Wöchentliche Marktberichte

Mrz 05, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Trump pokert, Italien rechnet hoch

USD

EUR USD (1,2305)

Am Freitag machte sich in fast allen Anlage-Klassen Nervosität breit, wobei der europäische Aktienmarkt am stärksten betroffen war. Kommentatoren machten einvernehmlich die Bekanntgabe der SPD-Mitgliederbefragung und die Parlamentswahlen in Italien für die die Minuszeichen an den Märkten verantwortlich. Mittlerweile haben die Sozialdemokraten der Großen Koalition ihren Segen gegeben, wodurch nun ein Unsicherheitsfaktor von der Liste gestrichen werden kann. Ein anderer Termin der schon seit geraumer Zeit bekannt ist, dürfte ebenfalls nicht der Grund für die schlechte Stimmung des Handels am Freitag gewesen sein: die Italienwahl. Schließlich wurde dieses Datum von Investoren schon im vergangenen Jahr mit Rotstift dick im 2018er Handelskalender eingekreist. Seitdem dürfte die Wahl zudem in zahlreichen Anlageausschusssitzungen diskutiert worden sein. Investoren wissen, dass Italien die drittstärkste Volkswirtschaft der Eurozone ist und der dortige Bankensektor ein Dauerproblem darstellt. Genauso dürfte ihnen nicht entgangen sein, dass einige äußerst populistische, Euro-feindliche Parteien zur Wahl angetreten sind. Diese Fakten sind also nicht überraschend. Italien ist seit Gründung der Eurozone in vielerlei Hinsicht ein Problemkind. Dennoch hat Letztere das Polit-Parteien-Theater schon zwei Dekaden lang ohne Blessuren überstanden. Die Hochrechnungen zeigen, dass die Euro-Skeptiker zwar die Oberhand gewinnen, die Regierungsbildung sich aber wohl sehr schwierig gestalten dürfte. Wenn aber Ökonomen, wie der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, vor einer Staatspleite Italiens warnen, ist verständlich, dass dies bei einigen Marktteilnehmer unangenehme Erinnerungen an die griechische Euro-Krise und daher Unbehagen, vielleicht sogar Angst schürt.
Als weit unheilvoller als die Italienwahl könnte sich jedoch die jüngste Marschrichtung von US-Präsident Donald Trump entpuppen. Dessen Verhalten weist klar in Richtung eines Handelskriegs, der für die USA seiner Meinung nach „einfach zu gewinnen“ sei. Dass die EU ebenfalls Sanktionen ankündigt und China mit Vergeltungsmaßnahmen droht, ignoriert er einfach. Einen Handelskrieg hatte wohl kaum jemand auf der Agenda, da man höchstens vom Währungskrieg ausging. Devisenhändler scheinen in diesem Zusammenhang nicht auf den US-Dollar setzen zu wollen. Der Euro hat seine Korrektur beendet und hat nun Platz bis zum 1,2470er Widerstand.

USD

USD CHF (0,9365)

Die gute Stimmung unter US-Verbrauchern half dem US-Dollar am Freitag nicht. Der revidierte Index der Uni Michigan lag zwar über den Erwartungen. Der USD wirkt – wie schon in den Monaten zuvor – aber strukturell schwach. Der letzte Strohhalm, an den sich die USD-Konsolidierung noch klammert, ist die 0,9320er Marke. Darunter würde das Tief aus Mitte Februar bei 0,9185 Angriffen völlig ungeschützt ausgesetzt sein.

GBP

EUR GBP (0,8925)

Premierministerin Theresa May hat eine unliebsame Aufgabe vor sich: Sie muss britische Bürger auf wirtschaftliche Folgen des Ausstiegs aus der Europäischen Union vorbereiten. Doch statt auf drohende Auswirkungen hinzuweisen, zieht sie es vor, der EU lauthals neue Forderungen zu stellen. So verlangt sie für die Zeit nach dem Brexit das "umfassendste" Handelsabkommen, das möglich ist. Eines, das weiter gehen soll, als "jedes Freihandelsabkommen, das es derzeit irgendwo auf der Welt gibt". Das mag sich in den Ohren der Brexit-Gegner zwar gut anhören. Die EU-Verantwortlichen fragen sich hingegen: Warum um alles in der Welt will Großbritannien dann eigentlich die EU verlassen? Und warum sollte die EU einem Nicht-Mitglied diese Vorzüge überhaupt gewähren? Über diese Frage werden die Briten vermutlich nur noch nachdenken, nicht aber abstimmen können. Denn May schloss ein zweites Brexit-Referendum am Wochenende kategorisch aus. Das Pfund geriet am Freitag unter Druck. Den Euro drückte die Nachfrage nach monatelangem Seitwärtstrend aus der bekannten Konsolidierung. Der Ausbruch könnte nun bis auf 0,9030/40 führen, wobei sich leichter Zwischenwiderstand bei 0,8985 findet. Eine positive Entwicklung ist gegeben, solange die 0,8805er Marke hält.

CHF

EUR CHF (1,1525)

Innerhalb der kurzfristigen Spanne (1,1485 - 1,1595) wirken die Kräfteverhältnisse völlig neutralisiert. Die übergeordnete Konsolidierung zieht sich indes zwischen 1,1450 und 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,1940)

Von Thomson-Reuters befragte Analysten gehen einhellig davon aus, dass die Polnische Notenbank den Leitzins am kommenden Mittwoch unangetastet lassen wird. Der Euro versucht unterdessen weiter, die Obergrenze unserer Konsolidierung bei 4,2030 zu bestätigen, deren Unterkante bei 4,1300 sitzt. Knapp darüber sitzt der mittelfristige Abwärtstrend bei 4,2170. Solange sich der Euro oberhalb von 4,1700 hält, stehen die Chancen gut, dass er auf die genannten Hürden vorstößt.

CZK

EUR CZK (25,37)

Die Tschechische Notenbank war mit dem Wirtschaftswachstum des vierten Quartals 2017 zufrieden, denn es entsprach fast den eigenen Schätzungen. Am Freitag musste der Euro innerhalb seiner kurzfristigen Konsolidierung (25,29 - 25,44) einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Widerstand wartet bei 25,54.


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