung erhalten, dass dieser sowohl die Interventionspolitik der Zentralbank als auch die Negativzinsen für gut befindet. Auch würde es der Ausblick für die Schweiz nicht notwendig erscheinen lassen, dass die SNB in der nahen Zukunft ihre Geldpolitik straffen müsse, war zu lesen. Aber auch was das Wachstum angeht, liegen die Prognosen des IWF fast gleichauf mit der des Staatssekretariats für Wirtschaft. Doch selbst von diesen guten Noten hat der Franken nicht profitieren können. Stattdessen überwand der Euro 1,1750 und scheint sich wieder einmal auf den Weg nach oben machen zu wollen – dieses Mal in Richtung 1,1850. An der Unterseite liegt der beste Nachfragepunkt bei 1,1650.

PLN

EUR PLN (4,2200)

Der leichte Aufwärtstrend des Euro bleibt derzeit fast ohne Momentum, ohne dass jedoch die Zielmarke von 4,2640 gefährdet wäre. Dies wäre nur der Fall, wenn 4,2025 nicht gehalten werden könnte.


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