Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Mrz 01, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fehlende Schieflagen, fehlende Trends

USD

EUR USD (1,2190)

Der gestrige Handelstag brachte einige wichtige ökonomische Daten mit sich. Angefangen von der ersten Schätzung der Konsumentenpreise des Monats Februar für die Eurozone. Diese lagen 1,2 Prozent über dem Vorjahr und auch hinsichtlich der Kernrate von 1,0 Prozent etwa im Rahmen der Erwartungen. Immerhin dürfte diese Zahl gestern all diejenigen, die noch vor Monatsfrist möglicherweise auf ein höheres Tempo der Europäischen Zentralbank beim Zurückfahren der Anleihekäufe gesetzt hatten, beruhigt haben. Aber wahrscheinlich haben sich viele Händler ohnehin schon längst an die neue Situation angepasst, dass die EZB auch bei ihrer kommenden Sitzung womöglich keine falkenhaftere Gangart an den Tag legen wird. Das nächste wichtige Datum betraf den US-Dollar, für den die erste Revision bei der Schätzung des Bruttoinlandsprodukts anstand. Aber auch dort gab es keine wesentliche Abweichung von den mittleren Prognosen – also noch ein Überraschungseffekt weniger. Das einzige Datum, dass für etwas Unruhe hätte sorgen können, war der Chicagoer Einkaufsmanager Index, der hinter den Erwartungen zurückblieb.
Trotz all dieser Daten hätte der Euro gestern etwas deutlicher an Boden verlieren müssen, zumal mit 1,2215/20 ein wichtiges Unterstützungsniveau geknackt worden war. Allerdings ist es gut möglich, dass dabei so viel Euro-Angebot verbraucht wurde, dass die nachfolgend erwartete Abwärtsbewegung bislang überhaupt nicht überzeugen konnte. Dies könnte insbesondere damit zusammenhängen, dass es zurzeit keine allzu großen Schieflagen beim Euro (eine Voraussetzung für große Trends) geben dürfte. Denn eine modellhafte Berechnung mittels Erkenntnissen aus der Behavioral Finance zeigt einen durchschnittlich (wahrgenommenen) Einstandspreis mittelfristig orientierter Akteure bei derzeit 1,2280. Und so drängt sich der Verdacht auf, dass weitere Abwärtskorrekturen (diese können bis 1,2085/90 reichen) vorzeitig im Sande verlaufen könnten – eine (Fehl)-entwicklung, die auf jeden Fall mit Überschreiten von 1,2325/30 bereits beendet wäre.

USD

USD CHF (0,9450)

Nun hat es der US-Dollar endlich geschafft, seine wichtige Hürde bei 0,9415 und sogar noch die Begrenzung seines Abwärtstrends (0,9450) ganz knapp zu überwinden. Tatsächlich dürften für die Stärke des Dollar, die dieser am Vortag nicht hatte entwickeln können, vor allen Dingen Zinsargumente ausschlaggebend sein– in den USA ist die implizite Wahrscheinlichkeit für eine vierte Leitzinserhöhung im Jahr 2018 mittlerweile auf rund 35 Prozent gestiegen (vergleiche CME FedWatch Tool). Die beste Unterstützung an der Unterseite bei 0,9320 ist gleichzeitig das Niveau, das zur Wahrung der nun erreichten Stabilität (Potenzial zunächst bis 0,9520/25) nicht unterlaufen werden darf.

GBP

EUR GBP (0,8865)

Die britische Premierministerin Theresa May hat den von EU-Chefunterhändler Michel Barnier vorgelegten Brexit-Gesetzestext rundweg abgelehnt. „Kein britischer Premierminister könnte dem je zustimmen“, denn er schaffe eine Zoll- und Regulierungsgrenze entlang der Irischen See, [die zwischen Irland und Großbritannien liegt], so May. Ginge es indes nach Michel Barnier, sollen die Verhandlungen über die Zeit nach dem Brexit Ende März 2019 im Herbst abgeschlossen sein. Auch wenn sich Theresa May zu weiteren Verhandlungen bereit erklärte, sind die Differenzen zwischen Großbritannien und der EU offenkundig. Und so ist es kein Wunder, dass Sterling gestern nach anfänglicher Stabilität im Laufe des Tages im Verhältnis zum Euro rund ein Prozent an Wert verlor. Denn nach Ansicht von Händlern würde eine Verzögerung bei den Vertragsverhandlungen möglicherweise auch eine Zinserhöhung der Bank von England im Mai weniger wahrscheinlich werden lassen. Trotz des jüngsten Aufwärtsimpulses für die Gemeinschaftswährung zögern wir, dem jüngsten Kaufsignal zu folgen, da sich der Euro immer noch in der großen Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 befindet und auch oberhalb dieses Feldes bereits bei 0,8960 guter Widerstand zu erwarten wäre.

CHF

EUR CHF (1,1530)

An den Konjunkturdaten kann es gestern nicht gelegen haben, dass sich der Euro gegenüber dem Franken wieder erholt hat. Denn das Barometer der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich zeigte gestern für den Monat Februar nicht nur einen höher als erwarteten Wert, sondern auch noch einen nach oben korrigierten Vormonatswert. Am Ende konnte der Euro gestern seine seit dem 14. Februar begründete Handelsspanne (1,1485/1,1595) auch nach zehn Handelstagen nicht verlassen. Damit bleibt es natürlich auch bei der übergeordneten Konsolidierungszone zwischen 1,1450 und 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,1760)

Auch gestern verlief der Handel wahrscheinlich mangels neuer ökonomischer Erkenntnisse in ausgesprochen engen Bahnen – die Spanne der vergangenen fünf Handelstage betrug nicht einmal 250 Stellen. Damit bleibt es naturgemäß bei der Konsolidierung zwischen 4,1300 und 4,2030.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.