Wöchentliche Marktberichte

Mrz 07, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die angebliche Rückkehr der Risikofreude

USD

EUR USD (1,2420)

Hätte es die Überraschung aus Nordkorea nicht gegeben, wäre es gestern vermutlich ein an Nachrichten eher armer Handelstag gewesen. Aber die Bereitschaft Nordkoreas, anscheinend mit den USA im kommenden Monat Gespräche über einen möglichen Stopp der Atomtests bis hin zu einer "Denuklearisierung" der koreanischen Halbinsel aufzunehmen, hat angeblich die Risikofreude der Akteure an den Finanzmärkten beflügelt. Zumindest zeigten sich die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks zunächst positiv – genauso wie der Euro. Und so hat sich mit einem Mal die Wahrnehmung der Akteure gedreht. Interessanterweise war der US-Dollar aber bereits vor dieser 180-Grad-Wende vieler Händler nicht sonderlich gefragt gewesen. Gerade gegenüber dem Euro zeigt sich der Greenback bereits den vierten Handelstag hintereinander in schwacher Verfassung. Ursprünglich angeblich ausgelöst durch die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am vergangenen Donnerstag, er beabsichtige die Importe von Stahl und Aluminium mit Zöllen in Höhe von 25 bzw. 10 Prozent zu belasten. Wir erinnern uns: Infolgedessen gerieten die globalen Aktienmärkte deutlich unter Abgabedruck – Experten sahen in der protektionistischen Aktion Trumps auch Gefahren für das US-Wachstum. Mittlerweile haben sich führende Republikaner gegen das Ansinnen des US-Präsidenten gestellt und ihn dazu aufgerufen, von besagten Zöllen abzusehen. Und gestern Abend hat nun sogar Trumps oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn vermutlich auch wegen dieser Diskussionen seinen Hut genommen.
Mit anderen Worten: Den Dollar wollte Mitte letzter Woche niemand haben, und das war gestern auch nicht anders. Allerdings zeigt die Entwicklung der vergangenen Handelstage, dass der Euro auf Tagesbasis gesehen keine größeren Rücksetzer hinnehmen musste. Gerade diese zuletzt fehlenden signifikanten Korrekturen sind ein Zeichen dafür, dass die Akteure mehrheitlich auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Unterdessen hat der Euro seinen Spielraum bis zum nächsten größeren Widerstand bei nunmehr 1,2475 noch nicht ausgeschöpft – erste ordentliche Nachfrage von verspäteten Euro-Käufern erwarten wir innerhalb der großen Konsolidierungszone (zwischen 1,2155 und 1,2555) bei 1,2370.

USD

USD CHF (0,9375)

Dass die Schweizer Konsumentenpreise, die im Februar gegenüber dem Vormonat etwas stärker als erwartet angezogen haben, dem Franken tatsächlich auf die Sprünge geholfen haben könnten, halten wir für diskussionswürdig. Auch dass sich der Dollar gegenüber dem Franken gestern nicht durchsetzen konnte, ist eher als ungünstig für den Greenback zu werten. Immerhin: Solange sich dieser oberhalb von 0,9320 aufhält, bleibt dessen Lage gerade noch stabil. Darunter öffnet sich wie gehabt der Boden bis zu den Februar-Tiefs bei 0,9185.

GBP

EUR GBP (0,8925)

Eine Handelsspanne von gerade einmal 40 Stellen am gestrigen Handelstag zeigt die abwartende Haltung vieler Akteure. Gut möglich, dass man auch abwarten möchte, was EU-Ratspräsident Donald Tusk in seinem heute vorzustellenden Entwurf der Leitlinien eines Handelsabkommens mit Großbritannien nach dem Brexit 2019 mitzuteilen hat. Leitlinien, die die Basis der weiteren Verhandlungen von EU-Chefunterhändler Michel Barnier mit Großbritannien darstellen werden. Am Ende zeigt sich der Euro weiter stabil, wobei wir nach wie vor auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegungen Richtung 0,9035/40 setzen. Wie gehabt darf in diesem Zusammenhang 0,8805 an der Unterseite nicht verletzt werden.

CHF

EUR CHF (1,1640)

Der Schweizerfranken hat seine Schwächephase gegenüber dem Euro den fünften Handelstag hintereinander fortgesetzt. Letzterer hat dabei gestern die Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 1,1450 und 1,1640 durchbrochen. Den letzten Schub dürfte er durch die Spekulation vieler Marktteilnehmer bekommen haben, dass der Franken durch die jüngsten Annäherung Nordkoreas an Südkorea und die USA als sicherer Hafen nicht mehr so stark wie zuvor gefragt sei. Wir können dieses Argument nur teilweise nachvollziehen, da sich der Euro zuvor schon seit Tagen von seiner festen Seite gezeigt hatte. Mit dem Ausbruch aus der Konsolidierung befindet sich die Gemeinschaftswährung formal in einem Aufwärtstrend, der allerdings noch durch einen Widerstand bei 1,1690 in seiner Entwicklung behindert wird. Solange diese Hürde nicht aus dem Weg geräumt ist, gilt es die wichtige Unterstützung bei 1,1550 zu beachten, die zur Wahrung dieser neuen Perspektive nicht mehr unterlaufen werden darf.

PLN

EUR PLN (4,1850)

Die gestrige kurzzeitige Befestigung des Zloty könnte der heute stattfindenden Sitzung der Zentralbank geschuldet sein, von der jedoch weitgehend keine Veränderung der Leitzinsen erwartet wird. Und so bleibt auch bezüglich der Obergrenze unserer Konsolidierung bei 4,2030 (Untergrenze bei 4,1300) alles beim Alten, die der Euro, solange er sich oberhalb von 4,1700 bewegt, auch schon bald testen dürfte. Genauso wie den mittelfristigen Abwärtstrend, der nun bei 4,2150 verläuft.

HUF

EUR HUF (313,15)

Dass der Euro gestern gegenüber dem Forint den Gewinn von sieben Handelstagen auf einen Schlag zunichtemachte, ist wohl auf ein überraschendes Statement des Chefs der ungarischen Notenbank Gyorgy Matolcsy zurückzuführen. Danach solle sich Ungarn nach einer Übergangsfrist in diesem und auch im kommenden Jahr auf ein Ende der lockeren Geldpolitik einstellen. Allerdings bleibt der Euro gegenüber dem Forint in einer Seitwärtsbewegung zwischen 311,30 und 315,00 gefangen.


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