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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 06, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zu viele Optionen

USD

EUR USD (1,2335)

Eigentlich sind die Devisenhändler nach den Ereignissen vom vergangenen Wochenende nicht viel schlauer als zuvor. Vor allen Dingen die Italien-Wahl ist für viele Akteure wie befürchtet ausgefallen: Weil keine der großen Lager auf eine eigene Mehrheit kommt. Tatsächlich müssen sich zwei Große zum Regieren zusammentun. Aber es ist völlig unklar, wer mit wem zusammen gehen und welche Konsequenzen dies für den Euro haben wird. Zwar schloss der Chef der zweitgrößten Anti-Establishment-Partei eine große Koalition mit dem Wahlgewinner, der 5-Sterne-Partei, zunächst aus. Und auch ein Referendum zum Euro kommt für Matteo Salvini zumindest derzeit ("undenkbar“) nicht in Frage. Aber dennoch sei und bleibe der Euro für ihn ein Fehler, wie er gestern noch einmal betonte. Nun haben die Parteien Zeit bis zum 23. März, über mögliche Koalitionen nachzudenken und zu verhandeln. An diesem Tag findet nämlich die erste Sitzung des neu gewählten Parlaments statt. Und weil die Gemengelage unübersichtlich ist, könnte man es niemandem verdenken, sich gegen den Euro zu positionieren. Aber die Reaktion auf das Wahlergebnis am gestrigen Handelstag wies nur kurzzeitig in diese Richtung und wurde am Ende sogar wieder korrigiert.
Nun ist es nicht so, dass es gestern keine ökonomischen Daten gegeben hätte. Etwa den endgültigen Einkaufsmanagerindex der Dienstleister für die Eurozone. Dieser interessierte aber genauso wenig wie das Ergebnis des ISM-Einkaufsmanagerindex außerhalb der Industrie in den USA, das übrigens auf der positiven Seite durchaus überraschte. Aber die Angst vor einem Handelskrieg mit den USA scheint wohl schwerer zu wiegen und würde im Zweifel gegen den US-Dollar laufen. Und wenn da nicht die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag anstehen würde, hätten sich einige Händler durchaus mutiger gezeigt und hätten wichtige Entscheidungen in Sachen Euro womöglich auch nicht auf die lange Bank geschoben. Aber selbst aus technischer Sicht sind die Signale für viele Analysten nicht eindeutig. Da steht auf der einen Seite ein typisches Verteilungsmuster (Charttechniker sprechen von einer Doppelspitze) gegen den Euro im Raum, deren Signal nach gängiger Lesart allerdings schiefgelaufen ist. Mit anderen Worten: Die Entscheider haben derzeit zu viele Optionen. Aber auch wenn der Gemeinschaftswährung derzeit Durchschlagskraft nach oben ebenfalls fehlen sollte, hat sie Platz bis zu unserem Widerstand bei 1,2460. Im großen Bild gibt es inzwischen eine Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555.

USD

USD CHF (0,9395)

Immerhin konnte sich der US-Dollar gegenüber dem Franken behaupten, wobei allerdings fraglich ist, ob dabei ökonomische Daten aus den USA – immerhin war der ISM-Einkaufsmanagerindex außerhalb des verarbeitenden Gewerbes besser als erwartet ausgefallen – den Greenback tatsächlich unterstützt haben oder ob es sich um eine leichte Frankenschwäche gehandelt hat. Am Ende hat der Dollar nicht viel Boden gewonnen, aber oberhalb unserer 0,9320er Marke eine kleine Zwischenunterstützung ausgebildet. Wie gehabt, darf dieses Niveau nicht versagen, da sich ansonsten die Unterseite in Richtung des Februar-Tiefs bei 0,9185 öffnen würde.

GBP

EUR GBP (0,8905)

Dass es gestern eigentlich kein Tag des Euro war, zeigt sich im Verhältnis zu Pfund Sterling. Und interessanterweise machten Händler primär nicht einmal eine innere Pfund-Stärke für den leichten Rückgang der Gemeinschaftswährung verantwortlich, sondern das Wahlergebnis und die damit verbundene Unsicherheit in Italien. Eine Erkenntnis, die wir im US-Dollarhandel übrigens nicht zu hören bekommen haben – die Risiken, die eine schwierige Regierungsbildung mit sich bringt, wurden dort nämlich ignoriert. Unterdessen hat der Euro etwas an Schwung verloren. Dennoch setzen wir auf eine Fortführung der Aufwärtsbewegung in Richtung 0,9030/40 – zumindest solange an der Unterseite 0,8805 hält.

CHF

EUR CHF (1,1595)

Die Italien-Wahl hat dem Euro gegenüber dem Schweizerfranken nicht geschadet. Im Gegenteil: Der Franken scheint als sicherer Hafen derzeit nicht gesucht, so dass sich die Gemeinschaftswährung sogar am das obere Ende ihrer kurzfristigen Spanne (1,1485-1,1595) festsetzen konnte. Allerdings würde auch nach einem Ausbruch an der Oberseite dieses Feldes immer noch die übergeordnete Konsolidierungszone zwischen 1,1450 und 1,1640 etwaige Kurssteigerungen überlagern.

PLN

EUR PLN (4,1880)

Keine ökonomischen Impulse gab es gestern für den Zloty. Deswegen machte die Gemeinschaftswährung auch keine wesentlichen Fortschritte in ihrem Bestreben, die Obergrenze unserer Konsolidierung bei 4,2030 zu bestätigen – die Unterseite liegt bei 4,1300. Solange der Euro oberhalb von 4,1700 bleibt, ist die Wahrscheinlichkeit recht gut, dass nicht nur die Obergrenze der Konsolidierung, sondern auch der mittelfristige Abwärtstrend bei 4,2170 getestet wird.



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