Wöchentliche Marktberichte

Mrz 19, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USA: Strafzölle im Süden, Leitzins im Norden

USD

EUR USD (1,2265)

Wie so oft, wenn Sitzungen der US-Notenbank anstehen, auf deren Agenda wichtige geldpolitische Entscheidungen stehen, ist seitens Marktteilnehmern und -kommentatoren diese Floskel zu hören: Entscheider des Offenmarktausschusses (FOMC) könnten vielleicht noch in letzter Minute ihre Meinung ändern, wenn kurz vor dem Treffen gewichtige Konjunkturindikatoren zur Veröffentlichung anstehen. Vergangenen Freitag waren damit die US-Industrieproduktion und das Verbrauchervertrauen gemeint. Doch diejenigen, die insgeheim gehofft hatten, die erste US-Leitzinserhöhung des Jahres könne durch überraschend negative Fundamentaldaten im Vorfeld in Frage gestellt werden, sahen sich am Freitag eines Besseren belehrt. Denn zum einen stieg das US-Konsumentenvertrauen auf ein 14-Jahres-Hoch, zum anderen weitete sich die Februar-Industrieproduktion mit der stärksten Zuwachsrate der vergangenen vier Monate aus. Dies spiegelte sich auch in den Erwartungen des Terminhandels: Das CME FedWatch Tool setzte die implizite Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung von 25 Basispunkten nach Veröffentlichung der zuvor genannten Fundamentaldaten bei 94,4 Prozent an. Zahlreiche Marktbeobachter gehen aber bereits von einer 100-prozentigen Erfüllungsquote aus, was sich auch an den Reaktionen der US-Dollar- und Bondhändler ablesen ließ.
Im Euroraum sieht das Umfeld indes ganz anders aus, denn der Preisdruck fiel im Februar niedriger als erwartet aus. Seit Dezember vergangenen Jahres sinkt die Inflation stetig. Ein weiteres Problem stellt der zähe Anstieg der Arbeitskosten dar, der sich laut Eurostat erneut verlangsamte, was insbesondere die EZB-Führung beschäftigt. Nicht weniger besorgt blickt der Markt auf die Entwicklung des jüngsten Handelsstreits. In den nächsten beiden Tagen werden die umstrittenen US-Strafzölle auf dem G20-Treffen in Buenos Aires diskutiert werden, da viele Staaten der Meinung sind, dass sie den Grundsätzen der WTO widersprechen.
Ab Mittwoch wird sich dann der Fokus des Handels nach Washington verschieben. Dort findet die Fed-Zinssitzung statt – die erste unter Leitung des neuen Präsidenten Jerome Powell. Bis dahin dürfte der Euro weiter in seiner Konsolidierungszone (1,2155 - 1,2555/65) verharren.

USD

USD CHF (0,9535)

Der Dollar nutzt die Gunst der Stunde. Am Freitag ist er auf das höchste Niveau seit Ende Januar geklettert und konnte dadurch die Distanz zu unserer 0,9620er Zielmarke weiter verringern. Unterdessen steigen die Wetten auf einen fallenden USD weiter an. Die von der Commodity Futures Trading Commission berechneten offenen Währungskontrakte weisen die höchste USD-Netto-Short-Position seit vergangenem Oktober aus. Als Kontraindikator wäre dies für ein positives Dollar-Szenario förderlich. Unser positives Szenario erfordert allerdings, dass die 0,9400er Marke nach wie vor unversehrt bleibt.

GBP

EUR GBP (0,8805)

Von der britischen Regierung erwartet man in Brüssel noch sehr viele Antworten auf die Frage, wie die wirtschaftlichen Beziehungen nach dem Brexit aussehen sollen. Der finanzielle Aspekt ist die eine Sache. Die Frage der Zusammenarbeit in Forschung und Bildung eine andere. Auf Letztere ging Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag im Rahmen ihrer wöchentlichen Videobotschaft ein. Auch Merkel fragte die Briten, wie die künftigen Beziehungen zur EU ihrer Meinung nach aussehen sollen, und hoffte dabei, dass London die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern im wissenschaftlichen Bereich fortsetzen werde. Diese Signale sollen der britischen Regierung vermutlich vermitteln, dass die Trennung von der EU nicht als Isolation verstanden werden darf. Bei Merkels Aussagen handelt es sich um freundliche, sinnvolle Gesten, die eine Perspektive für ein gemeinsames „Danach“ liefern. Ob sie damit aber auch die Stimmung bei den weit unangenehmeren Finanzverhandlungen besänftigen kann, ist fraglich. Der Euro hat zum Wochenauftakt unsere 0,8810er Marke unterschritten und somit seine Stabilität verloren. Der letzte Strohhalm, an den er sich klammern kann, ist die Unterstützung bei 0,8795 (nur heute gültig), die gleichzeitig der Auslöser für Verluste bis zur Konsolidierungsunterkante (0,8685) darstellt. Neuer Widerstand hat sich unterdessen bei 0,8875/85 aufgebaut.

CHF

EUR CHF (1,1695)

Von Hektik aufgrund des Hexensabbats, dem großen Verfallstermin der Futures- und Optionsmärkte, war am Freitag weder an der Schweizer Börse noch im Franken irgendetwas zu spüren. Gegen den Euro betrug die Trading-Range gerade einmal kümmerliche 30 Stellen, so dass nach wie vor von Konsolidierung auf hohem Niveau gesprochen werden kann und der Euro in der Lage bleibt, die 1,1760er und darüber die 1,1865er Marke zu erreichen. Voraussetzung: Die 1,1615/20er Unterstützung bleibt unverletzt.

PLN

EUR PLN (4,2160)

Polens Leistungsbilanzüberschuss lag am Freitag mit zwei Milliarden Euro etwas über der mittleren Schätzung von 1,69 Milliarden Euro, die Analysten zuvor in der Thomson-Reuters-Umfrage abgegeben hatten. Für den Euro erwarten wir, wie gehabt, Kursgewinne bis 4,2460, wobei mit Zwischenwiderstand bei 4,2300 zu rechnen ist. Der positive Trend bleibt erhalten, solange die 4,1870er Marke verteidigt wird.


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