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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 21, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Risikoaversion und schlechte ZEW-Stimmung

USD

EUR USD (1,2270)

Wer gedacht hatte, es würde vor der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) keine Volatilität im Euro geben, musste sich getäuscht sehen. Gut möglich, dass es die allgemeine Risikoaversion war, die zu einer Aufwertung des US-Dollar geführt hatte. Denn es gibt nicht wenige Marktteilnehmer, die angesichts möglicherweise geänderter Wachstums- und Inflationserwartungen der FOMC-Mitglieder auch von einer Änderung der so genannten Forward Guidance ausgehen. Zumindest was das US-Wachstum angeht, dürften einige Fed-Vertreter optimistischer gestimmt sein als vor einem Vierteljahr. Ob allerdings die Inflations-Projektionen heraufgesetzt werden, ist jedoch angesichts der vor Wochenfrist veröffentlichten Konsumentenpreise nicht ganz sicher. Dennoch gibt es nicht wenige Akteure, die von einer Anhebung der so genannten Dot-Plots, der Zinsvorhersagen, ausgehen. Dies spiegelt sich auch in den impliziten Wahrscheinlichkeiten des CME FedWatch Tools wider. Dort liegt die Wahrscheinlichkeit für drei Zinserhöhungen im Jahr 2018 immerhin bei rund 78 Prozent. Aber auch die Wahrscheinlichkeit für vier Zinserhöhungen ist mit gut 39 Prozent durchaus als stattlich zu bezeichnen. Und so sollte es nicht erstaunen, wenn sich einige Händler eine Überraschung an der Oberseite ausrechnen und sich mit ihrer Positionierung in Richtung Dollar bewegt haben. Dafür dürfte auch das gestern beendete G20-Treffen gesorgt haben, in dessen Verlauf sich die Finanzminister offenbar nicht auf eine Verurteilung der Strafzollpolitik von US-Präsident Donald Trump einigen konnten.
Allerdings gab es gestern auch noch einen anderen Einflussfaktor, der auf den Euro gedrückt hat. Die Rede ist vom ZEW-Index, der hinsichtlich der ökonomischen Erwartungen sowohl für die Eurozone als auch für Deutschland deutlich unter den mittleren Prognosen der Ökonomen lag. Der Index, der sehr häufig die Börsenstimmung widerspiegelt, ist dem Vernehmen nach deswegen zurückgegangen, weil sich viele Investoren vor den etwaigen negativen Folgen eines drohenden Handelskriegs mit den USA fürchten. Per Saldo hat sich der Euro deutlich zurückgebildet, bewegt sich aber immer noch innerhalb seiner sehr breiten Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555. Doch gilt es zu berücksichtigen, dass selbst ein Durchbruch an der unteren Begrenzungslinie nicht sofort zu einem neuen Trend führen muss. Vielmehr ist das Risiko einer Fehlentwicklung (mit anschließenden Aufwärtsbewegungen) nicht zu unterschätzen. Ursache: Die breite Zone dürfte den meisten Marktteilnehmern aufgrund ihrer guten Erkennbarkeit bereits seit Wochen bekannt sein, so dass entsprechende Wetten auf einen Durchbruch vielfach bereits im Vorfeld vorgenommen worden sein dürften.

USD

USD CHF (0,9545)

Dass der Franken am gestrigen Handelstag weder zu innerer Stärke noch zu innerer Schwäche tendierte, zeigt sich im Verhältnis zum US-Dollar. Dieser hatte sich nämlich (im Gegensatz zu EUR/CHF) gegenüber dem Franken befestigt. Dabei erwarten wir weiterhin Kursgewinne in Richtung 0,9625 (ein entsprechender Trendkanal reicht sogar ein wenig weiter). Das entscheidende Niveau an der Unterseite für den Fortbestand der Dollar-Erholung heben wir nun auf 0,9435 an.


GBP

EUR GBP (0,8750)

Die britischen Inflationsdaten sind gestern fast durchweg niedriger ausgefallen als erwartet. Dies gilt vornehmlich für die Konsumentenpreise, deren Index im Jahresvergleich im Februar mit 2,7, bzw. 2,4 Prozent in der Kernrate zwar über dem Inflationsziel (2 Prozent), aber unter den mittleren Prognosen lag. Wir erinnern uns: Im Januar lag der Konsumentenpreisindex noch bei 3 Prozent. Ähnliches gilt für die Produzentenpreise sowie die Hauspreise, die sich auf Jahressicht ebenfalls niedriger als erwartet entwickelten. Allerdings dürfte für Zinsfalken die Inflationsrate immer noch hoch genug seien, um zumindest für Mai eine weitere Zinserhöhung ins Auge zu fassen. Marktteilnehmer erwarten von der Sitzung der Bank von England am morgigen Donnerstag zumindest einige Hinweise auf die weitere Leitzinsentwicklung. Mittlerweile haben die Märkte etwa drei Zinserhöhungen für Großbritannien in den kommenden drei Jahren im Visier (vgl. Bloomberg). Unterdessen hat sich der Euro gegenüber Sterling erneut abgeschwächt, ohne jedoch bislang die breite Handelsspanne des Vortages an der Unterseite zu verlassen. Dennoch spricht vieles dafür, dass die Gemeinschaftswährung demnächst die Unterkante ihrer früheren Konsolidierungszone bei 0,8685 testen wird. Dieses Risiko besteht, solange wie 0,8830 nicht überwunden wird.

CHF

EUR CHF (1,1705)

Die Schweizer Regierung hat ihre Wachstums- und Inflationsprognosen für dieses Jahr durchweg und für 2019 zu großen Teilen leicht angehoben. Allerdings sind sich die Wirtschaftsexperten des Bundes im Klaren darüber, dass von den protektionistischen Maßnahmen der USA erhebliche konjunkturelle Risiken ausgehen könnten. Unterdessen hat der Euro gestern sein nächstes Ziel bei 1,1760 bis auf rund zehn Stellen erreicht. Oberhalb davon sehen wir nach wie vor weitere Aufwärtsbewegungen Richtung 1,1870. Dies unter der Voraussetzung, dass 1,1665 an der Unterseite nicht verletzt wird.

PLN

EUR PLN (4,2300)

Auch das falkenhafte Statement des Mitglieds der Polnischen Nationalbank, Eugeniusz Gatnar, der darauf hinwies, dass eine Leitzinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte 2018 möglicherweise gerechtfertigt sei, um vorsorglich etwaiger Inflation entgegenzuwirken, ist offenbar ungehört verhallt. Denn der Euro konnte weiter zulegen und steuert nun bereits in Richtung 4,2460, wobei jenseits dieser Marke auch ein Test von 4,2620 denkbar wäre. In diesem Zusammenhang darf 4,2000 an der Unterseite nicht mehr unterlaufen werden.


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