Wöchentliche Marktberichte

Mrz 12, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Bremst Handelskrieg US-Jobwachstum?

USD

EUR USD (1,2320)

Vergangenen Montag herrschte hektisches Treiben, da Analysten die italienische Parlamentswahl fast durchweg als Risikofaktor für den Euro-Kurs eingeschätzt hatten. Eine mögliche Regierungsbildung ist in Italien immer noch nicht auszumachen. Von Entspannung kann also bislang keine Rede sein. Aufgrund der moderaten 1,5-prozentigen EUR/USD-Handelsspanne der vergangenen Woche kann man aber weder von hoher Nervosität noch von besonderer Aktivität sprechen. Aufgrund der Kursentwicklung könnte man also von einem „Non-event“ sprechen. Der US-Arbeitsmarktbericht, der am vergangenen Freitag zur Veröffentlichung anstand, zog zwar im Vorfeld nicht annährend so viel Aufmerksamkeit auf sich wie die Italienwahl. Für Finanzmarktteilnehmer war es dennoch ein ökonomisches Highlight. Doch obwohl die Zahl der neu geschaffenen Stellen die Erwartungen der Akteure weit übertroffen hat, hielten sich deren Reaktionen in Grenzen. Kurzfristig agierende Händler reagierten nach Bekanntgabe mit einigen Euro-Käufen, das New Yorker Handelsende lag aber lediglich auf Vortagesniveau.
Investoren interessiert derzeit das größere Bild. Und dieses zeigt, dass der Arbeitsmarkt in den Vereinigten Staaten langsam heiß zu laufen scheint. Aus diesem Grund spähte der Markt diesmal kurz nach Datenveröffentlichung auf Stellungnahmen von US-Notenbankern. Fed-Mitglied Neel Kashkari fand besonders hohe Beachtung, weil er sich einen Spaß daraus machte, seine Fed-Kollegen mit den starken Zahlen ein bisschen aufzuziehen. Seit Monaten staunen diverse Fed-Mitglieder, wie der Arbeitsmarkt mit „maximaler“ Kraft sein Potenzial ausschöpft. Kashkari bemerkte in einem TV-Interview, dass man es nun wohl schon mit einer „maximaleren“ Stärke zu tun habe.
Möglicherweise wird aber die jüngste Entwicklung von der US-Politik ausgebremst werden. Präsident Trumps US-Strafzoll-Proklamation könnte den überbordenden Jobmarkt vermutlich abkühlen. Ein sich anbahnender Handelskrieg – so die Meinung einiger Analysten – dürfte die USA bis zu 150.000 Arbeitsplätze kosten. Schlüsse auf weitere Fed-Zinsschritte lassen sich somit vermutlich besser an der Inflationsentwicklung bzw. den langfristigen Renditen ablesen als am Wechselkurs, zumal der Euro den Aufenthalt in seiner großen Konsolidierung zwischen 1,2155 und 1,2555 noch zu genießen scheint.

USD

USD CHF (0,9500)

Die Zahl der neu geschaffenen Jobs in den Vereinigten Staaten fiel im Februar um rund ein Drittel besser als erwartet aus. Ein Lohndruck wurde nicht festgestellt. Eine florierende US-Konjunktur ohne Inflations- und somit ohne Zinsängste ist für Dollar-Bullen ein durchaus taugliches Szenario. Tatsächlich ist es dem Dollar möglich, einen Teil der Verluste aus den vergangenen fünf Monaten zu korrigieren und sich bis auf 0,9615/25 zu erholen. Der Nachfragepunkt bei 0,9430 hält das Momentum der Erholung aufrecht, während die 0,9380er Marke für die nötige Stabilität sorgt.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Enttäuschungen bei veröffentlichten Fundamentaldaten sind in Großbritannien mittlerweile leider eher zur Regel statt Ausnahme geworden. Am Freitag wurde die Industrieproduktion im Januar gemeldet, die sich schwächer als erwartet entwickelt hatte. Wie das nationale Statistikamt ONS meldete, habe sie im Monatsvergleich nur um 1,3 Prozent zugelegt, 0,2 Prozentpunkte weniger, als die Zahl, mit der Analysten im Mittel gerechnet hatten. Der Euro fiel genau auf unsere 0,8875er Unterstützung, die derzeit die Chance auf einen positiven Kursverlauf in Richtung 0,8970 und darüber auf 0,9035/40 wahrt.

CHF

EUR CHF (1,1705)

Nach den ansehnlichen Kursgewinnen der vergangenen Woche hat sich der Euro am Freitag eine kleine Verschnaufpause auf seiner Reise in Richtung 1,1760 gegönnt. Oberhalb dieser Marke könnte er sogar bis auf 1,1830 vordringen. Voraussetzung: Er rutscht bei seinen Pausen nicht unterhalb von 1,1620.

PLN

EUR PLN (4,1900)

Das Angebot, das dem Euro am Donnerstag beim Beschnuppern seines mittelfristigen Abwärtstrends bei 4,2150 (Auslöser für 4,2295) begegnete, ist ihm nicht sonderlich gut bekommen. Freitag geriet er abermals ins Schlingern und wurde dabei fast bis auf unsere kurzfristige Stabilitätsmarke bei 4,1855 gedrückt. Solange diese hält, ist Kraft für einen erneuten Angriff des oben erwähnten Trendwiderstands gegeben.

CZK

EUR CZK (25,44)

Seit 2014 ziehen die Löhne in Tschechien kräftig an. Wie das Statistikamt am Freitag berichtete, stieg der Durchschnittslohn im Jahresvergleich im letzten Quartal 2017 um 8 Prozent. Inflationsbereinigt sah das Wachstum jedoch nicht mehr ganz so stark aus: Plus 5,3 Prozent. Die Februar-Inflation lag hingegen bei 1,8 Prozent und damit unterhalb der Zwei-Prozent-Marke der Notenbank CNB, die ihre Februar-Schätzung 0,4 Prozent höher angesetzt hatte. Krone-Händlern gefiel diese Abweichung nicht besonders gut: Der Euro stieß auf das höchste Niveau seit Mitte Januar vor und hat noch Platz bis 25,54. Darüber würde das Jahreshoch (25,62) winken. Im Falle von Rückschlägen steht gute Nachfrage bei 25,35 bereit.


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