Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mrz 13, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Verbraucher im Visier

USD

EUR USD (1,2330)

Trotz aller Diskussionen um den Handelskonflikt mit den USA, der zumindest verbal von US-Präsident Donald Trump via Twitter immer wieder angeheizt wird, scheint man sich innerhalb der EU zumindest über eines einig: Es wird nicht notwendigerweise einen Gewinner geben, sondern ein möglicher Handelskrieg schadet allen. Und wenn man einem Kommentator in der gestrigen Ausgabe der Financial Times folgt, bekommt man fast den Eindruck, der Konflikt bestünde in erster Linie zwischen den USA und China, während die EU trotz aller Drohungen seitens der USA (etwa bei der Besteuerung von Autoimporten) eher eine Nebenrolle einnimmt.
Der Euro hat sich möglicherweise aber nicht deswegen gestern kaum bewegt, sondern wohl eher wegen der für heute erwarteten US-Inflationszahlen. Während am Freitag zumindest an den US-Aktienmärkten der positive Eindruck entstand, ein so genanntes Goldilock-Szenario, die Kombination aus gutem Wachstum und einer moderaten Inflation, sei wiederaufgelebt, kann man das für den Devisenhandel nicht sagen. Und wenn man sich den Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag vor allen Dingen hinsichtlich der Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne ansieht, wird augenscheinlich, dass sich mit der für die Inflationserwartungen mancherorts nicht ganz unwichtigen Zahl kaum jemanden beschäftigt hat. Möglicherweise weil die Erwartungen der Ökonomen, zumindest was den Monatsvergleich der durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber Januar angeht, getroffen wurden. Weniger beachtet worden sind offensichtlich die Februar-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr, die unter den mittleren Erwartungen der Analysten lagen. Und weil auch noch der Zuwachs der durchschnittlichen Stundenlöhne aus dem Januar zurückgenommen werden musste, hätte sich dieser Umstand auch auf die Zinserwartungen auswirken müssen. Denn die vor fünf Wochen als inflationstreibend wahrgenommenen Zahlen wurden durch die Februar-Daten eigentlich als Ausreißer relativiert. Aber diese Korrektur schlug sich in den Erwartungen in Hinblick auf die Anzahl der möglichen Zinsschritte der Fed in diesem Jahr kaum nieder – das CME FedWatch Tool sieht hierfür immer noch eine implizite Wahrscheinlichkeit von mehr als 30 Prozent. Und so wundert es auch nicht, dass der Euro gestern innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555 fast unbewegt blieb.

USD

USD CHF (0,9480)

Dass sich einige Akteure offensichtlich nicht auf eine starke US-Inflation einrichten, zeigt die Entwicklung des Greenback gegenüber dem Franken. Zwar ist der Dollar nicht dramatisch zurückgefallen, bleibt aber trotz der positiven US-Konjunkturerwartungen nicht richtig gut nachgefragt. Dennoch würde ein weiterer Kursrückgang erst unterhalb von 0,9430 zu einem Momentum-Verlust führen, während der Stabilitätspunkt bei 0,9380 liegt. Deswegen stehen die Chancen für einen Test von 0,9615/25 per Saldo unverändert gut. 

GBP

EUR GBP (0,8875)

Daten von Visa (in Zusammenarbeit mit Markit) zeigen, dass der inflationsbereinigte Verbrauch britischer Konsumenten auch im Februar gesunken ist. Nach einem Minus von 1,2 Prozent im Januar (ggü. Vorjahr) sieht der Februar (-1,1 Prozent) nicht viel besser aus. Alles weist darauf hin, dass es sich um den schwächsten Jahresbeginn bei den Konsumausgaben seit dem Jahr 2012 handelt und dass das erste Quartal dieses Jahres so schlecht wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen ausfallen dürfte. Auch wenn die Erhebung nur einen Teil der britischen Verbraucher (rund ein Drittel) umfasst, ist sie dennoch nicht unwesentlich. Neben den sinkenden Realeinkommen ist jedoch für die Zurückhaltung der Konsumenten möglicherweise auch eine Angst vor den Brexit-Folgen verantwortlich. Diese scheinen auch für Schatzkanzler Philip Hammond wesentlich zu sein, der heute seinen Frühjahrs-Budgetbericht abliefern wird. Und es zeichnet sich bereits ab, dass der Finanzminister den niedrigsten Haushalt seit dem Jahr 2002 vorstellen wird – unter anderem um Reserven für den Brexit vorhalten zu können. Dessen ungeachtet hat sich Sterling gegenüber dem Euro zumindest insoweit befestigen können, als die Gemeinschaftswährung unter unsere 0,8875er Unterstützung gefallen ist und sich damit die Chance auf einen positiven Kursverlauf in Richtung 0,8970 oder gar noch höher etwas verbaut hat. Unser Augenmerk liegt nunmehr auf 0,8810, ein Niveau, das zur Wahrung der übriggebliebenen Stabilität des Euro nicht unterlaufen werden darf.

CHF

EUR CHF (1,1686)

Die vielerorts verkündete und angeblich neu aufgeflammte Risikofreude angesichts des US-Arbeitsmarktberichts scheint sich zumindest nicht beim Franken zu zeigen. Tatsächlich ist der Euro auch gestern noch ein weiteres Stückchen zurückgefallen, kann aber jederzeit seinen Aufwärtstrend in Richtung 1,1760, darüber auch 1,1830, ungehindert wieder aufnehmen. Zumindest, solange 1,1615/20 nicht unterlaufen wird.


PLN

EUR PLN (4,2020)

Dass die Polnische Nationalbank in ihrem gestrigen Inflationsbericht ihre Erwartungen für die Entwicklung der Konsumentenpreise im laufenden Jahr von 2,3 auf 2,1 Prozent zurückgenommen hat (die Projektion für 2019 blieb unverändert), scheint dem Zloty etwas geschadet zu haben. Daran änderten auch die im gleichen Zuge erhöhten Wachstumsprognosen (von 3,6 auf 4,2 Prozent für das laufende sowie von 3,3 auf 3,8 Prozent für 2019) nichts. Damit ist die mittelfristig wichtige Marke von 4,2150 (Auslöser für einen Test von 4,2345) erneut ins Rampenlicht gerückt. Unterdessen bleibt 4,1855 unsere kurzfristige Stabilitätsmarke.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.