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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 20, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ein guter Deal?

USD

EUR USD (1,2330)

Die heute und morgen stattfindende Sitzung der US-Notenbank hat bereits gestern ihre Schatten vorausgeworfen. Nicht etwa, weil man irgendwelche Zweifel an einer Leitzinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte hegen würde. Vielmehr gilt das Interesse den neuen Wachstumsvorhersagen sowie den Inflationserwartungen und den damit verbundenen Zinsprognosen, den so genannten „Dot Plots“, die die Mitglieder des Offenmarktausschusses bekanntgeben werden. Möglicherweise lassen sich daraus neue Hinweise auf die Anzahl der möglichen Zinserhöhungen in diesem Jahr, also möglicherweise auch eine Änderung der Forward Guidance ableiten. Deswegen war gestern unter den Händlern eine gewisse Risikoaversion festzustellen – an einem anderen Handelstag hätte es womöglich mehr Volatilität gegeben. Gerade wenn wie gestern aus so genannten EZB-Quellen Neues zu vernehmen ist.
So sollen sich dem Vernehmen nach EZB-Vertreter bei ihren jüngsten Diskussionen nicht mehr so sehr auf das Ende der Anleihekäufe fokussiert haben. Vielmehr fand angeblich eine Debatte über die Entwicklung der Leitzinsen statt, also über die Zeit nach dem Ende der quantitativen Lockerungsmaßnahmen. Und damit nicht gleich wieder Spekulationen über einen steileren Zinspfad aufflammen, wolle man, so die Quellen (gegenüber Reuters), angesichts der schleppenden Inflationsentwicklung etwaige Erwartungen hinsichtlich schneller Zinserhöhungen von vornherein eindämmen. Tatsächlich ließ sich allerdings nicht verhindern, dass der Euro etwas zulegen konnte. Den eigentlichen Schub bekam dieser allerdings aus einer anderen Quelle: die vorläufige Einigung zwischen der EU und Großbritannien über eine Übergangsperiode nach dem Brexit im März 2019. Am Ende hat der Impuls allerdings nicht gereicht, um die Gemeinschaftswährung markant innerhalb ihrer Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555 anzuschieben.

USD

USD CHF (0,9520)

Während der Dollar im Vergleich zu einigen anderen Währungen teils deutliche Verluste hinnehmen musste, blieb er im Verhältnis zum Franken halbwegs stabil. In erster Linie, weil sich die schweizerische Währung im gleichen Zuge ebenfalls leicht abgeschwächt hat. Gut möglich, dass die Angst vor einer Ausweitung des US-Handelskonflikts dabei eine gewisse Rolle gespielt haben mag. Für den Greenback bleibt jedenfalls alles beim Alten, da wir weitere Kursgewinne in Richtung 0,9625 erwarten. Dabei darf nach wie vor 0,9400 an der Unterseite nicht verletzt werden.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Eine faustdicke Überraschung brachte der gestrige Handelstag für Pfund Sterling mit sich. Denn die EU und Großbritannien haben sich zumindest vorläufig auf eine Übergangszeit nach dem Brexit geeinigt. Demnach soll es ab März 2019 eine 21-monatige Übergangsfrist bis Ende 2020 geben. Allerdings wies EU-Chefunterhändler Michel Barnier darauf hin, dass der Deal nur im Rahmen eines umfassenden Austrittsabkommens in Kraft treten würde. Außerdem bedarf jener noch der Zustimmung der Staats- und Regierungschefs der EU. Während der Übergangszeit muss sich Großbritannien weiterhin an die EU-Regeln halten und bekommt im Gegenzug Zugang zum Binnenmarkt und bleibt damit Teil der Zollunion. Allerdings wurde noch keine Einigkeit über Grenzkontrollen zwischen dem der EU angehörenden Irland und dem britischen Nordirland erreicht.
Diese Meldung gab Sterling einen erheblichen Schub, zumal sich die britische Handelskammer zufrieden zeigte, weil das geplante Abkommen den meisten Unternehmen genügend Planungsspielraum und größere Sicherheit geben würde. Per Saldo rutschte der Euro bis auf knapp 0,8740 ab, um sich danach allerdings gleich wieder deutlich zu erholen. Denn bei aller Euphorie dürfte den meisten Akteuren klar geworden sein, dass noch viele Differenzen behoben werden müssen. Letztlich bleibt der Euro allerdings unter Druck und läuft nun Gefahr, die Unterkante seiner früheren Konsolidierungszone bei 0,8685 zu testen. An der Oberseite liegt der wichtigste Widerstand, nach dessen Überschreiten der Euro aus dem Schneider wäre, bei 0,8885.

CHF

EUR CHF (1,1740)

Ohne neue ökonomische Einflüsse hat sich der Euro mit einem deutlichen Impuls aus seiner Lethargie befreit und sollte alsbald die Marke bei 1,1760 testen, um jenseits davon bis auf 1,1870 vordringen zu können. Voraussetzung für diesen Trend bleibt, dass nun die höhere unserer beiden Unterstützungen bei 1,1665 unverletzt bleibt.

PLN

EUR PLN (4,2210)

Die Produzentenpreise sind in Polen für den Monat Februar gegenüber dem Vorjahr mit -0,2 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Und weil auch die Zahlen zur Industrieproduktion enttäuschten, ist es denkbar, dass der Zloty deswegen gestern geringfügig unter Druck geriet. Der Euro ist somit weiterhin auf dem Weg in Richtung 4,2460, wobei mit Zwischenwiderstand bei 4,2300 zu rechnen ist. Die Marke für den Erhalt des positiven Trends ist nun höher, bei 4,1940, anzusetzen.


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