Wöchentliche Marktberichte

Feb 12, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Schulden geraten ins Visier der Märkte

USD

EUR USD (1,2275)

Nach den deutlichen Kursschwankungen, die der Februar Aktien- und Anleihemärkten bislang bescherte, herrscht spürbar Verunsicherung. Umso erleichterter reagierten Akteure, als am Freitag Wall Street den Handel mit einem Plus beendete. Zudem konnte kurz vor dem Wochenende endlich noch ein anderer Belastungsfaktor aus dem Weg geräumt werden: die US-Haushaltssperre. Dies sorgte nicht nur bei Börsianern, sondern auch im Dollar-Handel für etwas Entspannung. Nachdem sich der US-Senat und das Repräsentantenhaus auf einen Haushaltskompromiss verständigt haben, der dazu führen wird, dass Ausgabenbegrenzungen in den nächsten beiden Jahren um knapp 300 Milliarden US-Dollar höher liegen werden, konnte US-Präsident Donald Trump das Gesetz bereits am Freitag unterzeichnen. Einige seiner Parteifreunde nahmen ihm dies jedoch übel, da es praktisch in jeder Hinsicht der republikanischen Finanzpolitik widerspricht – Trump hatte im Wahlkampf großspurig eine Wende hin zu eiserner Fiskaldisziplin versprochen. Diese Zusicherung scheint wohl in Vergessenheit geraten zu sein, so dass nun nicht gespart, sondern, ganz im Gegenteil, das jährliche Defizit im nächsten Jahr voraussichtlich auf eine Billion US-Dollar wachsen wird. Somit dürfte sich die Neuverschuldung im Vergleich zu dem, wie vor drei Jahren unter Obama gewirtschaftet wurde, mehr als verdoppeln. Das Committee for a Responsible Federal Budget hat bereits vorgerechnet und warnt, dass bis 2027 das jährliche Defizit auf zwei Billionen Dollar klettern könnte. Dies würde den US-Haushalt an Schuldenniveaus bis hin zu zirka 105 Prozent des Bruttoinlandsprodukts führen. Ein Zustand, den es so zum letzten Mal gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gab. Der Haushaltsstreit ist zunächst einmal vom Tisch, was den Handel kurzfristig beruhigt haben dürfte. Doch der US-Schuldenberg, der trotz Konjunkturoptimismus und Vollbeschäftigung munter weiter wächst, ist gewaltig und gerät immer mehr ins Visier der Dollar-Investoren.
Der Euro nahm die jüngste Korrektur bislang gelassen hin. Unsere wichtige Unterstützung bei 1,2190/95 wurde jedenfalls noch nicht angegriffen. Ein Überschreiten von 1,2440 würde indes das Korrekturende einläuten.

USD

USD CHF (0,9385)

Auch wenn der Dollar am Freitag versuchte, den Wochengewinn gegenüber dem Franken ein bisschen aufzuhübschen: An die erste Angebotshürde bei 0,9480 kam er nicht heran. Sein Stabilitätspunkt liegt zudem noch ein gutes Stück höher, bei nunmehr 0,9580. Immerhin hielt aber unsere 0,9340er Unterstützung, die ihn vor einem erneuten Abrutschen bewahrte. Denn ein Unterschreiten würde die jüngste korrektive Dollar-Erholung wieder beenden und die Kurse in Richtung 0,9230 drücken.

GBP

EUR GBP (0,8865)

Das Statistikamt ONS hat am Freitag Zahlen zur britischen Industrieproduktion veröffentlicht. Im Dezember ergab sich zum Vormonat ein Rückgang um 1,3 Prozent – der stärkste seit September 2012 – mehr, als von Marktteilnehmern erwartet worden war. Aber das waren noch nicht alle schlechten Nachrichten für Sterling-Bullen. EU-Chefunterhändler Michel Barnier weckte erneut Zweifel bezüglich einer schnellen Einigung auf ein Übergangsabkommen mit Großbritannien. Zu unterschiedlich seien derzeit die Ansichten, zu groß die Differenzen über die Konditionen, mit denen die gewünschte Übergangsphase nach dem Brexit in 2019 ausgestattet sein soll. Dem Pfund tat dies alles nicht besonders gut. Der Euro glich nicht nur seinen gesamten Vortagesverlust aus, sondern legte noch weiter in Richtung Oberkante seiner breiten Konsolidierungszone zu, die nach wie vor zwischen 0,8690 und 0,8925 verläuft. Innerhalb dieser Zone scheint es momentan kaum noch dauerhafte Unterstützungen bzw. Widerstände zu geben.

CHF

EUR CHF (1,1525)

Vergangene Woche hat der Schweizer Franken abermals seine Qualitäten als klassische Safe-Haven-Währung ausgespielt, was ihm auch gegenüber dem Euro Auftrieb verlieh. Letzterer hat innerhalb seiner Abwärtsbewegung kurz vor unserer 1,1440er Unterstützung Halt gemacht. Dort sollte sich auch weiterhin Nachfrage finden, genauso wie bei 1,1400, dem bestehenden Abwärtspotenzial. Um eine Stabilisierung zu bewirken, ist nach wie vor ein deutlicher Rebound nötig – konkret ein Überschreiten der 1,1590er Marke. 

PLN

EUR PLN (4,1810)

Eine Reuters-Umfrage, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, zeigt: Marktteilnehmer können sich in 12 Monaten einen leicht gestiegenen Zloty vorstellen – bei Kursen um 4,12. Kurzfristig scheint der Zloty aber an Attraktivität verloren zu haben. Der Euro hat sehr gute Chancen, seine laufende Erholung in Richtung 4,2310 fortzusetzen. Über dieser Hürde wären sogar weitere Kurserholungen bis 4,2630 zu erwarten. Um diese Chance zu wahren, darf die 4,1630er Marke nicht mehr verletzt werden.


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