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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 08, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EZB-Sitzung überschattet Handelskrieg

USD

EUR USD (1,2400)

Der Rücktritt von Gary Cohn, ökonomischer Chefberater von US-Donald Trump, hat zumindest medial hohe Wellen geschlagen. Denn mit ihm hat sich gleichzeitig ein Freihandelsbefürworter verabschiedet, der mit Trump hinsichtlich der angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium nicht einer Meinung war. Und die Befürchtung vieler Beobachter ist nun, dass auf Cohn ein Hardliner folgen wird, der ganz im Sinne des US-Präsidenten agieren wird. Zumindest sind die Ängste in Sachen Handelskrieg mit einem Schlag wieder gestiegen, denn tags zuvor war man noch davon ausgegangen, dass einige führende Republikaner auf Trump einen mäßigenden Einfluss haben würden. Wasser auf die Mühlen Donald Trumps dürften auch die gestern veröffentlichten Zahlen zur US-Handelsbilanz gewesen sein, die mit einem Minus von 56,6 Mrd. USD im Januar etwas höher als erwartet, aber so schlecht wie zuletzt im Oktober 2008 ausgefallen waren. Mittlerweile wird erwartet, dass der US-Präsident seine angekündigten Strafzölle bereits Morgen – möglicherweise mit einigen Ausnahmen – in Kraft treten lässt. Innerhalb der EU macht man sich unterdessen bereits Gedanken über Vergeltungsmaßnahmen. So wurden etwa Strafzölle auf importierten Bourbon Whisky, Jeans, US-Motorräder, Erdnussbutter, Orangensaft und Kartoffeln diskutiert – ob man es tatsächlich so weit kommen lassen will? Der Euro blieb von diesen Diskussionen indes fast unberührt.
Wahrscheinlich auch, weil das Interesse der Akteure vor allem der heutigen Sitzung der Europäischen Zentralbank gilt, von der man zumindest eine Diskussion über die Zurücknahme etwaiger zusätzlicher geldpolitischer Optionen für den Notfall erhofft. Gut möglich, dass es auch einen kleinen Hinweis in Hinblick auf eine Änderung der Kommunikation in Sachen Forward guidance gibt. Tatsächlich blieb der Euro gestern ohne größere Bewegungen, so dass wir nach wie vor noch darauf warten, dass der Spielraum an der Oberseite, der derzeit bis 1,2460/65 reicht, ausgeschöpft wird. Ansonsten gilt die große Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555.

USD

USD CHF (0,9430)

Die gestrige Frankenschwäche zeigte sich auch im Verhältnis zum US-Dollar, der immerhin etwas Boden gut machen konnte. Ob der Greenback allerdings eine etwas größere Aufwärtsperspektive hat, würde sich frühestens nach Überschreiten von 0,9525 entscheiden. Unterdessen hat sich die Situation der Unterstützungen etwas verbessert, wobei an der Unterseite 0,9320 für die derzeitige kurzfristige Stabilität des USD maßgeblich ist.

GBP

EUR GBP (0,8925)

Der gestern von EU-Ratspräsident Donald Tusk in Umlauf gebrachte Entwurf vorläufiger Leitlinien für die zukünftige Partnerschaft mit Großbritannien ist eine Absage an die Vorstellungen Theresa Mays hinsichtlich des Handelsabkommens nach dem Brexit. Auch führe ein Verlassen der Zollunion unweigerlich zu Spannungen zwischen der EU und Großbritannien, heißt es in den Leitlinien, die der britischen Premierministerin zwar einen "Wandel im Ton", aber keinen "Wandel in der Substanz" bescheinigten. Mit anderen Worten: Die Differenzen zwischen der EU und Großbritannien bleiben bestehen. Und dies hat letztlich dem Pfund (jedoch nur temporär) geschadet und den Euro auf seinem Weg in Richtung 0,9035/40 bis knapp vor seine nächste Hürde bei 0,8970 vorangebracht, aber letztlich keinen Tagesgewinn beschert. Um die positive Perspektive aufrechtzuerhalten, darf nunmehr 0,8845 nicht mehr unterlaufen werden.

CHF

EUR CHF (1,1700)

Der Schweizerfranken hat ohne zusätzlichen Antrieb durch ökonomische Daten seinen Abwärtstrend gegenüber dem Euro fortgesetzt, der ohne Schwierigkeiten seinen nächsten Widerstand bei 1,1690 überwinden konnte und nun seinen neuen Aufwärtstrend in Richtung 1,1760 bzw. bis zum Jahreshoch bei 1,1830 fortsetzen kann. Erste Nachfrage von Euro-Kaufnachzüglern erwarten wir bei 1,1620 und zum Erhalt des Trends darf nun 1,1570 nicht mehr unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN (4,2135)

Die Polnische Zentralbank hat erwartungsgemäß ihren Leitzins unverändert gelassen, aber die Inflationsprognose für die Jahre 2018 und 2019 leicht zurückgenommen. Per Saldo zeigt die neue Vorhersage, dass sich die Inflation in den kommenden Jahren nach Ansicht der Zentralbank an ihrem Zielwert von 2,5 Prozent (plus minus ein Prozent) entlang entwickeln wird. Obgleich die Zentralbank für dieses und nächstes Jahr ihre Wachstumsprognose leicht nach oben zog, schwächte sich der Zloty am Ende relativ deutlich ab. Damit wurde der Euro erwartungsgemäß in Richtung unseres mittelfristigen Abwärtstrends katapultiert, der bei 4,2150 liegt. Dabei würde ein Überschreiten dieses Niveaus weitere Kurssteigerungen Richtung 4,2285 mit sich bringen – das Ganze unter der Voraussetzung, dass nun 4,1820 an der Unterseite nicht mehr verletzt wird.


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