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Wöchentliche Marktberichte

Feb 26, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Rezessions-Gedankenspiele

USD

EUR USD (1,2320)

Mit einer insgesamt freundlichen Tendenz haben sich die internationalen Aktien- und Anleihemärkte ins Wochenende verabschiedet. Diesen wohlwollenden Ausklang interpretierte der Handel als klares Signal: Die Turbulenzen des Monatsbeginns sind überstanden, der Markt hat wieder zur Ruhe gefunden. Vielleicht war das auch der Grund, warum sich Euro-Händler am Freitag mit ihren Aktivitäten merklich zurückhielten und lediglich eine übersichtliche Trading-Range zustande brachten. Doch überraschenderweise wurde diese allgemeine Zurückhaltung und Beruhigung von einem eher unerwarteten Phänomen begleitet: So kursierte unter Marktteilnehmern zum Wochenende plötzlich ein fast schon vergessen geglaubtes Wort: Rezession.
Der Ursprung der Rezessions-Diskussion lag aber nicht, wie vielleicht anzunehmen, im kurzfristig operierenden Handel. Dieser hätte auch sicherlich gar keinen Bedarf gehabt, die Kurse durch ein solches Thema in die eine oder andere Richtung lenken zu wollen. Die Quelle des berüchtigten R-Wortes lag ganz woanders: in der US-Notenbank. Nun stellt sich die berechtigte Frage, warum man dort ausgerechnet jetzt über eine Rezession sprechen muss. Schließlich ging es bis vor kurzem dies- und jenseits des Atlantiks ausschließlich darum, wer derzeit den größten und nachhaltigsten Konjunkturboom erlebt. Nüchtern betrachtet ist der Zeitpunkt aber durchaus clever gewählt. Es ist sinnvoll, sich in Zeiten einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung Gedanken über den Umgang mit einem potenziellen Abschwung zu machen und nicht erst dann, wenn man vor vollendeten Tatsachen steht. Genau das war das Anliegen der Fed. Was tun, wenn die USA in eine Rezession fällt? Fed-Mitglied John Williams bringt das Thema derzeit um den Schlaf, da er befürchtet, die Notenbank habe nicht mehr das nötige „starke Werkzeug“ zur Hand, um auf eine Rezession zu reagieren. Damit spielt Williams auf die riesige Fed-Bilanz und niedrige Leitzinsen an. Ähnlich besorgt zeigte sich auch Fed-Kollege Eric Rosengren. Neel Kashkari von der Fed Minneapolis fürchtet indes, dass aggressive Zinsanhebungen zu einer Umkehr der Zinsstrukturkurve führen und dies wiederum eine Rezession auslösen könnte. Wie dem auch sei: Es ist eher die Angst vor fehlendem Werkzeug als vor einer hohen Wahrscheinlichkeit, was US-Notenbanker zurzeit eine mögliche Rezession befürchten lässt.
Kurzfristig orientierte Händler denken oder planen aber noch gar nicht so weit im Voraus. Sie achten eher darauf, ob die jüngste Euro-Korrektur bei 1,2215/20 aufgefangen oder oberhalb von 1,2420 abgeschlossen wird.

USD

USD CHF (0,9340)

Am Freitag sah es ganz danach aus, als wollten USD-Händler einen erneuten Angriff auf unsere 0,9415er Hürde starten. Diese Marke steht nach wie vor einer kurzfristigen Stabilisierung des Greenbacks im Wege, so dass sich die übergeordnete Abwärtsbewegung noch immer bis 0,9120 entfalten kann. Zudem rückt dem USD der mittelfristige Abwärtstrend zunehmend auf den Leib. Er liegt nunmehr bei 0,9470.

GBP

EUR GBP (0,8790)

Vergangenen Donnerstag traf sich Premierministerin Theresa May mit ihren wichtigsten Ministern, um mit ihnen eine gemeinsame Linie für die nächste Verhandlungsrunde mit Brüssel festzulegen. Das Resultat dieses Treffens, das Marktbeobachter spöttisch "Kriegskabinett" tauften, ist zwar nur bruchstückhaft nach außen gedrungen. Klar scheint aber, dass die Briten keine erneute Bindung an die EU in Form einer Zollunion einzugehen bereit sind. May will nun am kommenden Freitag skizzieren, wie die Beziehung ihres Landes zur EU nach dem Brexit aussehen soll. EU-Ratspräsident Donald Tusk nahm May im Vorfeld aber bereits den Wind aus den Segeln. Wenn sich das, was bislang von besagtem Treffen zu ihm durchdrang, als wahr erweise, sei für ihn „die Position des Vereinigten Königreichs leider pure Illusion". Der Handel gibt sich jedenfalls nicht der Illusion hin, dass die große Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 schnell beendet wird.

CHF

USD CHF (0,9340)

Am Freitag sah es ganz danach aus, als wollten USD-Händler einen erneuten Angriff auf unsere 0,9415er Hürde starten. Diese Marke steht nach wie vor einer kurzfristigen Stabilisierung des Greenbacks im Wege, so dass sich die übergeordnete Abwärtsbewegung noch immer bis 0,9120 entfalten kann. Zudem rückt dem USD der mittelfristige Abwärtstrend zunehmend auf den Leib. Er liegt nunmehr bei 0,9470.

PLN

EUR PLN (4,1730)

Selbst, wenn die Inflation temporär auf satte vier Prozent steigen sollte, sähe Notenbankmitglied Kamil Zubelewicz keinen Grund, die Leitzinsen vor Ende 2019 anzuheben. Der relativ starke Zloty sei gut für die Wirtschaft, ließ er in einem Reuters-Interview wissen. Kurzfristig sitzt der Euro aber am längeren Hebel, denn er versucht gerade, in die obere Hälfte seiner Konsolidierungszone vorzudringen, die zwischen 4,1300 und 4,2030 verläuft. Dem mittelfristigen Abwärtstrend kann er jedoch frühestens jenseits der 4,22er Hürde entfliehen.


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