Wöchentliche Marktberichte

Feb 21, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Anleiheemissionen geben den Ton an

USD

EUR USD (1,2325)

Die Nominierung des spanischen Wirtschaftsministers Luis de Guindos zum Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank hat auch gestern die Gemüter beschäftigt. Obwohl Mario Draghi erst im Oktober 2019 als EZB-Chef abtreten wird, sind die Spekulationen über seinen Nachfolger in vollem Gange. So ergab etwa eine Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen bereits vor der Nominierung de Guindos, dass zumindest in diesem frühen Stadium der Diskussionen Bundesbankpräsident Jens Weidmann mit großem Abstand das Rennen machen würde. Sollte sich diese Umfrage bewahrheiten, dürfte sich der Tenor der geldpolitischen Entscheidungen innerhalb der EZB sicherlich etwas falkenhafter als zurzeit darstellen. Aber weil es bis zum Übergang im Chefsessel der EZB noch lange hin ist, war gestern auch keinerlei Einfluss auf den Euro durch diese Debatten festzustellen.
Im Gegenteil. Die Händler beschäftigten sich vielmehr mit den hohen Volumina an Anleiheemissionen, die die US-Regierung in dieser Woche vornehmen wird. Deren Volumen soll insgesamt 258 Milliarden USD betragen, wovon alleine gestern an einem einzigen Tag die Rekordsumme von 179 Milliarden USD an kurzlaufenden Anleihen begeben wurde. Und vom Erfolg dieser Versteigerungen hängt für viele Akteure auch das Schicksal des US-Dollar in der nahen Zukunft ab. Denn sollte die Auktion ein Misserfolg werden – dies gilt vor allen Dingen für den Absatz von Anleihen mit zwei-, fünf- und siebenjähriger Laufzeit – wäre den Dollar-Bären ein wichtiges Argument an die Hand gegeben: Die Finanzierung von Steuerreform und Mehrausgaben würde dann zum Anlass für Besorgnis. Unterdessen hatte sich der Euro im Vorfeld dieser Auktion etwas abgeschwächt und sich tendenziell in Richtung unserer wichtigen Marke bei nunmehr 1,2290 (geringfügig modifiziert) genähert. Solange dieses Niveau hält, bleibt auch unser positiver Ausblick in Richtung unserer Marke bei 1,2705 erhalten.

USD

USD CHF (0,9375)

Bereits im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Auktionen der US-Treasury konnte sich der Dollar immerhin den dritten Tag in Folge von seinen Februar-Tiefs erholen. Allerdings muss der Greenback 0,9415 überschreiten, um das Abwärtsrisiko bis 0,9120 zu minimieren und eine zumindest kurzfristige Stabilisierung zu erreichen. Der wichtigste Widerstand des übergeordneten mittelfristigen Abwärtstrends liegt unterdessen bei 0,9505.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Es scheint ein klein wenig Bewegung in die Brexit-Verhandlungen zu kommen. Zumindest äußerte der britische Brexit-Minister David Davis, er rechne damit, dass das Vereinigte Königreich und die EU zum Ende dieses Jahres ein entsprechendes Abkommen abschließen könnten. Dies ist zwar keine wirklich neue Rhetorik, klingt aber auch von Seiten der EU etwas positiver als zuvor. Denn einem Medienbericht zufolge will sich das Europäische Parlament dafür aussprechen, Großbritannien einen privilegierten Zugang zum EU-Binnenmarkt zu verschaffen. Außerdem werde sich die EU möglicherweise bei den Gesprächen über die künftige Beziehung zwischen Großbritannien und der EU etwas flexibler zeigen, was einem deutlichen Abweichen von der bisherigen Haltung des EU-Chef-Unterhändlers Michel Barnier entspricht.
Für die Händler war dies zumindest ein positives Argument für Pfund Sterling. Daneben gab es auch die Ergebnisse einer Umfrage zu vermelden. Danach hatte der Branchenverband Confederation of British Industry (CBI) ermittelt, dass sich die Auftragsbücher der Unternehmen etwas schlechter als erwartet im Februar gefüllt haben. Dennoch, so der Verband, hätten sich Nachfrage und Produktion lebhaft entwickelt. Am Ende hat sich erneut gezeigt, dass der Euro innerhalb seiner breiten Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 keine wegweisenden Angebots- und Nachfrageniveaus entwickeln kann.

CHF

EUR CHF (1,1550)

Der Schweizer Handelsbilanzüberschuss ist im Januar nicht nur deutlich niedriger als erwartet ausgefallen, sondern zeitigt auch das niedrigste Plus seit Januar 2012. Gleichzeitig sind die Importe auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Gut möglich, dass der Euro deswegen im Verhältnis zum Franken gestern gegenüber dem allgemeinen Trend etwas zulegen konnte. Dennoch hat das Währungspaar seine Handelsspanne vom 14. Februar nun den vierten Handelstag hintereinander nicht verlassen können. Nach wie vor verläuft die übergeordnete breite Konsolidierungszone zwischen 1,1450 und 1,1640.

PLN

EUR PLN (4,1480)

Sowohl die Entwicklung der Industrieproduktion, der Einzelhandelsumsätze als auch des Produzentenpreisindex sind in Polen für den Monat Januar stärker bzw. etwas höher als erwartet ausgefallen. Allerdings haben diese guten Daten dem Zloty nicht wirklich geholfen. Im Gegenteil: Der Euro konnte sich sogar im Rahmen seiner Konsolidierungszone zwischen 4,1220 und 4,2060 etwas befestigen.


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