Wöchentliche Marktberichte

Feb 13, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Falkenhaftes aus der Bank of England

USD

EUR USD (1,2310)

Von vielen blieb es unbemerkt, wie der Euro in der vergangenen Woche gegenüber dem US-Dollar peu à peu abrutschte. Dabei stellt sich bei genauem Hinsehen heraus, dass sich diese schrittweise Korrektur zu einem Minus von 1,8 Prozent addiert, was dem höchsten Wochenverlust des Euro seit November 2016 entspricht. Jetzt könnte man natürlich fragen, warum der US-Dollar ausgerechnet von gestiegenen Inflationserwartungen profitiert, die normalerweise doch eine Währung zunächst einmal belasten. Sofern nicht die Erwartung besteht, dass die US-Notenbank mit schnelleren Zinsanhebungen auf die Inflationserwartungen reagiert. Aber bei ihrer vergangenen Sitzung hat die Fed lediglich einen Zinsschritt im März in Aussicht gestellt und damit angekündigt, was die Marktteilnehmer längst erwartet hatten. Dennoch ist die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im März um 25 Basispunkte (vgl. CME FedWatch Tool) von Woche zu Woche um 7 Prozentpunkte gestern auf einen Stand von rund 77 Prozent gestiegen. Immerhin: Das Weiße Haus wartete gestern mit einer Prognose gegen den Trend auf, dass nämlich die Konsumentenpreise 2018 und in den beiden darauffolgenden Jahren nicht so stark anziehen würden wie ursprünglich gedacht. 
Setzt man die per Saldo gestiegenen Zinserwartungen in den USA – die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen streifte gestern die 2,90 Prozent Marke – und die mittlerweile deutlich kleiner gewordene Befürchtung, die EZB könne bei ihrer Verringerung der Anleihekäufe einen aggressiveren Ton anschlagen, ins rechte Licht, hätte der Euro in der vergangenen Woche auch mehr an Wert verlieren können. Dass er dies nicht tat, verdankt er seinem Aufwärtstrend, innerhalb dessen zwar Korrekturen bis 1,2160/65 möglich, aber nicht zwingend erscheinen. Zumal nach Überschreiten von 1,2405/10 der Korrekturmodus bereits beendet wäre. 

USD

USD CHF (0,9375)

Auch gestern zeigte sich der US-Dollar am Ende des Tages gerade noch gehalten. Nach wie vor ist die erste wichtige Angebotshürde bei 0,9480 ausgewiesen, während der Stabilitätspunkt sogar noch höher bei 0,9580 liegt. An der Unterseite bleibt die wichtigste Marke bei 0,9340, denn nach deren Unterlaufen wäre die Dollar-Korrektur wieder beendet und die Unterseite offen in Richtung 0,9230 (ggf. auch tiefer). 

GBP

EUR GBP (0,8885)

Während sich zuletzt US-Notenbanker und auch Vertreter der EZB in Sachen strafferer Geldpolitik medial eher zurückgehalten haben, fand gestern ein Mitglied des Geldpolitischen Ausschusses (MPC) der Bank of England, Gertjan Vlieghe, deutliche Worte zur Entwicklung der britischen Leitzinsen. Zumindest geht er davon aus, dass die ursprünglich geplanten drei Zinserhöhungen, verteilt über drei Jahre, wahrscheinlich nicht ausreichen würden, um die Inflation auf ihren gewünschten Zielwert von 2 Prozent zu führen. Gleichzeitig machte er klar, dass die Zinserhöhung im vergangenen November – entgegen der früheren Annahme vieler Akteure – kein einmaliger Schritt, gefolgt von einer langen Pause, gewesen sei. In ein ähnliches Horn, wenn auch nicht ganz so stark, stieß auch MPC-Mitglied Ian McCafferty. Trotz dieser falkenhaften Ansagen konnte Pfund Sterling gestern keinen Boden gut machen. Im Gegenteil: Die Zweifel an einer schnellen Einigung auf einen Übergangs-Deal nach dem Brexit wogen stärker und sorgten dafür, dass der Euro sogar noch einmal mit einem kleinen Tagesgewinn die Handelssitzung beendete. Für ein Verlassen der breiten Konsolidierungszone, die von 0,8690 bis 0,8920/25 verläuft, reichte es allerdings nicht. 

CHF

EUR CHF (1,1545)

Dass der Schweizer Konsumentenpreisindex zumindest im Jahresvergleich gestern geringfügig hinter den Erwartungen zurückblieb, spricht nicht gerade dafür, dass der Inflationsausblick geändert werden muss. Auf der anderen Seite dürfte der Franken zumindest während der vergangenen beiden Handelstage weniger als zuvor als sicherer Hafen gefragt gewesen sein. Denn an den Aktienmärkten dies und jenseits des Atlantiks gehen viele Akteure davon aus, dass es sich bei dem Kurseinbruch der vergangenen Woche nur um eine gesunde Korrektur handelt. Immerhin konnte der Euro während des schleppenden Handelsverlaufs etwas Boden gutmachen, ist aber von seinem Stabilisierungspunkt bei 1,1575 noch ein Stück entfernt. Auf der anderen Seite bleibt die beste Unterstützung bei 1,1440 bestehen.

PLN

EUR PLN (4,1660)

Während wir schreiben, nähert sich der Euro bereits seiner Unterstützung bei 4,1630, die nicht unterlaufen werden darf, soll die Gemeinschaftswährung ihre gute Chance für eine Erholung in Richtung 4,2310 aufrechterhalten. Auf der anderen Seite kann sich das Trendbild relativ schnell zum Negativen wandeln, falls auch 4,1570 im Anschluss unterlaufen werden sollte, da danach die Unterseite wieder bis 4,1240 offen wäre.


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