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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 02, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Brexit-Klima bleibt frostig

USD

EUR USD (1,2265)

Es hat gestern mit Sicherheit nicht an den Prognosen der Ökonomen gelegen, dass zahlreiche Finanzmärkte keinen guten Tag hatten. Internationale Aktienbörsen, aber auch Edelmetalle und der Rohölpreis schlidderten teils deutlich ins Minus. Dabei bargen Konjunkturdaten, die gestern dies- und jenseits des Atlantiks veröffentlicht wurden, keine negativen Überraschungen. Vereinzelt versuchten Marktteilnehmer, die laufende Unternehmensberichtssaison als Schwächefaktor auszumachen. Andere wiederum wollen erkannt haben, dass Investoren derzeit einen Bogen um Europa machen, weil die Parlamentswahlen in Italien und die Bekanntgabe des SPD-Mitgliedervotums zur Großen Koalition als Störfaktoren erachtet werden. Dies mag zum schwachen europäischen Aktienmarkt und zum nachgebenden Euro passen. Was dies jedoch mit dem Gold- und Ölpreisverfall zu tun haben soll, bleibt ein Rätsel.
Ähnlich dürfte es auch Dollar-Händlern ergangen sein, die angesichts einer ganzen Reihe guter US-Konjunkturdaten und der Tatsache, dass der neue Fed-Chef Jerome Powell nicht explizit die Möglichkeit von vier Zinserhöhungen ausgeschlossen hat, nicht auf ihre Kosten kamen. Relativ gelassen sehen Devisenmarktakteure im Übrigen auch die jüngsten protektionistischen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump. Er schlägt munter die Handelskriegstrommel und will schon kommende Woche Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte in die USA erheben, was sowohl bei einigen Fed-Vertretern als auch namhaften Investoren für Unmut sorgt. Zu dieser Gruppe gehört unter anderem auch Hedgefonds-Manager Paul Tudor Jones, der keinen Hehl daraus macht, Trumps Steuersenkungsprogramm und Ausgabenpolitik als Menetekel für die US-Wirtschaft zu betrachten.
Vielleicht sind solche Überlegungen mit ein Grund dafür gewesen, dass der US-Dollar bislang kein Kapital aus dem fundamentalen Umfeld der vergangenen Tage ziehen konnte. Jedenfalls scheint der Euro die laufende Korrektur problemlos zu verdauen. Die 1,2085/90er Auffangzone, die weitere Schwäche zu verhindern wüsste, will von ihm anscheinend gar nicht mehr angesteuert werden. Stattdessen versucht der Euro durch Überschreiten der 1,2305/10er Hürde, die Korrektur vorzeitig zu beenden.

USD

USD CHF (0,9400)

Der Dollar habe gerade „einen Lauf“, war gestern Früh zu vernehmen, aber die Freude der USD-Bullen währte nur kurz. Am Ende musste der Greenback den kompletten Tagesgewinn wieder zurückgeben, ohne zuvor sein Aufwärtspotenzial (0,9520/25) vollständig ausgeschöpft zu haben. Dabei setzte sich der Dollar morgens zunächst trotz der verbesserten Schweizer Industriestimmung (PMI) gegen den Franken durch. Der späte Pullback bedeutet jedoch nicht, dass oben genannter Widerstand im zweiten Anlauf nicht doch erobert werden kann. Tatsächlich bleibt diese Möglichkeit für den USD gewahrt, solange an der Unterseite die 0,9320er Marke nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8900)

Welch Überraschung: Auch mit den jüngsten Brexit-Vorschlägen der EU ist die britische Regierung nicht einverstanden! EU-Ratspräsident Tusk traf gestern auf die britische Premierministerin Theresa May. Man muss weder Polit-Experte noch Hellseher sein, um sich die Gesprächsatmosphäre vorzustellen, die aufgrund des verbalen Schlagabtauschs der laufenden Woche herrschte. Die Stimmung zwischen London und Brüssel war frostig und ungemütlich, insbesondere als es ums Reizthema Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland ging, denen May bereits im Vorfeld des Gesprächs ablehnend gegenüberstand. Ginge es allein nach dem Wechselkursverhältnis, dürfte die EU den jüngsten Disput für sich entschieden haben. Zudem hat es dem Pfund gestern nicht geholfen, dass sich die Stimmung britischer Industrieunternehmen im Februar weniger als erwartet eingetrübt hat. Zwar findet der Handel nach wie vor innerhalb der großen Konsolidierung (0,8690 und 0,8925) statt, der Euro macht aber deutliche Anstalten, aus selbiger auszubrechen, um danach die Marken 0,8975 und 0,9010 zu erobern. Kurzfristige Rückschläge sollten indes bei 0,8850 auf erste Nachfrage stoßen.

CHF

EUR CHF (1,1530)

Die Schweizer Wirtschaft wusste zu gefallen, da sie bis Ende vergangenen Jahres weiter auf robustem Wachstumspfad unterwegs war. Wer nun glaubt, der Franken entwickle sich genauso gut, irrt. Denn er konnte sich weder gegen den Euro durchsetzen noch seiner kurzfristigen Handelsspanne (1,1485/1,1595) entfliehen. Damit bleibt es vorerst bei der übergeordneten Konsolidierung, die zwischen 1,1450 und 1,1640 verläuft.

PLN

EUR CHF (1,1530)

Die Schweizer Wirtschaft wusste zu gefallen, da sie bis Ende vergangenen Jahres weiter auf robustem Wachstumspfad unterwegs war. Wer nun glaubt, der Franken entwickle sich genauso gut, irrt. Denn er konnte sich weder gegen den Euro durchsetzen noch seiner kurzfristigen Handelsspanne (1,1485/1,1595) entfliehen. Damit bleibt es vorerst bei der übergeordneten Konsolidierung, die zwischen 1,1450 und 1,1640 verläuft.


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