Wöchentliche Marktberichte

Feb 28, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

USD

EUR USD (1,2220)

Eigentlich hätte man annehmen können, dass die vorveröffentlichte Rede im Rahmen von Jerome Powells Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses gestern sogleich für etwas mehr Bewegung im Devisenhandel gesorgt hätte. Hat die Rede des Fed-Chefs die Akteure etwa gelangweilt? So hatte er erklärt, die Notenbank werde künftig eine Geldpolitik verfolgen, die nicht zu einer Überhitzung der Wirtschaft führen und auf eine konstante Inflationsrate von 2 Prozent abzielen werde. Dabei hatte Jay Powells Prognose, dass Inflation und Lohnwachstum in diesem Jahr Fahrt aufnehmen würden, eigentlich recht optimistisch geklungen. Und wenn man bedenkt, dass die letzten Fed-Prognosen vom Dezember vergangenen Jahres stammen, als weder die Auswirkung der Steuerreform noch das riesige Ausgabenprogramm der US-Regierung feststanden, hat sich seither doch einiges geändert. Damals ging man im Offenmarktausschuss von drei Zinserhöhungen für das Jahr 2018 aus. Wenn man Powells Worten von gestern folgt, kann man nicht nur von einer ohnehin weitgehend erwarteten Leitzinserhöhung im März ausgehen, sondern sollte auch noch einen vierten Schritt für dieses Jahr einkalkulieren. Zumindest zeigt das CME FedWatch Tool seit der gestrigen, auch als Humphrey Hawkins Testimony bezeichneten Anhörung des Fed-Präsidenten, dass die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im März bei mehr als 87 Prozent liegt und für mindestens vier Zinsschritte in diesem Jahr auf nunmehr 35 Prozent angezogen hat.
Aber es waren wohl nicht die Worte Powells, die dem US-Dollar einen gehörigen Schub verliehen. Nachdem bereits zuvor etwa die Entwicklung der Aufträge langlebiger US-Wirtschaftsgüter und auch die US-Handelsbilanz – Powell ging in seinem Statement hingegen noch von steigender Nachfrage nach US-Exportgütern aus – für den Monat Januar enttäuscht hatten, sorgte die Veröffentlichung des US-Verbrauchervertrauens für einen wichtigen Impuls. Denn die vom Conference Board ermittelte Zahl lag so hoch wie zuletzt im Jahr 2000! Damit geriet letztlich auch der Euro unter Druck und testet im Moment, während wir schreiben, unsere wichtige Unterstützung im Korrekturmodus bei 1,2215/20. Sollte auch dieses Niveau fallen, wäre ein weiterer Korrekturast in Richtung 1,2085/90 angezeigt. Allerdings könnte der Korrekturmodus nunmehr bereits nach Überschreiten von 1,2345/50 als abgeschlossen gelten.

USD

USD CHF (0,9395)

Obgleich der Dollar gegenüber vielen Valuten gestern zulegen konnte, galt dies nicht zwingend für das Wechselkursverhältnis zum Schweizerfranken. Natürlich könnte man neben der gestrigen Konsumenten-Euphorie in den USA schnell einen Wermutstropfen in Sachen Dollar-Aufschwung finden. Denn das viel beachtete Modell der Fed von Atlanta, GDPnow, zeigt nun für das US-Wachstum im ersten Quartal 2018 nur noch eine Schätzung von 2,6 Prozent (real, annualisiert) an, nachdem es am 16. Februar noch einen Zuwachs von 3,2 Prozent prognostiziert hatte. Man bedenke, dass die allererste Schätzung dieses Modells für das erste Quartal bei mehr als 4 Prozent gelegen hatte. Dennoch glauben wir, dass der Greenback seine wichtige Hürde an der Oberseite bei 0,9415 für eine kurzfristige Stabilisierung (ganz zu schweigen von einem Test des Abwärtstrends bei nunmehr 0,9450) eher wegen einer überlagernden Frankenstärke auch gestern nicht überwinden konnte. Unterdessen hat sich die Qualität der Unterstützungen weiter gebessert – die beste von ihnen liegt bei 0,9320.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Wir glauben nicht, dass ein Statement von EU-Chefunterhändler Barnier für die gestrige vorübergehende Pfund-Schwäche ausschlaggebend war. Denn dass das Vereinigte Königreich einen Entwurf für die Zeit nach dem Brexit abliefern soll, ist genauso wenig neu wie die Tatsache, dass die Übergangsperiode kurz sein muss. Dass sich Sterling am Ende des Tages gegenüber dem Euro erholte, mag durchaus mit der Anhörung Jerome Powells (vgl. EUR USD) zusammenhängen, nach der sich die Wahrscheinlichkeit einer vierten Zinserhöhung in den USA in diesem Jahr erhöht haben könnte. Zwar ist eine Leitzinserhöhung der Bank of England im Mai weitgehend eingepreist und sollte per se dem britischen Pfund eigentlich keinen zusätzlichen Auftrieb mehr geben. Aber es ist gut möglich, dass selbst 25 Basispunkte Leitzinserhöhung im Vergleich zur geldpolitischen Situation der Eurozone zumindest in der gestrigen Wahrnehmung der Händler immer noch einen Vorteil darstellen. Was den Wechselkurs angeht, sind aktuell keine trendbildenden Impulse auszumachen. Im Gegenteil: Eine nicht enden wollende Serie kleiner Fehlsignale mahnt uns innerhalb der großen Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 nach wie vor zu prognostischer Zurückhaltung.

CHF

EUR CHF (1,1490)

Die gestrige Entwicklung des Euro gleicht einem Sturm im Wasserglas. Denn die Gemeinschaftswährung bildete gegenüber dem Franken fast die komplette Handelsspanne ab, innerhalb der er sich während der vergangenen neun Handelstagen befunden hatte. Und am Ende des Tages wurde nicht nur eine leichte Euro-Schwäche, sondern vor allen Dingen eine Frankenstärke erkennbar, ohne dass es dafür konkrete ökonomische Auslöser gegeben hätte. Ohnehin gilt im großen Bild nach wie vor die Konsolidierungszone zwischen 1,1450 und 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,1730)

Der Zloty verharrt gegenüber dem Euro über weite Strecken fast regungslos. Dieser hat somit auch gestern im Rahmen seiner Konsolidierung zwischen 4,1300 und 4,2030 keine Fortschritte machen können. Nach wie vor kann der mittelfristige Abwärtstrend frühestens jenseits von 4,2200 beendet werden.


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