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Wöchentliche Marktberichte

Feb 14, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Blühende US-Wachstumsfantasien

USD

EUR USD (1,2370)

Dass die Risikofreude bei vielen Marktteilnehmern zurück ist, sieht man am gestiegenen Euro. Beflügelt wird der neue Optimismus zusätzlich durch die Wachstumserwartungen, die nicht zuletzt vom Weißen Haus für 2018 und die darauffolgenden beiden Jahre in noch rosigeren Farben als bisher gemalt wurden. Ein Grund dafür dürfte sicherlich der von US-Präsident Donald Trump dem Kongress vorgelegte Haushaltsentwurf für das kommende Jahr sein. Dieser wartet nämlich mit einem Volumen von rund 4,4 Billionen USD auf und sorgte für rege Diskussionen. Selbst wenn man von der umstrittenen Verteilung auf manche Ressorts absieht, bleibt unter dem Strich ein projiziertes Defizit von mehr als einer Billion USD für das Fiskaljahr 2019 – im abgelaufenen Jahr betrug das Defizit nur 666 Milliarden USD. Das bedeutet für das US-Finanzministerium, dass es mit einem erhöhten Emissionsvolumen für Anleihen darauf reagieren muss. Addiert man dazu noch etwaige Inflationsgefahren, die möglicherweise auch durch das kurzfristig angekurbelte Wachstum entstehen könnten, wird schnell deutlich, dass die langfristigen Zinsen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter steigen müssen. Und was das vielbeschworene Wachstum angeht, dürfte es sich nach Ansicht vieler Analysten nur um einen kurzfristigen Effekt handeln.
Auf der anderen Seite meldete sich Loretta Mester zu Wort, die als Zinsfalke gilt. Sie steht der regionalen Fed von Cleveland vor und ist in diesem Jahr im Offenmarktausschuss stimmberechtigt. Mester merkte zwar an, dass 2018 weitere Leitzinserhöhungen notwendig seien, aber sie erwarte für dieses Jahr keine so hohe Inflationsrate, als dass die Notenbank ein stärkeres Tempo bei den Zinsschritten hinlegen müsste. Auch den jüngsten Absturz der Aktienkurse sieht sie wie ihre Kollegen nicht als gravierend an. Unter dem Strich bleibt der Eindruck: Für einen Zinsfalken waren diese Worte eigentlich ziemlich moderat. Obwohl heute in den USA Inflationsdaten für Januar zur Veröffentlichung anstehen, hat der Euro bereits zugelegt. Aber nicht primär aufgrund großer innerer Stärke, sondern wegen neuerlicher Dollarschwäche. Damit hat die Gemeinschaftswährung einen guten Schritt nach vorne gemacht, zumal nach Überschreiten von 1,2410 die derzeitige Korrektur im Aufwärtstrend beendet wäre. Dessen untere Grenze heben wir nun auf 1,2205/10 (kritisch!) an.

USD

USD CHF (0,9325)

Dass der gestrige Handel eher im Zeichen einer leichten Dollarschwäche als einer Euro-Stärke stand, zeigt sich neben anderen Valuten auch gegenüber dem Franken. Zumindest haben dem Greenback die vorgenannten Wachstumshoffnungen nicht wirklich geholfen, sondern wegen der damit möglicherweise verbundenen Inflationsgefahren sogar eher geschadet. So hat der Dollar seine Marke bei 0,9340 verletzt, womit die Unterseite nun in Richtung 0,9230, (darunter auch bis 0,9120) geöffnet wurde. Auf der anderen Seite liegt der Stabilisierungspunkt gegenüber gestern mit 0,9555 etwas niedriger, aber immer noch weiterer Ferne.

GBP

EUR GBP (0,8905)

Wie gestern bekannt wurde, hat die britische Inflation im Januar nicht nur beinahe ein neues Sechsjahreshoch erreicht, sondern auch noch die Erwartungen der Analysten an der Oberseite leicht übertroffen. Damit ist rechnerisch die Chance auf eine Zinserhöhung im Mai von 25 Basispunkten auf 70 Prozent (vgl. Reuters) gestiegen, und per Jahresende besteht demnach eine 50 Prozent-Chance, dass der Leitzins von derzeit 50 Basispunkten auf ein Prozent angehoben wird. Trotz dieser Aussichten, die vorgestern bereits von zwei Mitgliedern des Geldpolitischen Ausschusses der Bank von England, Gertjan Vlieghe und Ian McCafferty, unterstrichen wurden, erholte sich Sterling nur temporär. Am Ende hatte der Euro wieder die Nase vorn, vermochte es jedoch (noch) nicht, die Obergrenze seiner breiten Konsolidierung zwischen 0,8690 und 0,8920/25 zu testen. 

CHF

EUR CHF (1,1540)

Die etwas stärker als erwartet gestiegenen Schweizer Produzentenpreise haben den Wechselkurs, der gestern nicht einmal eine Handelsspanne von 60 Stellen produzierte, kaum beeinflusst. Allerdings schlug sich die neuerwachte Risikofreude der Investoren auch nicht so recht zugunsten des Euro nieder. Dieser bleibt unterhalb von 1,1570 (Stabilisierungspunkt) weiterhin Angriffsrisiken ausgesetzt, zumal die beste Unterstützung erst bei 1,1440 angezeigt ist. 

PLN

EUR PLN (4,1650)

Obwohl schon ziemlich nahe, hat sich gestern dennoch niemand getraut, die Unterstützung bei 4,1630 richtig in Angriff zu nehmen, ein Niveau, das nicht unterlaufen werden darf, um für die Gemeinschaftswährung die Chancen auf eine Erholung in Richtung 4,2310 zu erhalten. An der Unterseite bleibt unterdessen 4,1570 der Auslöser für eine neuerliche Schwächephase in Richtung 4,1240.


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