Wöchentliche Marktberichte

Mrz 26, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EU meißelt Brexit-Strategie in Leitlinie

USD

EUR USD (1,2370)

Das Ende des ersten Quartals rückt näher. Dies ist normalerweise der erste Punkt, an dem Investoren das Handelsjahr bewerten und Zwischenbilanz ziehen. So wie sich die Finanzmärkte – allen voran der Aktienhandel – einmal mehr ins Wochenende verabschiedet haben, dürfte es wahrscheinlich kein besonders erfreuliches Resümee werden. Grund für die jüngste negative Marktentwicklung ist die Furcht vor einer Eskalation des US-Handelsstreits, der mittlerweile leider in einen handfesten Handelskrieg übergegangen zu sein scheint. Darauf deuten zumindest zahlreiche Provokationen und Aussagen der beteiligten Staaten hin, deren Vertreter beinahe täglich neue Drohkulissen aufbauen oder versuchen, mit markigen Sprüchen ihre Position zu stärken. Wenn z. B. der chinesische Botschafter in den USA, Cui Tiankai, verkündet, sein Land werde einen möglichen Handelskrieg "bis zum Ende ausfechten", oder der französische Präsident Emmanuel Macron den Vergleich bemüht, US-Präsident Donald Trump hielte der EU durch die kurze, nur 40 Tage währende US-Zoll-Schonfrist „eine Waffe an den Kopf”, wird klar, wie weit der Handelskrieg bereits fortgeschritten ist. Wie sehr sich die Lage bereits zugespitzt hat, versuchte auch WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo zu beschreiben, als er am Freitag in Genf darauf hinwies, dass Störungen innerhalb der globalen Handelsströme, die „Weltwirtschaft in Gefahr" brächten.
Investoren – das lässt sich an den Reaktionen der Finanzmärkte ablesen – sehen dies nicht viel anders. Der Handelskonflikt dominiert die Wahrnehmung der Akteure inzwischen intensiv, so dass sich Händler am Freitag nicht einmal von Fundamentaldaten, wie den überraschend stark gestiegen Auftragseingängen langlebiger US-Wirtschaftsgüter oder Äußerungen führender Notenbanker wie dem EZB-Ratsmitglied Ardo Hansson und Fed-Mitglied Raphael Bostic hinsichtlich der zukünftigen Zinsentwicklung, ablenken ließen.
Solange sich die Situation nicht entspannt, wird die allgemeine Nervosität an den Märkten weiter anhalten. EUR/USD-Händler scheinen diese Phase am liebsten aussitzen zu wollen. Dies liegt vermutlich daran, dass sie noch keinen Gewinner des Konflikts erkennen können oder weil sie wissen, dass ein Handelskrieg langfristig meist nur Verlierer produziert. Wie auch immer: Vorerst bleibt der Euro Gefangener seiner breiten Konsolidierung, die wie gehabt zwischen 1,2155 und 1,2555 verläuft.

USD

USD CHF (0,9455)

Einerseits wussten die gestern veröffentlichten US-Konjunkturdaten nicht in allen Punkten zu überzeugen. Andererseits waren Marktteilnehmer verunsichert, welche Konsequenzen die jüngsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen der US-Regierung haben könnten, insbesondere aber, wie Chinas Reaktion auf den jüngsten einseitigen Strafzollerlass ausfallen wird. Der USD gab seit Mittwoch zwar ein wenig nach, hält sich aber noch über der 0,9435er Marke (für heute leicht angepasst), sodass ein erneuter Anlauf in Richtung 0,9625 möglich bleibt.

GBP

EUR GBP (0,8735)

Kaum ist die lange verhandelte Übergangsphase beschlossene Sache, machen sich bei vielen Briten neue Zweifel breit, ob mit dem Brexit auch tatsächlich der richtige Weg eingeschlagen wurde. Andere demonstrieren und werfen lauthals die Frage auf, ob der Brexit es denn wirklich „wert sei“. Dass diese Fragen bei der britischen Regierung Gehör finden, darf bezweifelt werden. Zudem hat sich die Gemeinschaft der verbleibenden 27 EU-Staaten mit Großbritanniens Abschied bereits abgefunden. Aus dem langen Konditions-Gezacker hat man dazugelernt. Der künftige Umgang mit dem bzw. die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wurden nun sinnvollerweise schriftlich fixiert. Am Freitag verabschiedete die EU in diesem Zusammenhang entsprechende „Leitlinien". Der jüngste Euro-Rückgang ist von Nachfrage knapp unterhalb seiner früheren Konsolidierungszone aufgefangen worden. Weitere Unterstützung findet sich bei 0,8640. Ein Bruch letztgenannter Marke würde die Unterseite allerdings bis 0,8480 öffnen. Die Stabilität zurückzuerlangen bleibt indes ein hartes Stück Arbeit und erfordert nach wie vor ein Überschreiten des 0,8820er Widerstands.

CHF

EUR CHF (1,1710)

Immer wenn der Franken in den vergangenen beiden Wochen leichte Gewinne gegenüber dem Euro aufweisen konnte, hieß es prompt: „Der Schweizer Franken profitiert von der Unsicherheit im US-Handelsstreit“. So war es auch am Freitag, als der Euro im frühen Handel nachgab, sich aber später wieder bis auf 1,17 erholte – obgleich keine Entspannung des Konflikts zu verzeichnen war. Tatsächlich könnte der März für den Franken sogar der schwächste Monat seit Mitte 2017 werden. Der Euro erfreut sich derweil weiter guter Nachfrage (1,1635). Das Angebot vor der jüngsten 1,1750er Spitze erscheint hingegen dünn.

PLN

EUR CHF (1,1710)

Immer wenn der Franken in den vergangenen beiden Wochen leichte Gewinne gegenüber dem Euro aufweisen konnte, hieß es prompt: „Der Schweizer Franken profitiert von der Unsicherheit im US-Handelsstreit“. So war es auch am Freitag, als der Euro im frühen Handel nachgab, sich aber später wieder bis auf 1,17 erholte – obgleich keine Entspannung des Konflikts zu verzeichnen war. Tatsächlich könnte der März für den Franken sogar der schwächste Monat seit Mitte 2017 werden. Der Euro erfreut sich derweil weiter guter Nachfrage (1,1635). Das Angebot vor der jüngsten 1,1750er Spitze erscheint hingegen dünn.

HUF

EUR HUF (312,70)

Wirtschaftsminister Mihály Varga verkündete im vorab veröffentlichten Interview mit dem konservativen Blatt Magyar Hírlap, sein Land hätte „keine Eile, der Eurozone beizutreten“. Der Euro sprang Freitag bis auf 313,20, befindet sich aber weiter in der Mitte seiner breiten Seitwärtsspanne (310,50 und 314,50).


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