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Wöchentliche Marktberichte

Feb 16, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Unheimlicher Dollar-Trend

USD

EUR USD (1,2540) A

uch gestern war der Handelstag überwiegend von Dollarschwäche gekennzeichnet. Und versuchte man Erklärungen dafür zu finden, wurde man kaum fündig. Viele Händler schienen mit einer derartigen Entwicklung nicht gerechnet zu haben. Dies zeigt vor allem der recht heftige Ausschlag des Euro am Mittwoch – es war der stärkste Tageszuwachs seit drei Wochen. Solche Reaktionen zeigen zunächst immer eines: Es muss ziemlich viele Marktteilnehmer auf der falschen Seite erwischt haben. Wie ist das möglich, wenn die Datenlage doch so eindeutig gewesen war? Die vorgestern stärker als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten hätten doch für gesteigerte Zinsängste der Akteure sorgen müssen. Tatsächlich ist die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen temporär auf ein neues Vierjahreshoch von 2,94 Prozent gestiegen, aber der Euro überschritt nur kurze Zeit später sogar die 1,25er Linie. Im Handel sprach man von Gewöhnung an die Inflationsängste, so dass auch die gestern publizierten US-Produzentenpreisindices – obgleich die Kernrate sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich die Erwartungen an der Oberseite übertraf – keine nennenswerte Reaktion auslösten.
Natürlich gibt es für den schwachen Dollar ein paar Argumente, aber wirklich überzeugen können sie nicht. Und wenn man von Ängsten der Marktteilnehmer hört, die ein sogenanntes Twin Deficit (die Kombination aus einem hohen Haushaltsdefizit und einem Leistungsbilanzdefizit) in den USA befürchten, gewinnt man eher den Eindruck, es handele sich um eine Verlegenheitserklärung. Eigentlich ist nur das passiert, was immer nach ökonomisch eindeutigen Szenarien geschieht. Die Konsumentenpreise hatten am Mittwoch direkt nach der Veröffentlichung zunächst einmal für einen Rückschlag des Euro gesorgt, der aber kurze Zeit später bereits wieder wettgemacht wurde. Ein Rückschlag, auf den recht viele Marktteilnehmer im Vertrauen auf eine klare ökonomische Datenlage gesetzt haben dürften. Dadurch ist aber genau die Situation entstanden, die schwere große Marktteilnehmer nutzen, um möglichst unbemerkt gegen den Markt-Konsens – in diesem Fall durch Eurokäufe – aktiv werden zu können. Mit anderen Worten: Gegen die Euro Verkäufer vom Mittwochnachmittag muss es einen Kapitalfluss gegeben haben, der stärker als alle Abgaben war und letztlich zu einer Shortsqueeze geführt hat. Und dies ist auch der Grund, warum der Euro Aufwärtstrend so gut intakt ist und die Gemeinschaftswährung weiterhin 1,2705 ins Visier nehmen kann. Die Untergrenze für dieses Szenario ist nunmehr etwas gestiegen und liegt bei 1,2265/70. Das erste gute Nachfrageniveau liegt derzeit aufgrund der starken Squeeze relativ niedrig erst bei 1,2375.

USD

USD CHF (0,9260)

Auch gestern hat der US-Dollar seinen Abwärtstrend gegenüber dem Franken fortgesetzt und sein nächstes Kursziel an der Unterseite bei 0,9230 erreicht. Auch hier wird als einer der Hauptgründe für den schwachen Dollar die Angst vor einem hohen US-Doppeldefizit (Twin Defizit, vgl. oben) genannt. Denn die anderen Daten (etwa der Philly Fed Index) oder auch die stärker als erwartet ausgefallenen US-Konsumentenpreise in der Kernrate hätten den Greenback stützen müssen. An der Unterseite besteht nun ein zusätzliches Abwärtsrisiko bis 0,9120, während an der Oberseite das Stabilitätsniveau mit 0,9450 zwar deutlich gesunken, aber immer noch relativ weit vom derzeitigen Handelsniveau entfernt ist.

GBP

EUR GBP (0,8870)

Gestern schwang das Angstpendel der Akteure wieder in Richtung Zinserhöhungsszenario der Bank von England. Und so gehen dem Vernehmen nach derzeit 70 Prozent der Akteure (vgl. Reuters) davon aus, dass der Leitzins im Mai um 25 Basispunkte erhöht werden wird. Und dieses Szenario könnte sich auch auf eine Umfrage der Bank von England stützen, wonach die britischen Unternehmen im Durchschnitt Lohnabschlüsse von 3,1 Prozent anstreben – es wäre die höchste Steigerung seit 2008 (vorher +2,6 Prozent). Außerdem soll der Mindestlohn je nach Altersgruppe zwischen 4,4 und 5 Prozent steigen. Unterdessen hat sich der Euro von der Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 wieder etwas entfernt. Sollte diese Hürde tatsächlich überwunden werden, darf der nur ein wenig höher liegende Widerstand bei 0,8940 nicht unterschätzt werden, so dass erst jenseits davon ein neuer Aufwärtstrend eingeleitet würde. Innerhalb des großen Konsolidierungsfeldes sind derzeit nur unzuverlässige Angebots- und Nachfrageniveaus auszumachen.

CHF

EUR GBP (0,8870)

Gestern schwang das Angstpendel der Akteure wieder in Richtung Zinserhöhungsszenario der Bank von England. Und so gehen dem Vernehmen nach derzeit 70 Prozent der Akteure (vgl. Reuters) davon aus, dass der Leitzins im Mai um 25 Basispunkte erhöht werden wird. Und dieses Szenario könnte sich auch auf eine Umfrage der Bank von England stützen, wonach die britischen Unternehmen im Durchschnitt Lohnabschlüsse von 3,1 Prozent anstreben – es wäre die höchste Steigerung seit 2008 (vorher +2,6 Prozent). Außerdem soll der Mindestlohn je nach Altersgruppe zwischen 4,4 und 5 Prozent steigen. Unterdessen hat sich der Euro von der Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 wieder etwas entfernt. Sollte diese Hürde tatsächlich überwunden werden, darf der nur ein wenig höher liegende Widerstand bei 0,8940 nicht unterschätzt werden, so dass erst jenseits davon ein neuer Aufwärtstrend eingeleitet würde. Innerhalb des großen Konsolidierungsfeldes sind derzeit nur unzuverlässige Angebots- und Nachfrageniveaus auszumachen.

PLN

EUR PLN (4,1590)

Die polnischen Verbraucherpreise sind für den Monat Januar im Monatsvergleich etwas stärker ausgefallen als erwartet. Unterdessen hat sich der Euro vorübergehend etwas abgeschwächt, scheint aber zunächst per Saldo fast trendlos in eine breite Konsolidierungszone zwischen 4,1220 und 4,2060 einzuschwenken.


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